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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Alle sieben Minuten
Die österreichische Fristenlösung,Leben gegen das Recht, Human Life International, Jugend für das Leben, Aktion Leben
Weltweit stirbt alle 7 Minuten eine Frau an den Folgen einer illegalen Abtreibung. Ein Eingriff, der sicher und schnell vorgenommen werden kann, wird infolge von Verboten durch unqualifiziertes Personal unter katastrophalen Bedingungen durchgeführt und wird damit zur tödlichen Falle. In diese getrieben werden Frauen durch die radikalen AbtreibungsgegnerInnen, die international für ein Abtreibungsverbot eintreten- mit fragwürdigen Erfolgen.
Leben gegen das Recht
Die Methoden der radikalen AbtreibungsgegnerInnen beginnen mit Belästigungen und Beschimpfungen von Frauen vor Abtreibungskliniken oder dem Bewerfen mit Embryonenpuppen. Daraus werden Bedrohungen und sogar Psychoterror gegen Frauen und das medizinische Personal, was sich in den USA bis hin zu Bombenanschlägen auf Abtreibungskliniken und der Ermordung von ÄrztInnen gesteigert hat. Dies führt dazu, dass die betroffenen Ambulatorien eigenes Security Personal benötigen, wodurch die Preise für einen Abbruch steigen und dieser schlechter zugänglich wird. Die Gegner haben also auch schon bei uns „Erfolge“ erzielt.
Human Life International
Die Organisation Human Life International ist für viele dieser Aktivitäten verantwortlich und zeichnet sich nicht nur durch ihre radikalen Ansichten, sondern vor allem auch durch extreme Pietätlosigkeit aus. Immer wieder vergleichen sie das Recht auf Abtreibung mit dem Holocaust wie etwa in der „Baby-Holocaust-Gedenkstätte“, die in einer ehemaligen Abtreibungsklinik eingerichtet wurde. Ihre Verharmlosung des Holocaust reicht so weit, dass sie ihn als weniger grausam einstufen als die Praxis der Abtreibung, da diese angeblich mehr Opfer fordere. Laut dem österreichischen Verbotsgesetz stellt eine „gröbliche Verharmlosung“ des Holocaust eine Rechtsverletzung dar (BVG Art. 1 § 3h).
Aktion Leben
Diese Organisation bezeichnet sich als „Größte Lebensschutzbewegung Österreichs“, bewirbt sich aber als neutrale Beratungsstelle und behauptet „sachliche“ Informationen anzugeben. Dass die von ihnen initiierte Bürgerinitiative von ÖVP-PolitikerInnen und Vertretern der katholischen Kirche unterstützt wurde, gibt Aufschluss über den Hintergrund dieses „privaten, unkonfessionellen Vereins“. Doch es handelt sich um strikte AbtreibungsgegnerInnen, die Genanalyse und Euthanasie in einem Atemzug aufzählen. Unter dem Vorwand des „Unterstützens werdender Mütter“, erklären sie diesen, dass allein durch die Befruchtung einer Eizelle „ein neuer Mensch entsteht“. So offensiv wie sie Ideologien verbreiten, so vorsichtig sind sie dabei das Wort Abtreibung zu verwenden und schaffen es dennoch diese als unethisch darzustellen.
Jugend für das Leben
Steht Pro Life nahe und bezeichnet sich als katholischer und staatlicher Verein zum „Schutz ungeborenen Lebens“, oder als „Kämpfer für das Menschenrecht auf Leben“, wobei damit ausschließlich das „ungeborene Leben“ gemeint ist. Den Frauen, die sie zum illegalen Abbruch zwingen, verweigern sie dieses Menschenrecht. Für sie entsteht ein „neuer lebender Mensch“ mit der Befruchtung der Eizelle, während ÄrztInnen erst von einer Schwangerschaft sprechen, sobald sich die befruchtete Eizelle eingenistet hat. Ihr Respekt gegenüber Frauen erklärt sich mit ihrer Beschreibung der Gebärmutter als dem „gefährlichsten Ort der Welt“, auch Holocaust Verharmlosungen gehören zu ihrer Ideologie. Die von ihnen verbreiteten Informationen zur Gesetzeslage, dem Ablauf eines Abbruches und dessen angebliche körperliche und seelische Folgen, sind gelinde gesagt propagandistisch. Besonders beim so genannten „Post-Abortion-Syndrom“, das wissenschaftlich nicht bewiesen ist, wird an falschen Daten und Fakten nicht gespart- wie der angeblichen „Traumatisierung“ der Zeugungspartner und anderen höchst bedenklichen Angaben. Sie sprechen der Frau das Recht auf einen Abbruch ab und akzeptieren diesen nicht als private Angelegenheit. Auch vergewaltigten Frauen wollen sie keinen Abbruch zugestehen, stattdessen beschreiben sie lieber die automatische Exkommunizierung von Frauen nach einer Abtreibung.
Pro life
Pro Life versteckt sich hinter dem Deckmantel der Aufklärung. Allerdings klären sie nicht über Sex und Verhütungsmittel auf , sondern ziehen in ihren Materialien Bilder zerstückelter Embryos vor, mit denen vorzugsweise Schwangere bedrängt werden. Dazu kommen folgende Links auf ihrer Website: "Safe Sex" Warning — 10 Dangers!, The "Pill" Causes Secret Abortions!, Condoms — High Failure Rates!, sowie Behauptungen über angeblicher Zusammenhänge zwischen Schwangerschaftsabbrüchen und Brustkrebs. Ihr Moto „Helping moms, saving babies, ending abortion!“ beschreibt die Widersprüche die sich AbtreibungsgegnerInnen auf die Fahne schreiben.
Frauen wird durch einen Abbruch geholfen, was dessen Verbot und die Hilfe für Frauen unvereinbar macht.
Liste der Ambulatorien, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen:
Sanatorium Hera
Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien
Löblichgasse 14
1090 Wien
Tel: 01 / 31350 0
Fax: 01 / 31350 - 45 712
Sozialmedizinisches Zentrum Süd - Kaiser-Franz-Josef-Spital mit Gottfried von Preyer'schem Kinderspital
Telefon: (+43 1) 601 91 - 0
Telefax: (+43 1) 601 91 - 1929
kfj.post@wienkav.at
http://www.wienkav.at/kav/kfj/
Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel
1130 Wien,
Wolkersbergenstraße 1
Telefon:(+43 1) 801 10 - 0
Telefax:(+43 1) 801 10 – 2109
khr@wienkav.at
http://www.wienkav.at/kav/khl/
Hanusch-Krankenhaus
Heinrich-Collin-Straße 30
1140 Wien
Telefon: (+43 1) 910 21
Ambulatorium Gynmed
Mariahilfergürtel 37
1150 Wien
e-mail:info@gynmed.at
Tel. 0699 178 178 00
Wilhelminenspital
1160 Wien,
Montleartstraße 37
Telefon:(+43 1) 491 50 – 0
Telefax:(+43 1) 491 50 – 1009
wil@wienkav.at
http://www.wienkav.at/kav/wil/
Standort Semmelweis Frauenklinik der Krankenanstalt Rudolfstiftung
1180 Wien, Bastiengasse 36-38
Telefon:(+43 1) 476 15 – 300
Telefax:(+43 1) 476 15 – 1009
wil@wienkav.at
http://www.wienkav.at/kav/sem/
Die österreichische Fristenlösung
Die österreichische Fristenlösung wurde vor über 30 Jahren von Feministinnen erkämpft, seit dem ist eine Abtreibung bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche „straffrei“. Praktisch wird erst ab ca. dem Ende der 6. Schwangerschaftswoche abgetrieben, da die Schwangerschaft im Ultraschall sichtbar sein muss. Berechnet werden diese Zeiträume ab ersten Tag der letzten Monatsblutung. Der medikamentöse Abbruch dauert ca. 2-3 Tage, der ambulante Eingriff nur etwa 5 Minuten und kann in den österreichischen Kliniken als sicher eingestuft werden. Die Kosten zwischen ca. 250 und 500 Euro. Sozial bedürftige Frauen können aber beim Magistrat 15 der Stadt Wien einen Antrag auf Kostenersatz stellen. Oft wird von AbtreibungsgegnerInnen die psychische Belastung des Eingriffes propagiert, allerdings haben nur wenige Frauen nach einem Abbruch seelische Beschwerden und diese wenn auch nur vorübergehend. Als belastend wird allerdings die Zeit davor beschrieben, besonders der gesellschaftliche Druck, der mit dieser Entscheidung verbunden ist.

