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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Ein altes Leiden...eine neue Lösung!
Alle wissen: Das österreichische Studienförderungssystem ist unzureichend und nicht gerecht. Doch wer weiß eine Lösung dafür?
An sich klingt das ganze Studienförderungssystem ja einfach, umverteilend und logisch: Einfach, weil alle Eltern gesetzlich verpflichtet sind, ihren Kindern bis zum Abschluss des Studiums ausreichend Unterhalt zu leisten; dazu kommt noch die Familienbeihilfe, die (nahezu) alle bekommen. Umverteilend, weil jene Studierende, deren Eltern nicht das entsprechende Einkommen haben, um für den Unterhalt ihrer studierenden Kinder zu sorgen, vom Staat Studienbeihilfe erhalten – verkürzt gesagt, die „Reichen“ bekommen nichts vom Staat, die „Schwächeren“ schon. Logisch, weil wenn die eine Situation nicht zutrifft, automatisch die andere zum Tragen kommt.
Wieso ändern?
Aber so einfach ist die Realität nie, auch hier nicht: Die letzte verfügbare „Studierenden-Sozialerhebung“ (IHS) aus dem Jahr 2006 hält einige interessante Daten zur Wirksamkeit des Studienförderungssystems bereit: Lässt man die Familienbeihilfe außer Acht (da sie mit ca. € 180,- nicht existenzsichernd ist), bekommen nur rund 30% der Studierenden Studienbeihilfe (max. € 670,- monatlich), das SelbsterhalterInnenstipendium oder andere staatliche Unterstützungen zugesprochen. Das lässt zwei Schlüsse zu: Entweder kommen rund zwei Drittel der Studierenden aus wohlhabenden Haushalten oder nicht alle, die eine Beihilfe benötigen würden, bekommen sie.
Ersteres stimmt generell – jedoch nicht in diesem Ausmaß, zweiteres ist durch andere Zahlen aus der oben genannten Sozialerhebung belegbar.
Rund zwei Drittel der 25jährigen StudentInnen arbeiten neben ihrem Studium (bei den 19jährigen StudienanfängerInnen ist es ein Drittel), dieser Wert nimmt mit steigendem Alter nur mehr minimal zu. Als Hauptmotiv, arbeiten zu gehen, nennen mehr als 75% der Betroffenen, sich ihr Studium sonst nicht leisten zu können - und das meist bevor die staatlichen Unterstützungen, so sie gewährt wurden, auslaufen.
Die Schlussfolgerung daraus ist einfach: Das Studienförderungssystem funktioniert nicht.
Was ändern?
Bundesminister Dr. Hahn – derzeit damit beschäftigt, alles was ihm in den Weg kommt, zu Ungunsten der Studierenden auszulegen – hatte vor rund zwei Jahren die Problematik erkannt, anscheinend ging sie ihm „auf den Keks“ und er reagierte prompt. Leider auf seine Art. In vielen Inseraten ließ er verkünden, dass durch seine Initiative tausende Studierende zusätzlich Studienbeihilfe erhalten! Die Betroffenen werden jedoch alles andere tun, als in Demut ihr Haupt vor dem spendablen Minister zu beugen, denn durch die Bank erhalten diese „neuen“ BezieherInnen weniger als € 15,-(!) pro Monat.
Alles ändern.
Doch selbst kompetente Personen im Wissenschaftsministerium hatten ihre liebe Not, das bestehende System gerechter zu gestalten. Daher empfiehlt sich ein Blick gen Norden, in die Niederlande, vor allem aber nach Norwegen. Was wir dort erblicken, nennt sich: Grundstipendium!
Ein Stipendium für alle Studierende, unabhängig davon, wie reich die Eltern sind (denn reiche Studierende gibt es kaum), ohne Altersgrenze, dafür mit realistischen Annahmen bezüglich der Studiendauer und des Leistungsnachweises, mit einer maßvollen Zuverdienstgrenze und außerdem existenzsichernd.
Klingt wie eine eierlegende Wollmilchsau, die wohl nie vom Himmel fallen wird? Keineswegs. Schau auf www.grundstipendium.at, wir haben uns Gedanken gemacht und ein gutes Konzept ausgearbeitet.

