Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Kommentar der VSStÖ-Spitzenkandidatin

Laut Studierendensozialerhebung aus dem Jahr 2006 arbeiten 80 Prozent aller StudentInnen neben dem Studium.

Doch in der Hoffnung, Berufserfahrung sammeln zu können und möglicherweise nach Ablauf des Praktikums und zum Ende des Studiums eine Fixanstellung zu bekommen, landen immer mehr StudentInnen in niedrig oder gar nicht entlohnten und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen. Für die Unternehmen sind PraktikantInnen häufig billige Arbeitskräfte, und so dehnen sie die Praktika oft auf über drei Monate aus. Bezahlt wird – wenn überhaupt – stark unter dem üblichen kollektivvertraglich geregelten Gehalt. Weiters zeichnet sich dieser Übergangsarbeitsmarkt durch niedrige Sozialstandards, unbezahlte Überstunden und Unsicherheit zwischen Hoffnung auf Anstellung und Enttäuschung aus.

Die meisten von ihnen arbeiten in so genannten „atypischen“ Beschäftigungsverhältnissen, also als Teilzeitangestellte, mit Werkverträgen, in befristeten Dienstverhältnissen, als LeiharbeiterIn (Stichwort: „Manpower“) oder als unbezahlte PraktikantInnen, mit freien Dienstverträgen und Leiharbeit. Gekennzeichnet sind diese Arbeitsverhältnisse durch geringe Stabilität, niedrige Einkommen sowie fehlende arbeitsrechtliche und soziale Schutzbestimmungen. Das gesamte Arbeitsrecht, das die ArbeitnehmerInnen vor Ausbeutung schützen und Mindeststandards garantieren soll, wird außer Kraft gesetzt.

Die Österreichische HochschülerInnenschaft, soll – mit VSStÖ-Beteiligung – genau da ansetzen: Denn Studierende haben auch als PraktikantInnen Rechte, die gewahrt bleiben müssen.

Nach einer Bedarfserhebung unter Studierenden wollen wir gemeinsam mit ExpertInnen der ArbeitnehmerInnenvertretung und bestehenden Initiativen einen „Code of Conduct“ ausarbeiten. Mindeststandards in den Bereichen  Entlohnung, angemessenes Jobprofil, Arbeitszeiten und Einbindung in den Unternehmensalltag sollen garantieren, dass Unternehmen ihre PraktikantInnen nicht ausnutzen.

Unternehmen, die Richtlinien einhalten, werden als UnterzeichnerInnen des „Code of Conduct“ auf der ÖH-Homepage genannt. StudentInnen wissen dann also, welche Unternehmen die Mindeststandards für Praktika erfüllen.

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