Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Wahlprogramm VSStÖ TU

Hier findest du unser Wahlprogramm für die HTU - bei Fragen, Anregungen und Feedback kontaktiere uns gerne!

 

:: Für echte soziale Absicherung von Studierenden!

:: Die ÖH muss offen werden!

:: Sisters Unite!

:: Globalisierung geht uns alle an!

:: Studieren ist mehr!

 

Hier kannst du unser Ideabook als pdf downloaden!

 

Für echte soziale Absicherung von Studierenden!

Miete, Semesterticket, Bücher Computer… studieren kostet Geld, und das nicht wenig. Im Durchschnitt geben Studierende 973 Euro pro Monat aus, und viele müssen sich diesen Lebensunterhalt selbst finanzieren. Neben dem Studium arbeiten zu gehen ist oft schwer -  viele LVAs werden nur in den eigenen Arbeitszeiten angeboten, und wenn eine große Prüfung ins Haus steht, bleibt wegen der Arbeit auch oft der Lernaufwand und damit der Prüfungserfolg auf der Strecke.

Das ist die Lebensrealität von 80% aller Studierenden, aber halt: eigentlich ist Studieren eine Vollzeit-Beschäftigung.

marode Studienförderung!

Das momentane Studienförderungsgesetz ist marod und lückenhaft. Prinzipiell baut es auf  zwei Säulen auf: Der „zumutbaren Unterhaltsleistung“ der Eltern (etwas über 20% ihres Einkommens, dieser Satz verringert sich bei mehreren Kindern nur geringfügig) und Unterstützung vom Staat, die den Rest des finanziellen Aufwands abdecken soll.

Viel zu oft kommen Eltern ihren Unterhaltsverpflichtungen nicht nach, und viele können das auch nicht. Oft muss ein Kredit bezahlt werden, der in der Berechnung der „zumutbaren Unterhaltsleistung“ nicht mit aufgenommen wird. Studierende können in dem Fall ihren Unterhalt entweder selbst verdienen oder ihre Eltern verklagen. Dass letztere Variante nur im seltensten Fall gewählt wird, liegt auf der Hand – freiwillig lässt sich keineR auf einen mehrjährigen Gerichtsprozess gegen die eigenen Eltern ein.

keine Chance auf Beihilfen...

Anrecht auf Studienbeihilfe haben nur sehr wenige, denn durch das Berechnungsmodell fallen Studierende mit zwei berufstätigen Elternteilen meist sofort aus der Anspruchsgrenze. Außerdem beträgt die höchstmögliche Förderung für BeihilfenempfängerInnen die am Heimatort studieren 475 Euro – zu wenig, um das gesamte Studileben zu finanzieren. Das heißt, auch mit Höchststipendium bleibt vielen StudentInnen der Job im Callcenter nicht erspart, und im Handumdrehen sind die Toleranzgrenzen im Studium überschritten.

wir brauchen ein neues Studienförderungssystem!

Natürlich ist es möglich, an dem einen oder anderen Rädchen im Studienförderungsgesetz zu drehen. Eine Erhöhung der Stipendien, die Ausweitung des BezieherInnenkreises oder Unterhaltsvorschuss von Staat während etwaiger gerichtlicher Verfahren gegen die Eltern wären zum Beispiel leicht umzusetzende Änderungen.

Nichts desto trotz blieben aber immer noch viele Ungerechtigkeiten im System bestehen: Was, wenn meine Eltern mir nur dann freiwillig Unterhalt zahlen, wenn ich Jus und nicht Raumplanung studiere?

Wir glauben, dass die bestmögliche Lösung ein Grundstipendium in Höhe von 770 Euro für alle StudentInnen ist. Dieses soll durch eine Vermögenssteuer finanziert werden.

Infos zum Grundstipendium:

 

  • Anspruch: Alle
  • Altersgrenze: Keine
  • Ausbezahlt wird: So lange du in der durchschnittlichen Studiendauer bist. Bei Studierenden mit besonderen Bedürfnissen verlängert sich die Anspruchsdauer.
  • Höhe: 770 Euro, orientiert an der Ausgleichszulage.
  • Zuverdienstgrenze: 7000 Euro pro Jahr. Für jeden Euro, den du mehr verdienst, wird ein Euro vom Grundstipendium abgezogen.
  • Finanzierung: Vermögenssteuer nach Schulmeister, dh. 100000 Euro Freibetrag pro Person, 25000 zusätzlich pro Kind – vom übrigen Nettovermögen (also abzüglich Kredite) werden 0,5% an Steuern verlangt.
  • Mehr Infos: www.grundstipendium.at

 

Die Politik für dies Vorhaben zu gewinnen wird schwierig, doch auch der Kampf gegen Studiengebühren ist erst nach acht Jahren mit einem Teilerfolg belohnt worden. Mit derselben Hartnäckigkeit würden wir als VSStÖ in der UV TU versuchen, Verbündete für das Projekt Grundstipendium zu gewinnen, um genügend öffentlichen Druck aufzubauen um das Modell schließlich in die politische Debatte einzubringen.

 

Projekte des VSStÖ für die HTU-Wien:

 

  • Öffnungszeiten Sozialreferat: Momentan wird nur ein Mal pro Woche Beratung vor 12:00 und überhaupt nie Beratung am Abend angeboten, das Sozialreferat an der HTU hat nie länger als zwei Stunden pro Tag geöffnet. Wir würden die Öffnungszeiten gerne schrittweise ausweiten und jedenfalls Beratungsmöglichkeiten am Vormittag und nach Vereinbarung Abendberatungstermine nach 18:00 anbieten.

  • Arbeitsrechtliche Beratung: Rund 80% aller Studierenden arbeiten neben dem Studium, deshalb möchten wir hier einen besonderen Schwerpunkt legen. Momentan kann frau/man sich zu arbeitsrechtlichen Fragen nur einmal pro Woche beraten lassen, hier würden wir gerne mindestens zwei Termine anbieten. Außerdem möchten wir das Beratungsangebot um einen Arbeitsvertragscheck und Versicherungsberatung erweitern.

  • Standort-Tour: Nicht nur im Freihaus brauchen Studierende Beratung, deshalb wollen wir im Wintersemester 2009 eine Standort-Tour starten und Sozialberatung an allen größeren Instituten anbieten. Diese Aktionen sollen evaluiert und je nach Bedarf regelmäßig durchgeführt werden.

  • Info-Offensive: Viele Studierende sind nicht über die verschiedenen Stipendien, Zuschüsse und Förderungen informiert, die sie beantragen können. Deshalb möchten wir eine Info-Offensive starten und mit regelmäßigen Wandzeitungen Studierende über Änderungen und spezielle Unterstützungen informieren. Außerdem möchten wir im HTU-Info eine fixe Sozialseite einrichten,  um regelmäßig über die Arbeit im Sozialreferat und sozialrechtliche Themen zu informieren. Weiters soll in regelmäßigen Abständen ein Sozial-Newsletter ausgesandt werden, der alle Studierende auf dem laufenden hält. 

 

 

Die ÖH muss offen werden!

Während die meisten Studierenden der TU regelmäßigen Kontakt zu ihrer Fachschaft haben, versinkt die universitätsweite Vertretung unter der Wahrnehmungsschwelle. Die Universitätsvertretung hat die Aufgabe, die Interessen der Studierenden vor dem Rektorat und außeruniversitären Einrichtungen zu vertreten. Doch wie soll ihr dies gelingen, wenn sie keinen Kontakt zu Studierenden hält?

Es sickert kaum Information von den Vorsitzenden der Universitätsvertretung an die Studierenden – geschweige denn in die andere Richtung. Es entsteht fast das Gefühl, dass die Universitätsvertretung an der TU den Dachverband der Fachschaften darstellt, der selbst aber keinerlei Ambitionen auf Vertretungsarbeit hat. Wozu dieser Dachverband allerdings ein sechsstelliges Budget hat, lässt sich dadurch nicht erklären.

Deshalb hat sich der VSStÖ als einen seiner Schwerpunkte für die nächsten zwei Jahre die Öffnung der ÖH als Ziel gesetzt. Es kann nicht sein, dass viel Geld einfach planlos und ohne Transparenz verwirtschaftet wird. Die ÖH muss den Kontakt mit den Studierenden suchen. Die Eigenbrötlerei muss aufhören und die ÖH an der TU endlich transparent und offen für Studierende werden!

 

Projekt für die HTU: Relaunch HTU Info und Homepage

Als ersten Schritt in diese Richtung möchten wir in der ÖH gerne zwei Kommunikationskanäle verbessern: Einerseits wollen wir frischen Wind in das HTU-Info bringen. Durch thematische Schwerpunkte in jeder Ausgabe, fixe Rubriken für Soziales, Bildungspolitik und Vertretungsarbeit sowie durch ein neues Design sollen hier mehr Studierende angesprochen werden. Auch die Homepage wollen wir einem Relaunch unterziehen – einerseits sollen die einzelnen Referats-Seiten besser miteinander vernetzt werden, andererseits ist uns die barrierefreie Gestaltung für Seh- und Hörbehinderte ein besonderes Anliegen.

 

Sisters Unite!

Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft. Das bedeutet, dass wichtige Funktionen in der Gesellschaft zu einem Großteil von Männern besetzt werden. Auch wichtige gesamtgesellschaftliche Entscheidungen werden hauptsächlich von männlich dominierten Strukturen getroffen. So finden sich nur sehr wenige Frauen im Nationalrat, und auch in den Führungsetagen großer Konzerne stellen Frauen eher die Ausnahme als die Regel dar.

Sexismus an der Uni

Auch im Bildungssektor zeigt sich die Ungleichheit der Geschlechter. Gerade wir StudentInnen an der Technischen Universität Wien können das jeden Tag beobachten. So sind an der TU nur 25 % aller Studierenden weiblich. AssistentInnenposten werden nur zu 20,8 % von Frauen besetzt. Und bei den ProfessorInnen sind es sogar nur mehr 6,9 % Frauenanteil. Dass Frauen aber nicht „zu dumm“ sind, um ein technisches Studium zu absolvieren, wie es die gängigen Klischees gerne behaupten, zeigen die Studentinnen der TU Wien sehr eindeutig. Ganz im Gegenteil – die klassischen Rollenbilder von der Frau als schwaches Geschlecht und ihr tollpatschiger Umgang mit Autos und Technik sind anerzogen und von der Gesellschaft vorgegeben, entsprechen aber einfach nicht der Wahrheit.

... und im Alltag

Sexismus zeigt sich aber nicht nur in der Vergabe von wichtigen Jobs und an den Universitäten, sondern wird auch im Privatleben sichtbar. Die meisten Frauen wurden schon einmal auf der Straße oder bei einer Party ekelhaft angegraben, und sexistische Äußerungen gegen Frauen sind in der Gesellschaft noch immer akzeptiert.

Wir vom VSStÖ TU treten aktiv gegen diese ungleiche Behandlung von Männern und Frauen auf. Gleichbehandlung bedeutet für uns, dass Frauen und Männer die gleichen Möglichkeiten haben, wichtige Positionen in der Gesellschaft und an der Universität. Die Gläserne Decke gerade im Bildungsbereiche, die viele Frauen einschränkt, muss  aufgebrochen werden. Deshalb ist es für uns wichtig, Sexismus aufzuzeigen und zu bekämpfen.

 

Projekt für die HTU: Antisexismus-Peer-Ausbildung

Um Diskriminierung von Frauen bekämpfen zu können, ist es wichtig, diese Ungleichbehandlung aufzuzeigen. Um aber nicht nur Sexismus an der TU aufzeigen, sondern als Frau auch dagegen auftreten zu können, werden wir im nächsten Jahr eine Antisexismus-Peer-Ausbildung für alle interessierten Studentinnen anbieten. Antisexismus-Peers sind Studentinnen, die Ansprechpersonen in Sexismus- und Diskriminierungsfragen für andere Frauen an der Universität darstellen.

Aktive Frauen in ihren jeweiligen Fachschaften sind in den meisten Fällen die direkten Ansprechpersonen der Studentinnen. Anfragen zu sexistischen Übergriffen sind für die Betroffenen sehr unangenehm und  müssen deshalb kompetent und mit großer Bedachtnahme auf Diskretion behandelt werden. Für Fachschaften-Aktive ist es wichtig, über die rechtliche Lage bescheid zu wissen, aber auch das richtige Verhalten ist entscheidend. Die Antisexismus-Peer-Ausbildung soll Frauen Sicherheit in beiden Aspekte der Beratung geben.

Im studentischen Alltag gibt es oft Situationen, wo wir Sexismus bemerken, aber nicht richtig wissen, wie wir darauf reagieren sollen. Der zweite Aspekt der Feminismus-Peer-Ausbildung setzt hier an. Wie verhalten sich Frauen richtig, wenn sie Zeugin von Belästigung auf einer Party werden? Wohin können sich Studentinnen der TU wenden, wenn sie Opfer von Sexismus wurden? Diese und andere Fragen werden im Workshop angesprochen und beantwortet werden.

Nach der Ausbildung sollen die Antisexismus-Peers in ihrer Arbeit vom Frauenreferat der HTU unterstützt werden. Eine Vernetzung der Frauen ist wichtig, zum Einen um alle auf dem gleichen Wissensstand zu halten, zum Anderen aber auch um auftretende Fragen gemeinsam zu behandeln und sich gegenseitig Tipps und Anregungen geben zu können. Die Antisexismus-Peers werden so Sexismus an der Universität aufzeigen und aktiv etwas gegen Diskriminierung von Frauen tun.

 

 

 

Globalisierung geht uns alle an!

Studierende in ihren Anliegen zu unterstützen und sich für ihre Rechte einzusetzen ist die politische Pflicht der ÖH. Wir sind aber der Meinung, dass wir als Studierende ein aktiver Teil der Gesellschaft sind und zu ihrer Veränderung beitragen sollen – auch im Rahmen der ÖH-Arbeit. Um auch an der Uni politische Themen zu behandeln und StudentInnen die Möglichkeit zu bieten, sich über ihr Studium hinaus weiter bilden zu können, wollen wir gerne eine Ringvorlesung organisieren:

 

Projekt für die HTU: Ringvorlesung Globalisierung und Technik

Gerade in einem technischen Studium gibt es einige Themenbereiche, die während der Universitätsbildung zu kurz kommen. So wird zum Beispiel die Verbindung von Technik und der globalen sozialen und wirtschaftlichen Situation kaum beleuchtet. Dabei wäre gerade ohne die technische Entwicklung die heutige Globalisierung gar nicht möglich.

Deshalb werden wir in der HTU eine Ringvorlesung zum Thema „Technik und Globalisierung“ organisieren. Sie soll herausarbeiten, wie weit die technische Entwicklung zur Globalisierung beiträgt. Die Einflüsse der Technik auf den wirtschaftlichen Fortschritt und die damit zusammenhängenden Patentrechte sollen genauso Thema sein wie die Auswirkungen der Technik auf Frauen und auf die weltweiten sozialen Verhältnisse. Die Ringvorlesung wird für StudentInnen aller Studienrichtungen offen sein und soll als Wahlfach anrechenbar sein.

 

Studieren ist mehr!

Viele Studierende kommen vor lauter Lernen und studieren zu nichts anderem mehr. Doch der Mensch benötigt einen Ausgleich zum Alltagsstress, um nicht unterzugehen.

Studieren bedeutet lernen, zu Lehrveranstaltungen gehen, Übungen vorbereiten und noch vieles mehr. Wer sein Studium in der Mindeststudienzeit beenden will, muss wirklich Gas geben. Doch leider kommt bei all dem Studieren das Soziale oft zu kurz. Viele Studierende haben gerade einmal einen Abend am Wochenende Zeit, um sich mit FreundInnen zu treffen und für sozialen Ausgleich neben dem Studium zu sorgen – und manchmal, in stressigen Zeiten, fällt sogar dieser Abend aus. Da ist es nicht schwer nachzuvollziehen, dass die Motivation im Studium schnell nachlässt und die Studierenden ausgebrannt und müde wirken.

Abwechslung gehört dazu

Dieser Entwicklung lässt sich entgegenwirken, wenn – wenigstens ab und zu – ein Ausgleich stattfindet. Natürlich haben viele Menschen auch viele Interessen und Vorstellungen, wie sie diesen Ausgleich gerne haben wollen – doch auf einer Universität wie der TU, an der etwa 20.000 Menschen studieren, finden sich für fast jede Idee MitstreiterInnen. Es bleibt also nur noch die Frage offen, wie jemand seine SpaßgenossInnen findet.

Vernetzen und unterstützen!

In diesem Bereich wollen wir als VSStÖ nächsten zwei Jahren einen seiner Schwerpunkte setzen. Bereits jetzt gibt es in der ÖH ein so genanntes Fotoreferat, in dem Foto-Interessierte voll auf ihre Rechnung kommen. Doch uns ist das noch nicht genug! Unser Ziel ist es, Studierende mit ähnlichen Interessen untereinander bekannt zu machen – und so für diverseste Interessensgebiete Plattformen bieten zu können Sei dies nun Fußball, Fernsehen, Parties oder Brettspiele – für fast alles lassen sich auf der TU Interessierte finden – der Aufgabe, sie zusammenzuführen, würden wir uns in der ÖH gerne annehmen.

Der VSStÖ gibt dem studentischen Burn-Out Syndrom keine Chance – und ermöglicht so ganz nebenbei auch eine einfachere Integration von Erstsemestrigen in unsere sozialen Netzwerke auf der TU.

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