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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
"Nie zusehen, wenn Unrecht geschieht!" (Rosa Jochmann)
Sie erhoben ihre Stimme, setzten sich gegen Menschenverachtung und Diktatur zur Wehr – und viele von ihnen wurden wegen ihrer Überzeugungen verfolgt und ermordet: Frauen im Widerstand gegen den Faschismus.
Denkt man an den österreichischen Widerstand gegen den Ständestaat und gegen den Nationalsozialismus, so sind es meist Namen aus dem abgegriffenen Geschichtsbuch aus der Schulzeit, die ins Gedächtnis springen: die Gruppe O5, Koloman Wallisch, Richard Bernaschek und einige andere. Um das Vergessen zu überwinden und die aktive Rolle von Frauen in der aktiven Politik in Erinnerung zu halten, werden hier zwei der wichtigsten Vertreterinnen des österreichischen Widerstandes vorgestellt.
Dr. Käthe Leichter
(1895 bis 1942)
Als Staatswissenschaftlerin, AK-Referentin und sozialdemokratische Frauenfunktionärin begründete sie das Frauenreferat der Arbeiterkammer. Engagiert kämpfte sie sowohl für die wirtschaftliche als auch sozialen Rechte und Interessen der Arbeiterinnen in Österreich und publizierte hierfür sozialwissenschaftliche Studien, deren inhärente Forderungen sich auch in gewerkschaftlichen Maßnahmen niederschlagen konnten.
Schon vor 80 Jahren rückte sie diskriminierende Gesellschaftsstrukturen und sozioökonomische Gegebenheiten in die Öffentlichkeit, wie die Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern, ungleiche Bildungszugangsmöglichkeiten und die Doppelbelastung von Frauen. Bis heute sind diese Problematiken ungelöst geblieben. Unterstützung in ihrer Arbeit fand sie u.a. bei Marie Jahoda und Rosa Jochmann (s.u.)
Leichter betonte durchgehend die Gefahr des keimenden Faschismus und trat für ein vehementeres Auftreten der Sozialdemokratie gegen das Dritte Reiche und den Nationalismus ein. Nach den Februarkämpfen ´34 gehörte sie zu den MitbegründerInnen der „Revolutionären Sozialisten“, für die sie u.a. Flugschriften fertigte. Ihre Überzeugung und ihr Einsatz für Gerechtigkeit und Gleichheit, sowie gegen den Nationalsozialismus/Faschismus bezahlte sie 1942 mit ihrem Leben im Frauen-KZ Ravensbrück.
Rosa Jochmann
(1901 bis 1994)
Neben Käthe Leichter zählt auch sie zu den herausragenden Protagonistinnen der sozialdemokratischen Bewegung gegen den Faschismus. Im Zuge ihrer gewerkschaftlichen Tätigkeit trat sie für die Rechte der Frauen ein und wurde nach der Illegalisierung der Sozialdemokratischen Partei im Austrofaschismus zu einer Mitbegründerin der „Revolutionären Sozialisten“. Auch eine Kerkerhaft konnte sie nicht davon abbringen, ihre Agitation fortzusetzen. 1939 wurde sie von der Gestapo festgenommen und 1940 ebenfalls im Frauen-KZ Ravensbrück inhaftiert, wo sie mit Einzelhaft und Zwangsarbeit gepeinigt wurde. Sie überlebte und trat auch nach dem Krieg für den Antifaschismus ein und wurde auch während ihrer Tätigkeit als Nationalratsabgeordnete (1945-1967) zum mahnenden Gewissen gegen Vergessen und Verharmlosung.
„Alle sind uns willkommen, die mit uns gemeinsam gegen die erstarkenden Kräfte des Faschismus auftreten wollen ... Der Kampf, den wir führen, ist ein Kampf, der nie zu Ende geht!“
Frauen waren und sind nach wie vor Teil der Kultur des aktiven Widerstandes und ihren Arbeiten und ihrem Engagement für eine gerechtere Welt der Gleichbehandlung und des solidarischen Handelns gegen faschistische Bewegungen und gegen patriarchale Herrschaftsverhältnisse gebührt Aufmerksamkeit als auch Wertschätzung.
Quellen
http://www.renner-institut.at/frauenakademie/sozdemokratinnen/leichter.htm
http://www.doew.at/thema/thema_alt/wuv/leichter/leichter.html
http://www.renner-instiut.at/frauenakademie/sozdemokratinnen/jochmann.htm

