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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Kommentar
Frauen in Spitzenpositionen sind nicht nur sehr selten, sondern der wunde Punkt in Österreichs Männerwelt: das zeigen die Medien-Debatten um die einzige ehemalige Rektorin Österreichs und der Streit um die grüne EU-Spitze.
Nach dem Abtritt Ingela Bruners, die nach nicht einmal einem Jahr als Rektorin der Universität für Bodenkultur gehen musste, sind Österreichs Männer an den Uni-Spitzen wieder unter sich. Die Entscheidung und der Verlauf sind rechtlich gedeckt, die kolportierten Gründe – Verfehlungen Bruners – liegen auf dem Tisch. Nichtsdestotrotz geht es in der medialen Debatte – manchmal nur ganz unterschwellig spürbar, manchmal laut und deutlich – um die Tatsache, dass Ingela Bruner eine Frau ist. Egal wie man Bruners Performance einschätzt – als Mann wäre sie ihren Rektorenjob sicher nicht ganz so schnell losgeworden.
Der Diskurs um die grüne EU-Spitze wird ganz offen als „Kampf der Geschlechter“ tituliert. Die Beschreibung der Abwahl Voggenhubers mit der Metapher einer „Frauentruppe die den Silberrücken erlegt“ (Standard) zeichnet ein bedrohliches Bild – für Männer. Mandatarinnen, die von Parteichefs kaltgestellt werden? Alltag in Österreich. Im hier umgekehrten Fall triefen die Webforen vor Sexismus, der Mann ist automatisch kompetent, die weibliche Führungsspitze der Grünen wird dann als „hysterisch“ bezeichnet. Die Debatte war von männlichem Wundenlecken gekennzeichnet. Offenbar fällt es manchem Mann schwer, sich daran zu gewöhnen, dass der „Heimvorteil Geschlecht“ langsam – immer noch zu langsam – Bedeutung verliert und verlieren muss!

