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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Was ist Faschismus?
Diese berechtigte und wichtige Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn nicht nur, dass es in diesem Punkt höchst unterschiedliche Sichtweisen gibt - es fehlt sogar eine einheitliche Terminologie.
Wie immer bei der Betrachtung historischer Ereignisse, kann auch das Thema Faschismus nicht wertfrei betrachtet werden. Eine „objektive Geschichtsschreibung“ ist allein deshalb schon kaum möglich, weil die jeweils Herrschenden auch das Privileg haben, die Geschehnisse der jeweiligen Zeit festzuhalten. Wer keinen Zugriff auf zukünftiges Quellenmaterial hat, dessen/ deren Stimme wird in Zukunft wohl kaum Gehör finden. Ein einfaches Beispiel: Während ein König oder eine Königin auf einen ganzen Hofstab zurückgreifen konnte, um seine/ ihre Handlungen zu dokumentieren, konnten Leibeigene meist nicht einmal lesen oder schreiben. Im heutigen Quellenmaterial findet sich daher nur eine Sichtweise der damaligen Ereignisse.
Bei historischen oder politikwissenschaftlichen Theorien verhält sich die Sache ähnlich: Da es keine „objektive“ Geschichte oder Politik geben kann, unterliegen die jeweiligen Quellen auch noch einer großen Bandbreite von Interpretationen, die wiederum bestimmte Interessen oder Sichtweisen widerspiegeln. Gerade beim Begriff Faschismus, der bis heute stark polarisiert, ist dies in besonderem Maße der Fall. So hat sich bis in die Gegenwart keine einheitliche Terminologie durchgesetzt. Der vorliegende Text versucht, einen Überblick über die verschiedenen Theorien und die Geschichte eines Begriffs zu geben.
Die Geschichte eines Wortes
Der Begriff Faschismus war zunächst eine Selbstbezeichnung der Partito Nazionale Fascista (National- bündlerische Partei) Mussolinis in Italien Anfang der 1920er- Jahre. Fascio ist das Italienische Wort für „Bund“ und geht auf das lateinische Wort fascis zurück, die Bezeichnung der Rutenbündel der römischen Liktoren. Diese Terminologie ist durchaus symbolhaft: Während eine einzelne Rute leicht zu brechen ist, stellt dies bei einem ganzen Bündel ein fast unmögliches Unterfangen dar. Hier finden wir bereits einen Hinweis auf die angestrebte bzw. bereits erreichte Massenbasis der faschistischen Partei. Ebenfalls bereits in den frühen 1920er-Jahren begannen vor allem VertreterInnen der Linken, den Begriff Faschismus auch auf andere Bewegungen in Europa anzuwenden, die ähnliche Ziele verfolgten und eine ähnliche Organisationsstruktur hatten. Während diese Bewegungen Faschismus zwar nicht als Selbstbezeichnung wählten (mit Ausnahme der British Union of Fascists), sympathisierten sie jedenfalls mit der italienischen Faschistischen Partei. Gleichzeitig wurde Faschismus auch zu einem politischen Kampfbegriff jener, die sich als antifaschistisch bezeichneten, also vor allem der Arbeiter- Innenbewegung.
Allein aus der Geschichte der Entstehung des Begriffs ergibt sich also, dass Faschismus als Sammelbegriff für politische Strömungen oder Bewegungen schon von Anfang an großen Interpretationsspielräumen unterworfen war. Bis heute ist daher nicht nur höchst umstritten, was Faschismus nun eigentlich genau sei, sondern vor allem auch, welche Strömungen oder Bewegungen er eigentlich umfasst.
Im Anschluss wird versucht, die wichtigsten Faschismustheorien kurz zu umreißen. Dabei kommt es zwangsläufi g zu verkürzten Darstellungen. Für eine ausführliche Auseinandersetzung siehe die jeweiligen Quellenangaben.
Die Bonapartismus- Theorie
Unmittelbar mit dem Auftreten der faschistischen Bewegungen in den frühen 1920er-Jahren waren vor allem linke TheoretikerInnen dazu gezwungen, sich mit diesem neuen Phänomen auseinander zu setzen. Das lag daran, dass sich die faschistischen Bewegungen klar als antisozialistisch deklarierten und sich ausdrücklich die Zerschlagung der ArbeiterInnenbewegung zum Ziel gesetzt hatten.
Eine der ersten Theorien, die in diesem Zusammenhang entwickelt wurden, war die so genannte Bonapartismus-Theorie, die vor allem von August Thalheimer und einigen SozialdemokratInnen vertreten wurde.[1] Wie die meisten linken TheoretikerInnen seiner Zeit lehnte Thalheimer sich stark an die Schriften Karl Marx‘ an, welcher jedoch zu einer Zeit gelebt hatte, in der von Faschismus noch lange keine Rede war.
Thalheimer zieht jedoch Marx‘ Theorie über die Herrschaft Napoleons III. heran; daher kommt auch der Name dieser Theorie.[2] Dabei bezeichnet er keineswegs Napoleon III. als Faschisten, sondern übernimmt nur Theorien Marx‘, die er für auf den Faschismus umlegbar hält.
Die Bonapartismus-Theorie basiert auf dem marxistischen Klassenbegriff. Demnach ist eine Gesellschaft immer in Klassen organisiert, die sich insbesondere nach den zugrunde liegenden Produktions- und Eigentumsverhältnissen zusammensetzen (Bourgeoisie, ArbeiterInnenklasse, etc.). Zusätzlich dazu gibt es so genannte Deklassierte, also Menschen, die überhaupt keiner Klasse zugehören. So gehört beispielsweise ein Industrieller, der bankrott geht, nicht mehr seiner alten Klasse an, wird dadurch aber nicht Arbeiter und Mitglied der ArbeiterInnenklasse. Vielmehr hat er überhaupt keine Klassenzugehörigkeit mehr und ist deklassiert.
In jeder Krisensituation steigt die Anzahl der Deklassierten, also derer, die ihr gewohntes soziales und wirtschaftliches Umfeld verloren und kein neues gewonnen haben, dramatisch an. Gleichzeitig verschlechtert sich die Lage der ArbeiterInnen und die Wahrscheinlichkeit einer Revolution nimmt zu.
Diese Situation hat einerseits zur Folge, dass sich die (bisher) herrschende Klasse bedroht fühlt, und „produziert“ andererseits eine große Masse an Menschen, die quasi außerhalb der Gesellschaft stehen und zumindest zu vielem bereit sind, um wieder eine gesellschaftliche Heimat zu fi nden. Gleichzeitig ist die ArbeiterInnenbewegung noch nicht stark genug, um eine Revolution zu beginnen, und die herrschende Klasse nicht mehr stark genug, um die Arbeiter- Innenbewegung zu zerschlagen. Die Klassengesellschaft befi ndet sich so in einem temporären Gleichgewicht.
In weiterer Folge schließen sich viele dieser Deklassierten in militärisch organisierten Bewegungen zusammen oder strömen in die staatliche Exekutivgewalt - hier werden nämlich eine materielle Existenzgrundlage und ein gesellschaftlicher Status geboten. Die herrschende Klasse wiederum ist gerne bereit, politische Macht an die Exekutivgewalt abzugeben, wenn dadurch zumindest ihr bedrohter gesellschaftlicher Status garantiert wird.
Im Ergebnis führt diese Situation nach Thalheimer zu einem Bündnis zwischen herrschender Klasse und Deklassierten (in Form der Exekutivgewalt), wobei die Deklassierten die politische Herrschaft erlangen und die bislang herrschende Klasse zumindest ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung behält. Unter Exekutivgewalt wird in diesem Zusammenhang jegliche militärische oder paramilitärische Organisation verstanden, die die Macht innehat; am Beispiel Deutschlands etwa SA, Polizei, Wehrmacht, etc. Die ArbeiterInnenbewegung hingegen wird zerschlagen und eine verselbständigte Exekutivgewalt kann tun und lassen was sie will - solange sie nicht in die Vermögensverhältnisse eingreift.
Somit fallen nach der Bonapartismus- Theorie sämtliche Regime unter den Begriff Faschismus, die in einem kapitalistischen System eine starke Exekutivgewalt vorsehen, die selbstständig im Interesse des Großkapitals agiert.
Die Agententheorie
Eine weitere marxistische Theorie, die bereits in den 1920er- Jahren entwickelt wurde, ist die so genannte Agententheorie, die maßgeblich von Georgi Dimitroff vertreten wurde und bis heute die offizielle Linie der kommunistischen Internationale ist.[3] Ähnlich wie die Bonapartismus-Theorie geht die Agententheorie vom Klassenbegriff Karl Marx‘ aus. Und auch nach dieser Theorie sind es die Deklassierten, die die Massenbasis des Faschismus stellen. Im Unterschied zur Bonapartismus- Theroie kommt es jedoch nicht zu einem Bündnis zwischen Deklassierten und herrschender Klasse und auch zu keiner realen Übergabe von Macht auf die Exekutivgewalt. Vielmehr sind die faschistischen Ideologien und Bewegungen nur eine Verschwörung des Finanzkapitals, das eine sozialistische Revolution fürchtet und darum den Massen eine antisozialistische Bewegung vorsetzt und mit Demagogie und Propaganda die Menschen zum Faschismus verführt. Nach dieser Theorie hat das Finanzkapital auch noch nach der Machtergreifung der faschistischen Bewegungen die Fäden in der Hand.[4]
Vor allem in der Faschismusforschung von Sowjetunion und DDR spielte eigentlich nur diese Theorie eine Rolle, und der Schwerpunkt der Forschungen lag daher auf den Verflechtungen von faschistischen Bewegungen, Industrie und Finanzkapital.[5]
Dabei ist zu beachten, dass nach dieser Theorie Faschismus die gleiche materielle Grundlage habe wie eine liberale Demokratie - den Kapitalismus - und somit ebenfalls eine Herrschaftsform des Kapitals darstelle, nur eben in einer Krisensituation. Daher könne jedes kapitalistische System stets in ein faschistisches umschlagen.
Theorie einer Radikalisierung der Mittelklassen
Als „Extremismus der Mitte“ und weder als rechts- noch als linksextrem, beschreibt eine weitere marxistische Theorie den Faschismus. Hier wird davon ausgegangen, dass es sich bei den AnhängerInnen der faschistischen Bewegungen meist um Angehörgie der Mittelschicht handelt, die sich einerseits von der stärker werdenden ArbeiterInnenbewegung bedroht fühlen und andererseits die Konkurrenz des Großkapitals fürchten. Daher geben sie sich zunächst „antikapitalistisch“, sind aber in Wahrheit vor allem antisozialistisch. Diese These konnte sich jedoch ursprünglich kaum verbreiten.
Eine neue Dynamik kam jedoch 2005 in die Debatte, als der Historiker Götz Aly seine provokante These der „Gefälligkeitsdiktatur“[6] aufstellte: „Die Sorge um das Volkswohl der Deutschen bildete die entscheidende Triebkraft für die Politik des Terrorisierens, Versklavens und Ausrottens.“[7] Damit stellt Aly die These auf, dass das NS-Regime sich die Zustimmung der (deutschen) Bevölkerung im Wesentlichen „erkauft“ hätte. Diese provokante Theorie ist seither heftig umstritten.
Die Theorie vom autoritären Charakter
Ebenfalls recht früh entstanden einige Theorien, die sich mehr der Grundlage der Psychoanalyse nach Sigmund Freud bedienten als des Marxismus. Dabei steht die zentrale Frage im Raum, wie es zu einer wirklichen Massenbasis der faschistischen Bewegungen kommen konnte, wo große Teile dazu bereit waren, gegen ihre („objektiven“) eigenen Interessen zu handeln.
Eine der früheren Theorien in diese Richtung wurde bereits in den frühen 1930er-Jahren von Wilhem Reich vertreten.[8] Diese Theorie wurde insbesondere von der Frankfurter Schule wieder aufgegriffen, die den „autoritären Charakter“ der Gesellschaft untersuchte.[9]
Die Theorie des autoritären Charakters geht jedoch über eine reine Faschismustheorie hinaus und untersucht generell, wie es zu autoritären Tendenzen in einer Gesellschaft kommen kann. Hier wird vor allem die patriarchale Familienstruktur untersucht, die letztlich auch einen Führerkult ermögliche: „Die faschistische Agitation [hat] ihr Zentrum in der Vorstellung des Führers [...], weil nur dies psychologische Bild die Idee des allmächtigsten und drohenden Urvaters wiedererwecken kann.[10]
Totalitarismustheorie
Während die meisten (linken) Faschismustheorien anhand des italienischen Faschismus versuchten, auch andere kapitalistische Diktaturen unter einen Sammelbegriff zu stellen, lehnt die Totalitarismustheorie dieses Vorgehen ab. Sie untersucht vielmehr die Herrschaftsform und unterscheidet (verkürzt) zwischen demokratischen, autoritären und totalitären Regimen. Während der italienische Faschismus als Diktatur angesehen wird, beschreibt die Totalitarismustheorie etwa den Nationalsozialismus und den Stalinismus als totalitär. Unterschiede sind etwa der totale Eingriff des Staates selbst in das Privatleben, extrem terroristische Herrschaftselemente mit Millionen von Toten, etc.
Die Totalitarismustheorie wurde vor allem von Hannah Arendt[11] und Ernst Nolte[12] begründet.[13] In ihrem Buch „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ beschreibt Hannah Arendt, dass es viel mehr Parallelen zwischen Nationalsozialismus und Stalinismus gebe, als etwa zwischen Nationalsozialismus und italienischem Faschismus - nicht nur was die Herrschaftsausübung der jeweiligen Regime betreffe, sondern auch bezüglich ihrer Entstehung. Demnach sei es unzulässig und eine Verharmlosung totalitärer Regime, wenn der Nationalsozialismus in dem Begriff Faschismus enthalten sei.
Damit wendet sich die Totalitarismustheorie insbesondere auch gegen die in der Sowjetunion und DDR vertretenen marxistischen Faschismustheorien.
Der generische Faschismusbegriff
In der jüngeren Geschichte versuchen mehr und mehr HistorikerInnen, die verfahrene Situation mit dem so genannten generischen Faschismusbegriff aufzulösen und einen Konsens im wissenschaftlichen Diskurs zu finden. Dabei werden einzelne Elemente faschistischer Regime im Rahmen der vergleichenden Faschismusforschung nebeneinander gestellt, die dann mehr oder weniger auf alle faschistischen Regime zutreffen.
So definiert etwa der US-amerikanische Politikwissenschaftler Matthew Lyons Faschismus folgendermaßen: „Faschismus ist eine Form rechtsextremer Ideologie, die die Nation oder Rasse als organische Gemeinschaft, die alle anderen Loyalitäten übersteigt, verherrlicht. Er betont einen Mythos von nationaler oder rassischer Wiedergeburt nach ei- ner Periode des Niedergangs und Zerfalls. Zu diesem Zweck ruft Faschismus nach einer „spirituellen Revolution“ gegen Zeichen des moralischen Niedergangs wie Individualismus und Materialismus und zielt darauf, die organische Gemeinschaft von „andersartigen“ Kräften und Gruppen, die bedrohen, zu reinigen. Faschismus tendiert dazu, Männlichkeit, Jugend, mystische Einheit und die regenerative Kraft von Gewalt zu verherrlichen. Oft - aber nicht immer - unterstützt er Lehren rassischer Überlegenheit, ethnische Verfolgung, imperialistische Ausdehnung und Völkermord. Faschismus kann zeitgleich eine Form von Internationalismus annehmen, die entweder auf rassischer oder ideologischer Solidarität über nationale Grenzen hinweg beruht. Normalerweise verschreibt sich Faschismus offener männlicher Vorherrschaft, obwohl er manchmal auch weibliche Solidarität und neue Möglichkeiten für Frauen einer privilegierten Nation oder Rasse unterstützen kann.“[14]
Der generische Faschismusbegriff wird nicht nur von AnhängerInnen der Totalitarismustheorie bekämpft, sondern muss sich der Kritik stellen, dass er zwar ein Phänomen beschreibt, jedoch keinerlei Analysen zu dessen Erklärung versucht.
Fazit
In der wissenschaftlichen Debatte rund um den Begriff Faschismus spielen politische Positionen eine starke Rolle. Nicht zuletzt liegt das daran, dass die jeweiligen Interpretationen auch starke politische Konsequenzen haben.
So bot die Totalitarismustheorie in der BRD stets ein gutes Argument für das Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), da diese ja - als Vertreterin des Bolschewismus - in etwa so etwas sei wie der Nationalsozialismus. Gleichzeitig stellte sie nicht Untersuchungen der starken Vernetzung zwischen Großindustrie und Nationalsozialismus in den Mittelpunkt, was wohl zu massiven Reparationszahlungen geführt hätte.
Auf der anderen Seite bieten die marxistischen Faschismustheorien nicht nur ein starkes Argument gegen den Kapitalismus, da dieser ja in jeder Krise in Faschismus umschlagen könne. Sie können auch den Stalinismus einer kritischen Betrachtungsweise eher entziehen.
Faschismustheorien spiegeln also meist gewisse Interessenslagen wider. Eine kritische Auseinandersetzung ist daher jedenfalls angebracht.
- Einleitung
- Burschenschaften
- Universität und die Freiheit der Lehre
- Frauenpolitiken
- Medien - Sprache
- Faschismustheorien
- Universitäten und Faschismus
- Der Fall Borodajkewycz
- Der Ring Freiheitlicher Jugend
- Die Sozialwissenschaften im Nationalsozialismus
- Die Naturwissenschaften im Nationalsozialismus
[1] Eine genaue Darstellung dieser Theorie findet sich in: August Thalheimer: Über den Faschismus (1930), in: Reinhard Kühnl (Hg.): Texte zur Faschismusdiskussion I, Rowohlt-Verlag, Reinbeck/ Hamburg, 1974, S. 14-30.
[2] Karl Marx: Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte, in: Karl Marx - Friedrich Engels - Werke, Bd. 8, S. 115-207.
[3] Eine umfassende Darstellung seiner Theorie bietet Georgi Dimitroff in einer Rede von 1935, ebenfalls zu finden in: Reinhard Kühnl (Hg.): Texte zur Faschismusdiskussion I Rowohlt-Verlag, Reinbeck/Hamburg, 1974, S. 57-76.
[4] In der etwas martialischen Sprache der kommunistischen Internationale der 1920er-Jahre lautet die Defi nition von Faschismus (formuliert von Georgi Dimitroff): „Die offene terroristische Diktatur der am meisten reaktionären, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“
[5] Eine sehr kritische Darstellung dieser Theorie und der gesamten sowjetischen Forschung findet sich in: Wolfgang Wippermann: Faschismustheorien, Primus Verlag, 7. Auflage 1997, S. 58.
[6] Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und Nationaler Sozialismus, Fischer Verlag, 2005.
[7] Ebd., S. 345.
[8] Zu Wilhelm Reichs These empfiehlt sich: Wilhelm Reich: Massenpsychologie des Faschismus, 1933, in: Reinhard Kühnl (Hg.): Texte zur Faschismusdiskussion I, Rowohlt-Verlag, Reinbeck/ Hamburg, 1974, S. 30-57.
[9] Siehe insbesondere: Jan Weyand: Zur Aktualität des autoritären Charakters; Theodor W. Adorno: Die Freudsche Theorie und die Struktur der faschistischen Propaganda. In: Adorno: Kritik. Kleine Schriften zur Gesellschaft, S. 34-66. Frankfurt/M. (1971); Max Horkheimer: Über das Vorurteil, Gesammelte Schriften Bd. 8.
[10] Theodor W. Adorno: Die Freudsche Theorie und die Struktur der faschistischen Propaganda. S. 45. In: Adorno: Kritik. Kleine Schriften zur Gesellschaft, S. 34-66. Frankfurt/M, 1971.
[11] Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, 11. Auflage, Frankfurt/M, 2006.
[12] Ernst Nolte: Der Faschismus in seiner Epoche, 5. Auflage, 2000.
[13] Ernst Nolte verwendete als erster „bürgerlicher“ Historiker den Begriff Faschismus als Überbegriff, ja sogar als Bezeichnung für die Epoche von 1917 bis 1945, da er ursprünglich in den faschistischen Bewegungen eine kapitalistische Gegenströmung zum Bolschewismus sah.
[14] Matthew N. Lyons: What is Fascism? Some General Ideological Features, 2004, in: Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt. Münster, 2006.

