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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Women fight back!
Warum Feministin-sein notwendig ist, was das überhaupt bedeutet und wo frau sich engagieren kann aus einer ganz persönlichen Sicht.
Was ist Feminismus?
Der Begriff an sich leitet sich von dem lateinischen Wortstamm femina ab, der „Frau“ bedeutet. Es fällt gar nicht so leicht, diesen weitumfassenden und abstrakten Terminus konkret zu definieren. Viele verschiedene Vertreterinnen aber auch KritikerInnen haben das ihre zu dem anhaltenden Diskussionsthema beigetragen.
Dabei ist die Bezeichnung Feminismus für alles, was Gleichstellung der Geschlechter, gezielter Frauenförderung und der Bekämpfung des Patriarchats betrifft, ein ziemlich neuer Begriff, wenn frau/man die lange Geschichte von Frauenbewegungen bedenkt. Die Anfänge dieser werden oft mit Olympe de Gouges und ihrer Déclaration des droits de la Femme et de la Citoyenne (Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin) begründet. Für ihren Mut und ihr Engagement wurde Olympe de Gouges schließlich, nach monatelanger Haft, im November 1793 auf der Guillotine hingerichtet. Mit ihrem Kampf für die Rechte von Frauen gilt sie als Begründerin der ersten Frauenbewegung, auf die in den 1960ern die zweite Welle der Frauenbewegung folgte.
Von Vertreterinnen des Feminismus wird aber erst seit dem 19 Jahrhundert gesprochen. Durch die theoretische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Forderungen der Frauenrechtlerinnen hat sich die Bezeichnung Feminismus immer stärker etabliert und durchgesetzt.
Warum bin ich Feministin?
Lange Zeit habe ich mich kaum direkt mit dem Thema Feminismus auseinandergesetzt. Nicht weil es mich nicht interessiert hätte oder mir nicht wichtig erschienen wäre, sondern weil mir einfach jegliche Berührungspunkte damit fehlten. Irgendwie wächst frau ganz automatisch in einer Art „gesellschaftlichen Blase“ auf, in der jedem/r bewusst ist, dass Frauen und Männern ganz bestimmte und eigene Rollen zu gewiesen werden. Aber nicht nur das, eigenartigerweise werden diese auch immer wieder als „naturgegeben“ akzeptiert oder gleich völlig totgeschwiegen. Das muss aber nicht so sein! Heute ist mir das klar und mir ein persönliches Anliegen, darauf aufmerksam zu machen.
Frauen sind einfach keine geborenen Hausfrauen, deren zentraler Lebensbestandteil das Aufziehen von Kindern und das Pflegen des gemeinsamen Hausstandes ist. Sie sind nicht von Natur aus ruhiger, sinnlicher, sozialer und harmoniebedürftiger als der Rest der Menschheit. Frauen können genauso wie Männer alles sein, was sie wollen. Allerdings werden ihnen dabei immer noch immense Steine in den Weg gelegt. Weder die gläserne Decke, die Frauen am erklimmen der beruflichen Karriereleiter hindern, noch die sich beharrlich haltenden Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau, verringern sich.
Ungerechtigkeiten hören nicht auf
Seit Jahren, nein schon seit Jahrzehnten kämpfen verschiedenste Revolutionärinnen für unsere Rechte und treten für die Gleichstellung der Geschlechter ein. Die Bilanz ist zweigeteilt. Einerseits wird über viele Benachteiligungen im öffentlichen Raum offener gesprochen und es wird zumindest versucht diesen entgegenzuwirken. Andererseits halten sich die oben erwähnten Benachteiligungen zwischen Mann und Frau immer noch berharrlichst. Es macht mich persönlich traurig zu sehen, dass schon so viel passiert ist und immer noch passiert, aber trotzdem kaum Verbesserungen zu sehen sind.
Ganz im Gegenteil, nach neoliberalem Vorbild wird Frauen heutzutage eingeimpft, dass sie selbst schuld seien an ihrem Versagen, schließlich haben wir doch alle die gleichen Chancen und Möglichkeiten. Dass Frauen in vielen Bereichen keine Chancen haben oder nur sehr begrenzten Handlungsspielraum, wird wieder einmal verschwiegen. Dies macht es noch viel schwerer Ungerechtigkeiten und strukturelle Benachteiligungen anzusprechen und sichtbar zu machen. Zu oft wird von biologisch determinierten Verhaltensweisen ausgegangen und die soziale Konstruktion von Männern und Frauen außen vor gelassen.
Corraleras, wer ist das?
Diese bestehenden Missstände aufzuzeigen, öffentlich sichtbar zu machen und zu bekämpfen, haben wir uns im VSStÖ (Verband sozialistischer StudentInnen) zur Aufgabe gemacht. Darum haben wir vor einigen Jahren die Corraleras – Gruppe, das ist die Frauengruppe des VSStÖ Wien, gegründet. Alle zwei Wochen treffen wir uns dort immer Montagabend um verschiedenste Themen gemeinsam zu diskutieren und/oder uns einfach nervige, diskriminierende Erlebnisse und Äußerungen von der Seele zu reden. Egal ob komische Anmache oder sexistische Aussprüche, frau kommt leider kaum umher solche Erfahrungen immer wieder zu machen.
Zudem geben wir einmal im Semester eine eigene Zeitung heraus, das Corraleras-Offensiv, das du gerade in deinen Händen hältst. Daneben werden das ganze Semester über zu verschiedensten Anlässen, wie dem internationalen Frauenkampftag (08.03) und dem Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11), Aktionen und Veranstaltungen geplant. Das alles in einer geschlossenen Frauenrunde. Komm doch einfach mal vorbei!

