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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
ÖH-Wahlen - wie alles begann...
Seit 1946 haben die StudentInnen die Möglichkeit Fraktionen bzw. Menschen zu wählen, deren Aufgabe es ist, ihnen politisch eine Stimme zu geben, sie in Verhandlungen zu repräsentieren, sie bei Protesten zu leiten, sie durch Service zu unterstützen und sich für ihre Rechte einzusetzen. StudentInnen haben durch die Wahl indirekt die Möglichkeit die Gesellschaft, und wenn es nur in kleinem Rahmen ist, mitzugestalten. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) ist ihre gesetzlich bestimmte Interessenvertretung. Die Voraussetzung für das Wählen von Menschen bzw. Fraktionen in die ÖH, ist das Bestehen derselben. Dies geschah schon 1945, im selben Jahr also in dem der zweite Weltkrieg endete. Sie wurde von katholischen, sozialistischen und kommunistischen StudentInnen in Wien gegründet.
1946 - erste ÖH-Wahl
1946, ein Jahr später, fanden dann die ersten ÖH Wahlen statt. Das erste Mal hatten die StudentInnen die Möglichkeit, ihre Interessenvertretung selbst zu bestimmen. Die Freie Österreichische Studentenschaft (FÖST), die heutige AktionsGemeinschaft (AG), erhielt bei dieser ersten Wahl 75 % der Stimmen, drei Mal so viel wie ihre beiden Kontrahentinnen zusammen. Der Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs (VSStÖ) und der Kommunistische StudentInnenverband (KSV) kamen gemeinsam auf 25 %. Wobei 22 % auf den VSStÖ und nur 3 % auf den KSV entfielen. 26.900 Studierende waren wahlberechtigt. Karl Leutgeb wurde nach dieser ersten so bedeutsamen Wahl zum Vorsitzenden der österreichischen HochschülerInnenschaft gewählt. 1953 trat erstmals der Ring freiheitlicher Studenten (RFS) bei Wahlen der ÖH an und schaffte es auf Anhieb auf 32 % der abgegebenen Stimmen. Mit 23 % Verlust im Vergleich zu den Wahlen von 1949 verlor der FÖST am Stärksten durch das Antreten des RFS, der VSStÖ mit 7 und der KSV mit 2 % nur vergleichsweise wenig. 1985 sah das Bild anders aus. Die Grünen, heute Grüne und Alternative StudentInnen (GRAS), die in diesem Jahr das erste Mal kandidierten, erreichten mit 6 % mehr als RFS und KSV zusammen. Im Jahr 2003 erreichten sie fast 30 % der Stimmen. Seit den ersten Wahlen 1946 hat sich die Wahlbeteiligung mehr als halbiert. Sie ist von 77 % im Jahr 1946 auf 30 % 1989 gefallen und hat sich seitdem nicht wesentlich verändert. Die Anzahl der Wahlberechtigten ist von knapp 27.000 1946 bis auf über 200.000 in den Jahren 1989 bis 2001 gestiegen. Hatte die AG bei den ersten Wahlen noch einen Stimmenanteil von fast 80 % hat sich dieser seit 1989 bei ungefähr 30 % stabilisiert. Der VSStÖ bleibt seit 1946 mehr oder weniger konstant bei 20 % der Stimmen. Der KSV hatte seit 1946 noch nie mehr als 5 %. Der RFS ist der große Verlierer von ursprünglich über 30 % bei seinem ersten Antreten 1953 bis 2 % bei den Wahlen 2003. Die ersten 29 Vorsitzenden (nur Männer) der ÖH, inklusive zweier Wechsel an der Spitze innerhalb der Fraktion 1947 und 1974, entsandte die AG, womit sie mit Abstand die meisten Vorsitzenden in der Geschichte der ÖH gestellt hat.
1995- erste Frau an der Spitze der ÖH
1995 passierte etwas, dass schon längst überfällig gewesen ist, die erste Frau schaffte es an die Spitze der ÖH. Agnes Berlakovich vom VSStÖ beendete damit auch eine fast 50- jährige Geschichte konservativer Vor“herr“schaft in den Reihen der ÖH. 2005 fanden die ersten ÖH Wahlen statt, bei denen die Studierenden nicht die Möglichkeit hatten, die Bundesvertretung direkt selbst zu wählen. 2009 soll das erste Mal auch über das Internet gewählt werden können, auch wenn dies Thema heftiger Diskussionen ist.
Quelle: Österreichische HochschülerInnenschaft (Hg.in) 60 Jahre ÖH, Wien, 2006

