Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
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Kommentar Medizinuniversität: Nicht für alle scheint die Sonne

Das neue Studienjahr auf der Medizin hat begonnen, und die meisten freuen sich. Neue Herausforderungen, für manche das 1. Semester, bald auch ohne Studiengebühren. Sonnenschein sollte mensch meinen, zumindest für das Oktoberfest der ÖMU (Österreichische Mediziner Union), die den Semesterbeginn schon mal kräftig begossen hat.

Wenn mensch nur nicht auf einen gewissen Angehörigen des Rektorats treffen würde, der einer dann schön lächelnd zur bestandenen SIP 1 gratuliert und meint,  wie toll es nicht sei, dass es praktisch keine Wartenden mehr gäbe. Wären bloß im Hörsaal nicht die Studierenden, die gerade zum Teil bis zu 4 Semester Wartezeit hinter sich gebracht haben. Zwei Jahre erzwungener Stillstand. Natürlich sind trotzdem Studiengebühren zu bezahlen, natürlich verliert mensch ohne Prüfungen auch die Beihilfen. Im selben Atemzug lässt er sich dann darüber aus, dass die Medizinische Universität von der Politik vor unlösbare Aufgaben gestellt wird, weil sie Wahlzuckerl verteilt haben und doch tatsächlich die Plätze für StudienbeginnerInnen langsam aufstocken wollen. Er nennt dann das Beispiel, dass es eine katastrophale Situation wäre, in einer Kleingruppe plötzlich 11 statt 10 Personen unterbringen zu müssen. Mensch wartet also zwei Jahre um endlich weiterzu studieren und erfährt dann, dass das einzige Problem, wodurch das Studium verzögert wird, ist, eine Person mehr oder weniger in einer Kleingruppe sitzen zu haben? Ist das denn wirklich sein Ernst?

Rektorat hin oder her, was macht unsere StudentInnenvertretung? Gibt es denn nichts mehr zu erkämpfen, nichts mehr, was mensch für Studierende auf der Meduni erreichen kann, abgesehen von billigem Bier im Hof der Anatomie? Aber wo sind sie, wenn viele aufgrund von Wartejahren persönliche Katastrophen erleben? Wo sind sie, wenn bei der Zugangsprüfung, dem EMS-Test markant mehr Männer durchkommen als Frauen? Und zwar weil der Test bewiesenermaßen (von einer Kommission der Meduni!) Männer bevorzugt. Wo sind sie wenn ab 2010 jedes Jahr 1500 ÄrztInnen in Pension gehen werden und wir kaum halb so viele AnfängerInnen aufnehmen? Feiern ist ja schön und gut, aber sollte mensch das nicht nach getaner Arbeit tun? Auf alle Fälle war am Ende dieses ersten Tages wenig vom Sonnenschein des beginnenden Studienjahres übrig.

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