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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
8. März - internationaler Frauenkampftag
Wir wollen nicht die Hälfte des Kuchens, wir wollen die Hälfte der Bäckerei
Zum 32. Mal wird höchst offiziell weltweit der „Frauentag“ begangen. Doch seine Wurzeln reichen weit tiefer als in das Jahr 1977, als die UNO diesen Tag per Generalversammlungsbeschluss anerkannte. Die ersten Überlegungen stammen von Clara Zetkin, die auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910 eine Einführung eines Frauentages vorschlug.
Datum
Ein konkretes Datum wurde allerdings nicht festgelegt. Am 19. März des darauf folgenden Jahres wurde zu ersten Mal in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz der Frauentag begangen. Das Datum war keineswegs willkürlich gewählt, sollte es doch den sozialistisch-revolutionären Charakter betonen. (Am 18. März wurde den Toten der Märzrevolution von 1848 gedacht) Am 8. März 1919 streikten in St. Petersburg die Arbeiter- und Soldatenfrauen und initiierten damit die Februarrevolution. Ihnen zu Ehren wurde der 8. März endgültig von der zweiten kommunistischen Frauenkonferenz als Datum des Frauentages festgelegt.
Zwischen und nach den Kriegen hat der Tag durchaus einen Bedeutungswandel durchgemacht. So wurde er seit dem erfolgreichen Kampf um das Frauenwahlrecht (dessen Einführung sich auch heuer zum 90. Mal jährt)auch vermehrt dazu genutzt soziale Probleme aufzuzeigen und anzusprechen.
Frauenkampftag versus Muttertag
In den Ländern der ehemaligen Soviet Union, sowie u.a. auf Kuba, ist der Tag nach wie vor ein Feiertag. Im faschistischen und später nationalsozialistischen Österreich sowie in Italien und Deutschland wurde versucht den Muttertag als Gegenfrauentag zu etablieren. Diese Bemühungen haben Nachwehen bis zum heutigen Tage, wenn mensch sich vor Augen führt wie enthusiastisch letzterer teilweise noch begangen wird. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Frauentag breiter und unpolitischer angelegt. Die sozialistische Bedeutung geriet in Vergessenheit, was sich auch in Alternativherleitungen in der westlichen Welt niederschlug.
So wurde als Ursprung ein spontaner Streik von Textilarbeiterinnen 1857 in New York als Begründungsmythos angegeben.
In den 80ern wurde der Tag repolitisiert und zu einem internationalen Kampftag für Frauenrechte gemacht. Damit ist der Tag seinem ursprünglichen Zweck wieder ein Stück näher gekommen.

