Seite drucken
Seite als PDF herunterladen
Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Wie funktioniert das mit der Unifinanzierung?
Mit der Neuorganisation durch das Universitätsgesetz 2002 wurden die Universitäten vom Bundesministerium in die formale Autonomie entlassen und die Struktur der Universitätsorganisation entsprechend angepasst.
So hat der Rektor (es gibt keine Rektorin mehr in Österreich, siehe "verwandte Artikel") die Verantwortung und Macht über das Budget und wird lediglich vom Unirat (ein Gremium mit universitätsfremden Personen aus Politik, Kultur und Wirtschaft) kontrolliert.
Die Universität bekommt ein „Globalbudget“, das alle drei Jahre neu verhandelt wird. 20 Prozent des bundesweit zur Verfügung stehenden Budgets sind formelgebunden, das heißt, dass es an gewissen Faktoren wie der Zahl der AbsolventInnen oder der Drop-Out-Quote gemessen und dementsprechend zwischen den Unis verteilt wird. Für die restlichen 80 Prozent verhandelt der Rektor mit dem Ministerium Leistungsvereinbarungen, die die Uni zu erfüllen hat. Solange diese Vereinbarungen eingehalten werden, kann der Rektor das Geld des Ministeriums allerdings verwenden, für was er möchte, sei es die Renovierung des Rektorbüros oder eine neue Professur.
Unis können als Körperschaften auch Verträge mit diversen Firmen schließen. Dies nennt sich Drittmittelfinanzierung – die Lukrierung dieser Drittmittel wird im Formelbudget auch vom Ministerium belohnt. Das führt dazu, dass Firmen zum Beispiel eineN ProfessorIn bezahlen, die/der zwar die Infrastruktur der Uni und somit des Staates für ihre/seine Forschung benützt – das Ergebnis, wie zum Beispiel ein Patent, gehört dann aber der Firma.
Die OECD-Studie 2008 hat wieder einmal verdeutlicht, dass Österreich mit ca. einem Prozent des Bruttoinlandprodukts für das Unibudget deutlich unter dem internationalen Schnitt liegt. Auch wenn sich das Parlament schon längst für eine Erhöhung auf zwei Prozent bis 2020 ausgesprochen hat, warten wir immer noch gespannt auf mehr Geld für die Universitäten.
- In Verbindung stehende Nachrichten:
Bruchsicher? - 27.04.2009 10:55

