Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Machts was gscheites!

Hungerkatastrophen, vernichtende Erdbeben, vermehrtes Aufkommen von Armut auch in Industrieländern – man/frau muss da ja irgendwie helfen. Angesichts des Rückzugs des Staates, der sich immer mehr vor seinen sozialen und umverteilenden Aufgaben drücken will, ist Privatinitiative angesagt: beispielsweise in Nichtregierungsorganisationen.

Wenn es nicht gerade um Systemkritik geht, sind NGOs durchaus auch im Sinn eines schlanken Staates erwünscht, was sich etwa in Global Governance-Debatten in der Entwicklungspolitik der letzten Jahre zeigt. NGOs werden hier verstärkt als  „Durchführungsorganisationen“ für Entwicklungsprojekte herangezogen, weil diese effizienter und weniger korrupt als Nationalstaaten wären. Sie gelten per se als GarantInnen für Transparenz, Demokratie und Gerechtigkeit - konkrete Erfahrungen mit der NGO-Szene zeigen manchmal anderes. So transparent, hierarchiefrei und partnerInnenschaftlich gehts dann leider oft doch nicht zu.
Außerdem führt die Einbindung von NGOs in internationale Organisationen wie etwa die OECD dazu, dass Alternativen zu einem bloßen „Mitspielen“ in den Institutionen und im System aus dem Blick geraten. Der Verdacht liegt nahe, dass es beim Anbandeln von EU oder Weltbank mit NGOs vor allem um eine Imageverbesserung der neoliberalen Globalisierungsoffensive geht.

Da NGOs zum Glück heterogen wie die Gesellschaft selbst sind, gibt es auch solche, denen eine andere, gerechte Welt am Herzen liegt. Neoliberale Zustände müssen öffentlich stärker angeprangert und infrage gestellt werden, um Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu ermöglichen. Global vernetzte NGOs können hier als Teil der Zivilgesellschaft zum Bau einer Gegen-Hegemonie, die Marktdominanz und soziale Ungerechtigkeit abschafft, beitragen.

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