Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Angebote und Infrsatruktur der Universitäten

Die Studierendenzahlen an den österreichischen Universitäten sind in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Die Ressourcen, die den Universitäten zur Verfügung stehen, sind im Vergleich dazu drastisch gekürzt worden, was an vielen Instituten zu Mangelwirtschaft führt. Bildung braucht auch die dafür notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen. Es ist nicht akzeptabel, wenn mangels Alternativangeboten einer Lehrveranstaltung die Hälfte der Studierenden stehen muss, sie keine Laborplätze bekommen oder Hörsaaldecken einzustürzen drohen. Das beste didaktische Konzept kann nicht angewendet werden, wenn aufgrund von Budgetmangel keine Kleingruppen oder Parallelveranstaltungen möglich sind.

Wir begegnen diesem Mangel nicht nur in der zu geringen Zahl von Lehrenden und Lehrveranstaltungen sowie Räumen, sondern auch bei den organisatorischen Abläufen. Lehrveranstaltungs- und Prüfungsanmeldungen, das Ausstellen von Leistungsnachweisen für den Bezug einer Familien- oder Studienbeihilfe und das Abholen von Zeugnissen sind häufig eine unnötige zeitliche Belastung.

Für Studierende, die neben ihrem Studium arbeiten, sind diese unnötigen Studienhemmnisse besonders hinderlich. Wir treten deshalb für eine umfassende Reform des Studienbetriebes ein. Die Angebote und Dienstleistungen sind an den Bedürfnissen der StudentInnen zu orientieren und Verwaltungsabläufe regelmäßig zu überprüfen, um unnötige Leerläufe festzustellen und beheben zu können.

Die Nutzung des Internets für die Organisation des Studiums muss forciert werden und gleichzeitig muss den StudentInnen eine ausreichende Zahl von Computerarbeitsplätzen das ganze Jahr über vor Ort zur Verfügung stehen. Auf den Datenschutz ist dabei aber unbedingt zu achten. Ein vernetztes System darf nicht zur Folge haben, dass zum Beispiel ein Professor den allgemeinen Studienerfolg von Studierenden abrufen kann. In den Bereichen wo die Abwicklung via Internet nicht möglich ist sind die Öffnungszeiten der einzelnen Universitätseinrichtungen zu koordinieren, d.h. zu vereinheitlichen und wenn nötig auszubauen.

Nicht nur im Organisationsbereich sondern auch beim Lernen selbst stoßen Studierende immer wieder auf wenig Entgegenkommen von Seiten der Universität. Die Erreichbarkeit von Lehrenden und deren MitarbeiterInnen muss verbessert werden. Persönliche Betreuung und Feedback auf schriftliche Arbeiten müssen zur Selbstverständlichkeit werden. Es ist für uns untragbar, wenn ProfessorInnen teilweise nicht einmal in ihren Sprechstunden anwesend sind oder E-Mails nicht beantworten. Ähnliches gilt für die Öffnungszeiten von Bibliotheken. Diese zentralen Arbeitsplätze für Studierende dürfen nicht nur beschränkt zugänglich sein. Grundsätzlich sollten Universitätsbibliotheken das ganze Jahr über öffentlich zugänglich sein und auch abends geöffnet bleiben. Außerdem sprechen wir uns gegen Schließungen der Bibliotheken in den vorlesungsfreien Zeiten aus.

Die Leistungen der Universitäten beziehen sich heute vor allem auf fachspezifisches Wissen. Es gibt kaum Möglichkeiten, darüber hinaus Kompetenzen zu erwerben und zu vertiefen. Der Erwerb von Kenntnissen in Projektmanagement, Rhetorik etc. ist oft nur durch Inanspruchnahme teurer Kurse im Privatsektor möglich. Wir sind der Ansicht, dass auch diese Qualifikationen Teil des universitären Bildungsangebots sein müssen. An Berufsbildforschungs- und Planungszentren sollen in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice Lehrgänge und Weiterbildungskurse angeboten werden. Diese Zentren sollten jedoch keine reinen Servicebetriebe sein sondern auch wissenschaftliche Aufgaben erfüllen, in der Erforschung der verschiedenen Berufsfelder in interdisziplinären ForscherInnengruppen liegt auch ein wissenschaftliches Desiderat.


 

blank info