Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
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Die Sozialwissenschaften im Nationalsozialismus

In den Sozialwissenschaften, die in der Zwischenkriegszeit vor allem außeruniversitär organisiert waren, legten Nationalsozialistische ProfessorInnen die Schwerpunkte auf Themen wie politische Soziologie, dem „sozialen Aufbau des deutschen Volkes“, Agrarsoziologie oder Bevölkerungswissenschaft. Die Frankfurter Schule wurde, ebenso wie die Psychoanalyse, fast völlig aus Deutschland vertrieben.

Eines der grundlegendsten Forschungsfelder war das der „Rassenkunde“. Hans Günther hatte bereits 1922 sein Werk „Rassenkunde des deutschen Volkes“ veröffentlicht, welches im Laufe der Zeit eine unglaubliche Aufl age erreichte. Ziel war es, dass möglichst viele einen Blick für die „Rasse“ von Menschen entwickeln. Der „Rassen-Günther“, wie das Buch genannt wurde, fand auch Eingang in eine Reihe von Bildungsmaßnahmen und somit auch eine gewisse praktische Anwendung.

Einer der Teilbereiche der Psychologie, der im Einklang mit der nationalsozialistischen Ideologie stand, war die Zwillingsforschung. Erst ein Regime wie der deutsche Faschismus machte es möglich, bezahlte Sommercamps für hunderte ein- und zweieiige Zwillinge zu organisieren. Die Kinder wurden dort rund um die Uhr beobachtet, um „feste“ und „labile“ Typen festzustellen. Diese Typen wurden schließlich den von Günther festgelegten „Rassen“ zugeordnet.

Die Sprachwissenschaft hatte ihre Bedeutung in der Definition des „deutschen Volkes“. Daneben waren Fremdsprachen wichtig, um der Bevölkerung in den besetzten Gebieten Informationen zukommen zu lassen. In der Geschichtswissenschaft wurden Themen wie „Volksgeschichte“ besonders hervorgehoben.

Wichtig ist jedoch, dass der Auftrag zur Forschung (und deren Themen) in der Regel nicht von Behörden verordnet wurde. Die WissenschafterInnen instrumentalisierten sich selbst oder stellten ihre Forschungsthemen so dar, dass sie in die NS-Ideologie passten. Oft wurden deshalb neue Elemente hinzugefügt oder die Bezeichnung des Forschungsgegenstands so verändert, dass sie für die Behörden nützlich erschienen.


 

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