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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Aktuelles aus Studienrichtungen
Wie ist gerade die Situation auf der Geschichte, Kunstgeschichte, TheWi und Germanistik?
Wir brauchen Platz auf der Geschichte!
Die Situation für GeschichtestudentInnen gehört zwar nicht zu den Negativbeispielen für die miserable Finanzierung der Universitäten, trotzdem ist eine gewisse Verschlechterung der Studienbedingungen bemerkbar. Mit dem Bachelor-Studienplan wurden Kurse durch Vorlesungen mit Übungen ersetzt.
Plakativ gesagt führen doppelt so viele TeilnehmerInnen zu einer halb so guten Betreuung. Mensch hat den Eindruck, dass im Wintersemester in vielen Fällen noch Unklarheit herrschte, wie mit der neuen Situation und dem neuen Anmeldesystem umgegangen werden soll. Im Sommersemester hingegen ist das LV-Angebot eindeutig zu schmal. Volle Kurse mit vollen Wartelisten stellen eher die Regel als die Ausnahme dar. Eine Situation, die auch Lehrende in eine unangenehme Lage bringt, wenn sie sich beim ersten Termin rechtfertigen müssen, warum nicht alle Anwesenden teilnehmen können. Es gibt keine Alternative: Wir brauchen mehr Platz und das Bildungssystem mehr Geld!
Kunstgeschichte: alles anders - alles neu ?
Vor 4 Semestern habe ich angefangen an einem herzlichen, familiären Institut zu studieren, das in vieler Hinsicht mein zu Hause geworden ist. Heute finde ich mich in einem Kampf wieder, in dem alle nur auf ihr eigenes Wohl sehen (können) und widere mich selber an wenn ich sehe mit welchen Mitteln ich um meine Plätze kämpfen und meine Kolleginnen ausstechen (muss).
Es ist schade, dass die netten ProfessorInnen, die früher gerne ein paar Studis mehr in ihre Übung oder ihr Seminar aufgenommen haben, nun der Anweisung folgen müssen die vorgegebene Teilnehmendenzahl nicht zu überschreiten. Statt netten Gesprächen bei mündlichen Prüfungen, die immer dann angesetzt werden, wenn Studis vollkommen selbstverständlich ihre ProfessorInnen anschreiben und um einen Termin bitten und bei denen ein persönliches Verhältnis zu den Lehrenden entsteht, gibt es nun multiple-choice knock-out Prüfungen mit beschränkter TeilnehmerInnenzahl, beschränkten Terminen und nur einem Ziel- möglichst viele Studierende los zu werden.
TheWi ?! TheWi !
Nachdem die stressige Anmeldephase für die Lehrveranstaltungen vorüber war, startete wie jedes Semester die Uni auf der Theater-, Film- und Medienwissenschaft ruhig und gemächlich. Doch auch wie jedes Semester ergattert man/frau höchst schwierig in den ersten Vorlesungen einen gescheiten Sitzplatz. Auch die Bodenplätze sind (seit neuestem) heiß begehrt und es kommt manchmal zum Kampf. Wie Studierende artgerecht gehalten werden sollten, hat die Uni also noch nicht erfahren.
Während ich einer Vorlesung mit noch nicht ganz so starkem Interesse lausche (die Ferien hab ich scheinbar noch nicht ganz überwunden) träume ich von herrlich bequemen Stühlen mit Arm- und Kopflehne sowie Beinfreiheit. Der Stoß einer Studentin neben mir, katapultiert mich jedoch mit einem Male wieder zurück in die Realität.
Ich erkenne, dass es wie jedes Jahr zu Beginn auch heuer wieder technische Schwierigkeiten gibt, und wir den Filmausschnitt erst nächste Woche begutachten können. Doch all diese Anfangskomplikationen und der Mangel an Lehrenden bzw. an Hörsälen schrecken die Studis nicht ab. Auch nächstes Semester werden wohl wieder einige Thewis mehr auf der Wiener Uni herumtanzen.
Was du in deinem Germanistik Studium lernst?
Was du als erstes auf der Germanistik lernst, ist Pokern. Gleich zu Beginn des Studiums beim leidigen Anmeldesystem beginnen die Spiele. Wie viele Punkte soll ich für welche Lehrveranstaltung setzen? Die Ironie an der Sache: Für manche Lehrveranstaltung ist der Platz mit 300 Punkten gesichert, in manchen reichen nicht einmal 1000 Punkte. Das einzige Problem: Woher weiß ich am Anfang des Semesters, wie viele Punkte ich setzen soll. Es ist endlich Zeit für ein faires und durchschaubares Anmeldesystem auf der Germanistik!
Die zweite Sache, die du recht schnell lernen solltest, ist Rätsel lösen. Seit der Umstellung auf Bakk/Master kennt sich kaum jemand aus. DiplomstudentInnen müssen sich durch die verschiedensten Info-Quellen durchkämpfen um auch nur annähernd eine Idee davon zu haben, welche LVs sie jetzt noch besuchen müssen und können. Ganz zu schweigen von der Unmöglichkeit herauszufinden, wie auf das Bakk/Master System umgestiegen werden kann. Schön langsam warten wir ganz schön ungeduldig auf Informationen!
StudentInnen sollten sich im Studium auf andere Dinge konzentrieren können, als auf administrative Barrieren!

