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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
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Kommentar der Frauensprecherin: Radikal?
Eine neue Regierung, eine neue Frauenministerin. Gabriele Heinisch-Hosek fällt schon wenige Tage nach Regierungsbildung radikal auf – wenn es nach ÖVP-Idealen geht.
Sie traut sich doch tatsächlich, eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote in den Aufsichtsräten von Betrieben zu fordern: „Im Regierungsprogramm steht, dass es mehr Frauen in Führungspositionen geben soll. Meine Maximalforderung dazu wäre, das auch in einer Quote festzulegen.“ (Kurier, 4.12.08) Es war nicht anders zu erwarten als dass von Seiten der ÖVP, in Persona Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, ein klares Nein kommt. Frauenquoten sind seiner Meinung nach immer willkürlich und letztendlich solle doch Qualität entscheiden. Gut erkannt: Es liegt sicher an der Qualität, dass in Österreich in nur 15 der 200 größten Betriebe zumindestens eine Frau in Geschäftsführung oder Aufsichtsrat ist.
Eigentlich ganz angenehm, dass Konservative immer das machen, was wir von ihnen erwarten. Dachte ich mir zumindestens, bis Elisabeth Gehrer am 16.12.2008 in einem Standard-Interview sagt: „Ich war immer eine Befürworterin der Quotenregelung. (...) Wenn es immer Männer gibt, die die Quotenfrauen ins Lächerliche ziehen, frage ich mich: Wieso redet niemand über die ganzen Quotenmänner, die in irgendwelchen Gremien drinnen sitzen?“
Plötzlich stand mein Bild von der Frau, die Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen frisch-fröhlich eingeführt hat, Kopf. Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, auch nur eine unterstützenswerte politische Forderung von ihr zu hören. Aber scheinbar dürften selbst in der konservativen ÖVP Frauen gegen Ungerechtigkeiten und die eigenen patriarchalen Männer ankämpfen. Wenigstens ein wenig.
Das alles erinnert mich an einen ganz netten Spruch aus den USA: Feminism is the radical notion that women are equal to men. In dem Sinn scheinen auch einige ÖVP-Frauen radikale Feministinnen zu werden ...

