Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

"Frauen studieren nicht, Frauen malen aus und unterstreichen bunt."

Ebenso bezeichnende Nomenklaturen von „Chat-Gruppen“ eines bekannten Forums: „Frauen an die Macht! MACHT Essen, MACHT Kaffee, MACHT sauber!“ oder auch nett zu lesen: „Frauen sind der Untergang – aber vorher wird nochmal gevögelt.“

Was auf den ersten Blick als harmloser Ausdruck pikanten Humors zu sein scheint, verbirgt bei näherer Betrachtung eine bittere Realität: auch heute ist der Glaube an eine existente Gesellschaft frei von Sexismus bloße Wunschvorstellung.

Allen voran ist hier natürlich die Frage zu klären, was unter dem Begriff Sexismus überhaupt zu verstehen ist. Im Grunde bezeichnet Sexismus die Tendenz, Frauen und Männer aufgrund ihres biologischen Geschlechts mit Vorurteilen zu behaften und ihnen bestimmte Rollen zuzuweisen. Vor allem in Werbungen, Spielfilmen, aber auch in Kinderbüchern wirken diverseste Klischees auf uns ein und sollen uns wohl für eine Struktur sozialisieren, die eine klare Platzierung vorsieht: Mann erklimmt Karriereleiter – Frau bleibt zu Hause (oder geht im besten Fall einer Erwerbstätigkeit nach, die jedoch oft mehr schlecht als recht entlohnt wird).

Zweifelsohne sind auch Männer von Vorurteilen  betroffen: Doch  wohingegen positive Attribute wie Stärke, Durchsetzungskraft und Führungsqualität v.a. männlich konnotiert sind, werden Frauen Eigenschaften zugeschrieben, die für einen Karriereweg irrelevanter sind. Einige LeserInnen mögen diese Behauptungen für zu vorschnell halten, doch Statistiken untermauern sie:

•    Mehr als die Hälfte der österreichischen Studierenden sind Frauen. Der Anteil an Akademikerinnen beläuft sich allerdings auf bloße 19,6% , der Anteil an Lehrenden an Unis, FHs und Akadamien und nur 14,2%
•    Bei Praktika vor oder auch nach dem Studium verdienen Studentinnen um bis zu 37% weniger als männliche Kollegen
•    In Bezug auf Einkommensgleichheit reihte das WEF (Weltwirtschaftsforum) Österreich ans Schlusslicht unter 102 Ländern, denn im Schnitt werden Frauen hierzulande mit bis zu 40% weniger Gehalt entlohnt als Männer – für die gleiche Arbeit!

Es wird ersichtlich: Frauen stoßen seit Jahrzehnten trotz Kompetenz und Ehrgeiz meist an die sogenannte „gläserne Decke“ – und dieses Phänomen macht auch vor den österreichischen Hochschulen nicht Halt.

Der VSStÖ als feministische Organisation sieht es als seine Pflicht, diesen Missstand aufzuzeigen und zu bekämpfen. Sexismus hat keine Grenzen und mit Ignoranz oder Verharmlosung wird sein Fortbestand gesichert. Deshalb setzen wir, der VSStÖ und unsere Frauengruppe Corraleras (span.: „Wilde Weiber“) uns für Frauenquoten in Personalbesetzungen aller Art, vor allem in der Hochschulpolitik, ein, ebenso für eine staatliche Förderung von Fakultäten, die (nicht) eingehaltene Quoten berücksichtigt. Außerdem fordern wir konsequente geschlechtergerechte Formulierungen in sämtlichen Lehrtexten und bei Vorträgen aller Art. Und wir wollen, dass im öffentlichen Bereich auch vermehrt Expertinnen zu Wort kommen, nicht aus Gefälligkeit oder gar Mitleid, sondern weil sie verdienterweise aufgrund ihres Wissens und ihrer Kompetenz das Recht haben, gehört und gewürdigt zu werden. Die Sowi-Gruppe des VSStÖ hat hier bereits Worten Taten folgen lassen: in unserer Veranstaltungsreihe „Forum SoWi“, die jedes Semester mit neuen Themen abgehalten wird, ist stets auch ein Gender-Schwerpunkt gesetzt. (Ein Besuch lohnt sich immer!)

Wenn du neugierig geworden bist, Fragen hast oder selbst aktiv gegen Sexismus ankämpfen möchtest, schau einfach bei uns vorbei! Wir schicken dir auch gerne kostenlos Informationen zu!

Homepage/Kontakt

http://www.vsstoe-wien.at/corraleras/

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