Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
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Bruchsicher?

Die Gläserne Decke ist weiterhin eine unsichtbare Barriere auf dem Weg zur echten Chancengleichheit – die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts leider nach wie vor Realität.

In den 1980er-Jahren wurde in den USA ein Begriff für das Phänomen geprägt, dass die meisten hochqualifizierten Frauen beim Aufstieg innerhalb von Unternehmen oder Organisationen nicht bis in die Führungsetage vordringen konnten - obwohl sie die gleichen Leistungen wie bevorzugte männliche Kollegen erbrachten. Da diese Barriere unsichtbar ist, entstand der Ausdruck glass ceiling, eingedeutscht gläserne Decke.

Frauen an der Uni

Aber auch an den Universitäten ist das Prinzip der gläsernen Decke deutlich sichtbar. Frauen  dürfen seit 1897 studieren, gleich viele Frauen wie Männer an den Unis gibt es seit den 1980ern. Heute sind zwar mehr als die Hälfte (53,5%) der Studierenden weiblich, jedoch besteht der Lehrkörper nur zu 15,3% aus Professorinnen. Schafft es eine Frau dann in eine höhere Position wie etwa Ingela Bruner, die bis vor kurzem Österreichs erste und einzige Rektorin einer staatlichen Uni (Boku Wien) war, so ist sie weiterhin nicht vor männerbündlerischen Intrigen gefeit – ihren Angaben zufolge wurde sie gemobbt. Als Grund gaben der Senat sowie der Universitätsrat der Boku so schwere Mängel in der Amtsausführung an, dass sie ihr das Vertrauen entziehen mussten und Ingela Bruner ihrer Meinung nach gut tat, vor der Amtsenthebung zurückzutreten. Dass der Rücktritt in einem Zusammenhang mit Mobbing aufgrund ihrer Krebserkrankung steht, bestreiten beide.

Diskriminierung mit System

Ingela Bruner ist in Österreich jedoch kein Einzelfall. In der Gesellschaft halten sich noch immer Vorurteile gegen Frauen. Zum Beispiel, dass diese für eine Führungsposition nicht genug Durchsetzungsvermögen, Handlungsfähigkeit und Zielstrebigkeit hätten. Zudem leidet die wissenschaftliche Karriere von Frauen unter einer Babypause (Kinderbetreuung ist nach wie vor großteils Frauensache) sehr, weil auf eine unterbrechungsfreie Publikationstätigkeit großer Wert gelegt wird.
Unsere Unis sind nach wie vor von Männerbünden geprägt, welche die einflussreichen Positionen besetzen. Von selbst werden sie diese nicht hergeben - deshalb ist es für Frauen wesentlich, Gegennetzwerke zu bilden, zu stärken und selbst zu nutzen. Es braucht weibliche Führungskräfte, um dieses System zu unterwandern und auszuhebeln. Gleichzeitig erfüllen diese Frauen eine Vorbildrolle und verringern die Hemmschwelle für andere angehende Wissenschaftlerinnen.

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