Seite drucken
Seite als PDF herunterladen
Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Flaschenpost war gestern...
Botschaften an die Welt schicken, dabei kreativ sein und Spaß haben? Das ist Aktionismus!
Ob spontan oder geplant, alleine oder mit FreundInnen, ob illegal, halblegal oder legal – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und Formen von Aktionismus gibt es so viele wie Gedanken in den Köpfen. Gemeinsam ist alldem, dass meistens gesellschaftskritische Botschaften kreativ an die Öffentlichkeit gebracht werden. Dazu ist oft gar nicht viel Aufwand nötig. So kann eine Spraydose (und vielleicht ein Kapuzenpulli) eine leere Mauer in eine Leinwand verwandeln.
Auf die Strasse, fertig, LOS!
Aktionismus beginnt mit Unzufriedenheit und dem Willen etwas zu verändern. Was dir nicht passt, musst du nicht für dich behalten. Schrei’ es, spuck’ es oder kotz’ es aus dir raus! Aktionen helfen gegen akute Wutanfälle oder chronische Magengeschwüre. Auf den Entschluss etwas zu tun folgt die Suche nach Ideen für die Umsetzung. Spannender wird die Planung, wenn mehrere daran beteiligt sind. Gleiches gilt für die Umsetzung. Die dabei angesprochenen Themen sind genauso vielfältig wie Aktionsformen.
Zum Beispiel Überwachung: Auf einer vollen U-Bahn-Rolltreppe sagt eine trotzig herausgestreckte Zunge mitten in die Linse der Kamera schon eine Menge aus. Wer es lieber aufwendiger hat, kann es den Surveillance Camera Players gleichtun. Die Gruppe aus New York adaptiert literarische Werke, sodass sie vor Überwachungskameras aufgeführt werden können. Was sich wohl die Person dahinter denkt, wenn plötzlich Winston Smith aus dem Roman 1984 auf dem Bildschirm erscheint?
Auch Kaffeetrinken ist politisch und das Kaffeehaus eine Bühne. Ein kurzes improvisiertes Theaterstück in absichtlich übertriebener Lautstärke zwingt die Leute an den Nebentischen zum Zuhören und Nachdenken. Theater funktioniert natürlich auch an anderen Orten wie großen Plätzen oder Straßenbahnen.
Sommer, Sonne, Aktionismus
Das schöne Wetter und der blaue Himmel ziehen eineN förmlich ins Freie und damit in die Öffentlichkeit. Also warum zum nächsten Nachmittag im Park nicht einfach ein bisschen Straßenkreide mitnehmen, um den einen oder anderen Slogan zu hinterlassen? Schritt für Schritt nähert sich das Semesterende und damit wohl auch ein bisschen mehr Freizeit, die genutzt werden kann, um zum Beispiel Sexismus oder Nationalismus als Nebenerscheinungen von einem Monat Fußballwahn zu bekämpfen.
PS: Diese kleinen Österreich-Flaggen an Autos sind ziemlich gut befestigt. Zum Entfernen sollte man/frau schon eine Schere dabei haben...

