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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Vergewaltigungen verkaufen sich halt gut...
Jedes Angebot schafft seine Nachfrage. Oder jede Nachfrage schafft sein Angebot!? Egal. In welche Richtung auch immer gedacht, das Ergebnis des Ping Pong Spiels am Markt ist in diesem Fall schlichtweg krank und kriminell. Die DesignerInnen und die NutzerInnen von RapePlay bekennen sich ungeniert zu einem Sexismus und einer virtuellen Gewalt gegen Mädchen und Frauen, der wohl widerwärtiger kaum sein kann. Denn ungeniert fühlt man(n) sich hinter dem Computer sowieso. Jegliche Hemmschwellen schwinden. Vor gewaltätigen Zugriffen auf Frauen- und Mädchenkörper, für die das Videospiel mittels Cursor und Knopfdruck allerlei Möglichkeit bietet, schreckt man(n) auch nicht zurück. Und argumentieren lässt sich das einfach: „Das passiert doch alles nur virtuell, und hat mit der Realität gar nichts zu tun. Ein Videospiel halt“. Nein. Gewalt an Frauen wird nicht nur obszön und verHERRlichend dargestellt, findet nicht nur in einer harmlosen virtuellen Fantasiewelt statt, sondern passiert so in der Realität. Frauen verachtende Rollenbilder werden in ein Viedeospiel eingebaut und in den Köpfen der SpielerInnen reproduziert. Damit erlangen sexueller Missbrauch, Begrapschen und Ähnliches den Charakter von Normalität und spaßigem Zeitvertreib. Der Protagonist (sic!) wird in der Geschichte des Spiels als Opfer präsentiert- (Einleitungstext:) „die großen weiblichen Brüste fordern Sie quasi dazu auf, sexuell übergriffig zu werden“. Aussagen, die von Tätern genau so als Rechtfertigung im realen Leben vor-geschoben werden.
Doch da hört sich das Spiel auf. Offensichtlich gibt es ein Angebot, das diesen Sexismus und die damit einhergehende Gewalt an Mächen- und Frauenkörpern „kreativ“ verarbeitet und darstellt und offensichtlich gibt es auch NachfragerInnen, die diese Vorstellungen ausleben (ob nun virtuell oder real), und noch offensichtlicher findet sich ein Vertrieb (wie u.a. Amazon!), der das verachtende Frauenbild feilbietet. Das alles kann und darf auf legale Art und Weise passieren. Dass einem solchen „Zustand“ Überlebensraum gegeben wird, ist ein alarmierendes Signal und darf nicht verharmlost werden.

