Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
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Ein neuer Tiefpunkt der Videospielkultur

Wie schon aus dem Namen ersichtlich, ist RapeLay ein Spiel, in dem es darum geht, Mädchen und Frauen zu stalken, zu begrapschen und schließlich zu vergewaltigen...

Der Protagonist (sic!) verfolgt  dreidimensionale Anime-Frauen und -Mädchen mit zumeist überproportionalen Brüsten, die  süß, schüchtenr und hilflos dargestellt werden und damit den Protagonisten, einen jungen Mann, dazu anregen sollen, sich an ihnen zu vergehen. Die „Geschichte“ des Spiels ist äußerst kritisch: die SpielerInnen finden sich in der Rolle des jungen Japaners wieder, der aufgrund einer Vergewaltigung im Gefängnis sitzt. Als er dieses verlässt, hat er nur einen Gedanken: Rache an dem Mädchen, das ihn ins besagte Gefängnis „gebracht hat“ und an den weiblichen Verwandten und Freundinnen. Es erfolgt also eine klare Schuldzuweisung zu Beginn: es sind die Mädchen und Frauen, die die Schuld tragen - und so bekommt mensch als Spieler-In Punkte dafür, wenn eben jene betatscht und/oder missbraucht werden.  Manche der Opfer werden als  noch sehr jung dargestellt. Ideale Opfer.  Anfangs versuchen sie, sich zu wehren oder schreien um Hilfe, doch - so die Darstellung -  haben auch sie bald Spaß an der Vergewaltigung. Dass dies auch oft die Verteidigung von realen Tätern (sic!) ist („Die haben das doch selber gewollt“), scheint kaum jemanden zu stören.

Eine Zeit lang war das in Japan entwickelte und dort angeblich recht beliebte Spiel bei Amazon erhältlich. Nachdem es Beschwerden gab, wurde es aus dem Sortiment genommen, obwohl sich Amazon lange weigerte,  weil es sich gut verkauft hatte. Es gibt also genügend interessierte KundInnenschaft und einige ähnliche Spiele, die nach wie vor auf Amazon erhältlich sind. Trotzdem wird sich kaum jemand öffentlich dazu bekennen, ein Fan von RapeLay zu sein.
In vielen Computerspielen, in denen Gewalt eine große Rolle spielt, gibt es einen mehr oder weniger fairen Kampf zwischen zwei Gruppen oder  gegen einen „bösen Gegenpart“, der/die mit drastischen Mitteln zur Strecke gebracht werden muss. Der/die Spielende ist RächerIn, GeiselbefreierIn oder heroischeR KämpferIn.

Der Protagonist in Rapeplay hingegen ist ein entlassener Häftling und ein Aggressor ganz ohne heldenhafte Ansprüche.  Er führt vor Augen,  worum es bei einer Vergewaltigung eigentlich geht: um die totale Unterwerfung des Opfers unter einen fremden Willen und die Verweigerung des Selbstbestimmungsrechts einer Frau oder eines Kindes.  Das ist einfach untragbar, um noch salonfähig zu sein! Dass das sich Berauschen an der eigenen (in diesem Fall virtuellen) Macht  manchen Menschen Spaß macht, ist ein trauriges Faktum.  Wenn dann noch eine sexuelle Komponente dazukommt, wird es umso kritischer. 

Dass sich das Ganze aber, das in unserer realen Gesellschaft eine Straftat darstellt und das - öffentlich - niemand befürwortet, auch noch gut verkauft und damit die Grausamkeit verharmlost, ist der Gipfel des Unerhörten!

Wie so oft wird auch in diesem Spiel das Klischee auf den Plan gerufen, Frauen würden im Grund vergewaltigt und unterworfen werden wollen und würden es außerdem durch ihr aufreizendes Äußeres absichtlich herausfordern. Also sind die Fragen nach Recht und Unrecht schnell geklärt. Natürlich sind nicht alle, die solche Spiele konsumieren Vergewaltiger oder Stalker - doch bedenklich ist und bleibt es trotzdem.

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