Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
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Die Naturwissenschaften im Nationalsozialismus

Ein bekanntes Beispiel für die Ideologisierung von Wissenschaft ist die „Deutsche Physik“. Sie bezeichnete die „klassische Physik“, die auf Experimenten basiert. Der Gegensatz dazu, also die Quantenmechanik oder die Relativitätstheorie wurde als „jüdische Physik“ tituliert. Die Willkürlichkeit der Zuschreibung „arisch“ zeigt sich hier in besonders skurriler Form: Der „Arier“ Heisenberg wurde als „weißer Jude“ (in den Augen der Nazis) beschimpft, während der Biologe Otto Warburg, nach NS-Definiton eigentlich nicht „arisch“, 1942 mehr oder weniger ehrenhalber zum „Arier“ erkärt wurde.

Im Zuge der „Rassenhygiene“ war für den Nationalsozialismus auch die Biologie von großer Bedeutung. Die Forschung konzentrierte sich auf Erbkrankheiten und Mutationen bei Pflanzen. Außerdem wurden Forderungen laut, den Biologieunterricht in den Schulen auszuweiten, um damit ein größeres „Rassenbewusstsein“ zu erreichen.

Mit dem Beginn des zweiten Weltkriegs wurden Naturwissenschaften stärker in die Waffenproduktion eingebunden. Herausragend war das „Raketenprogramm“, das von Werner von Braun geleitet wurde und zum Ziel hatte, mit einer neuen kriegsentscheidenden Waffe von Deutschland aus Ziele in den Vereinigten Staaten zu treffen. Zu diesem Zweck wurde die Grundlagenforschung direkt in die technische Entwicklung eingebunden.


 

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