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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Integration in der Praxis
Migrantinnen in Österreich erfahren oft eine doppelte Diskriminierung – als Frau und als „Ausländerin“. Frauennetzwerke für Migrantinnen versuchen, Maßnahmen zu setzen und Bewusstsein zu schaffen.
Der Verein LEFÖ wurde als Kommunikations- und Selbsthilfeprojekt von lateinamerikanischen Frauen gegründet und macht heute Beratungs-, Betreuungs- und Bildungsarbeit. Jährlich findet ein Bildungsseminar statt, das aktuelle Themen im Kontext von Frauenmigration fokussiert. Für Migrantinnen in der Sexarbeit bietet LEFÖ Gesundheits- und AIDSprävention im Rahmen des europäischen TAMPEP-Netzwerkes.
Marginalisiert – stigmatisiert – illegalisiert
80-90% der Sexarbeiterinnen in Österreich sind Migrantinnen. Sexarbeit ist in Österreich „geduldet“, aber sittenwidrig. Sexarbeiterinnen haben kaum (Arbeits-) Rechte. LEFÖ/TAMPEP fordert, dass alle Sexarbeiterinnen hier arbeiten und leben können. Als bisher einzige Opferschutzeinrichtung für Betroffene von Frauenhandel in Österreich stellt der Verein betreute Wohnungen bereit, unterstützt Frauen in Schubhaft, berät in rechtlichen und gesundheitlichen Fragen und bietet Weiterbildungen an. Laut Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz mit §72 Abs. 2 kann Zeuginnen und Opfern von Menschenhandel eine humanitäre Aufenthaltserlaubnis für mindestens 6 Monate gewährt werden. Es bleibt jedoch den Behörden überlassen, diese zu erteilen. Betroffene Frauen werden oft kriminalisiert und abgeschoben. In Österreich kam es von ungefähr 600 Verfahren im Jahr 2006 nur in einem Achtel der Fälle zu Verurteilungen. LEFÖ möchte Bewusstsein für die Ausbeutungsmechanismen in der weiblichen Migration schaffen.
„Ich will erzählen…“
Bewusstsein schaffen – das will auch der Verein Peregrina. Der Verein hat sich zu einem feministisch-antirassistischen Zentrum mit vielen Angeboten für Migrantinnen jeglicher Herkunft entwickelt. Das Besondere an dem Verein ist die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu den Themen Migration, Fremdenfeindlichkeit und die Durchführung von Antirassismus-Workshops. Peregrina will die Mitglieder der Aufnahmegesellschaft sensibilisieren und Forderungen an politische EntscheidungsträgerInnen stellen. Außerdem findet zum zweiten Mal das Projekt „Ich will erzählen…“ statt. Dieses soll Flüchtlingsfrauen helfen, sich der neuen Sprache über eigene Geschichten und Erfahrungen anzunähern. So wird Erlebtes nicht verschwiegen und Deutschlernen einfacher gemacht.
Beide Vereine sind Mitglieder des Netzwerks österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen. Erkenntnisse und Erfahrungen über Frauenthemen werden dokumentiert und verbreitet, damit tabuisierte und ignorierte Frauenanliegen Öffentlichkeit finden und politisch durchgesetzt werden.

