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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Allgemeines zum Richtigen Zitieren
Warum wird zitiert?
Die im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit getätigten Überlegungen müssen intersubjektiv nachvollziehbar sein. Das heißt, die Aussagen und ihre Quellen müssen für LeserInnen überprüfbar sein. Zitate haben auch eine Beweisfunktion: Zahlen, Behauptungen oder wörtliche Zitate haben keinerlei Aussagekraft ohne entsprechenden Beleg.
Die Anzahl von Zitaten ist nicht unbedingt ausschlaggebend für die Qualität eines wissenschaftlichen Textes. Ist eine Arbeit überwiegend mit wörtlichen Zitaten gespickt, so führt das oft zu schlechten Ergebnissen. Ziel des Studiums ist ja die Fähigkeit zu erlangen, Überlegungen – egal ob fremde oder eigene - selbst zu verschriftlichen.
Werden aus dem Internet kopierte Textteile ohne Quellenangabe in Referate eingearbeitet bzw. ganze Arbeiten übernommen oder fremde Erkenntnisse und Ideen als die eigenen ausgegeben, handelt es sich um ein Plagiat. Dieses stellt einen gravierenden Verstoß gegen die wissenschaftliche Ethik dar und kann sowohl studien- als auch strafrechtlich verfolgt werden!
Woraus kann zitiert werden?
Grundsätzlich kann aus allen Medien zitiert werden, es kommt jedoch darauf an, was mit dem Zitat belegt wird. Auf einer Firmenhomepage findet sich keine objektive Analyse des Unternehmens. Als Beleg für die Art der Selbstdarstellung eines Unternehmens kann sie aber sehr wohl zitiert werden. Eine solche Verwendung muss aber inhaltlich gerechtfertigt sein. Seminararbeiten haben unter anderem den Zweck, Studierende im Umgang mit wissenschaftlichem Stoff zu schulen. Wichtig dabei ist zum einen die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit eines Textes,
zum anderen seine Reproduzierbarkeit.
Eine Seminararbeit eines Kollegen/einer Kollegin mag zwar den Kriterien einer wissenschaftlichen Arbeit entsprechen, ist aber für LeserInnen aus Deutschland nicht nachvollziehbar, da sie allenfalls in der Mappe des/der Lehrenden liegt und nicht öffentlich zugänglich ist.
Darf aus Wikipedia zitiert werden?
Wikipedia eine freie Enzeklopädie, basierend auf dem Open Source Gedanken. Einträge werden von BenutzerInnen verfasst und online gestellt. Wikipedia soll selbstregulierend sein, das heißt, dass Artikel abgewählt werden können, wenn UserInnen beschließen, dass die Artikel nicht die gewünschte Qualität haben. Ob
Wikipedia eine wissenschaftliche Quelle ist oder nicht, ist noch immer Gegenstand von Debatten.
Fakt ist, dass die Qualitätszeitung „Die Zeit“ Wikipedia mit anderen Enzyklopädien verglichen hat und teilweise zu besseren Resultaten gekommen ist. Allerdings geht Wikipedia völlig anders mit Wissen um, als es in der „scientific community“ momentan üblich ist die AutorInnen sind nicht klar zu erkennen, da unbegrenzt viele Personen an einem Eintrag mitarbeiten können. Deswegen sind „wikis“ streng genommen nicht zitierfähig, obwohl diese formale Einschränkung noch nichts über die Qualität des Inhalts aussagt.
Aus diesen Gründen empfiehlt es sich, immer zuerst mit dem/der LV - LeiterIn Rücksprache zu halten, ob und in welchem Umfang wikipedia als Quelle akzeptiert wird.
Primär- und Sekundärquellen
Primärquellen sind Originalausgaben von Büchern oder Schriften. Adam Smith’s „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“ ist zum Beispiel eine Quelle aus erster Hand.
Sekundärquellen oder Quellen aus zweiter Hand sind – analog zu dem Beispiel – Bücher über Adam Smith, Kritiken an seinem Werk oder gesammelte Vorträge (sofern er sie nicht selbst niedergeschrieben hat).
Quellen aus zweiter Hand sind nicht „schlechter“ als Quellen aus erster Hand, es gibt auch keine Faustregel wie das Verhältnis von Primär- zu Sekundärliteratur sein sollte. Es hängt immer von der
Ausrichtung der Arbeit ab, in welchem Maße Primärquellen erforderlich sind. Geht es in einer Arbeit zum Beispiel um die Verfälschung von Adam Smiths Aussagen in der aktuellen Wirtschaftsdebatte, dann ist es nötig, ein möglichst unverfälschtes Bild über Smiths Ansichten zu bekommen. Daher ist Primärliteratur erforderlich. In
einer Abhandlung über wirtschaftliche Paradigmen in der heutigen Zeit ist eine genaue Bearbeitung von Smiths „Wohlstand der Nationen“ tendenziell nicht nötig.
Zitiert wird immer jene Quelle, in der ein Text gefunden wurde.
Wird etwa ein Smith-Zitat aus einer Sekundärliteratur übernommen, so ist die Quelle dennoch die Sekundärliteratur.
Aus einer Quelle zweiter Hand zu zitieren und so zu tun, als ob man aus erster Hand zitiere ist zu unterlassen (zum Beispiel eine Textstelle von Smiths Wohlstand der Nationen die in einem Buch über Adam Smith abgedruckt ist übernehmen und die Daten der Primär- anstatt der Sekundärquelle ins eigene Literaturverzeichnis
schreiben).

