Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

PoWi - Barometer

Folgend wollen wir jene Ergebnisse des PoWi Barometers anführen, welche von uns als besonders relevant klassifiziert wurden. Die gesamten Ergebnisse können (als SPSS File) unter sowi@vsstoe.at bezogen werden.

Der PoWi Barometer ist die Umfrage des VSStÖ zu den Studienbedingungen an der Politikwissenschaft, an welcher im SoSe 07 mehr als
500 Studierende teilgenommen haben.

Die zeitliche Verteilung der Lehrveranstaltungen wird jeweils von etwas mehr als der Hälfte der Studierenden als positiv (sehr Gut, bzw. Gut) bewertet. (58,1% positiv bei VO’s, 51,5 bei PI’s)Bei den Wünschen wann vermehrt Lehrveranstaltungen angeboten werden sollen, geben jeweils knapp 40% der 510 TeilnehmerInnen der Umfrage an, dass sie diese vermehrt vormittags, bzw. nachmittags haben wollen. Danach geht der Anteil kontinuierlich zurück beginnend mit Abends (±28%), Geblockten (VO 25%, PI 30%) und schlussendlich Wochenendlehrveranstaltungen. Wobei immerhin noch knapp 13% der Befragten Prüfungsimmanente  und knapp 8% Vorlesungen am Wochenende wünscht.

Studienbedingungen

Die Frage nach dem Eingehen auf individuelle Fragen, Probleme, Anliegen seitens der Lehrenden, geben bei den PI’s die überwältigende Mehrheit (83%) der Befragten an das dies passiert, bei den Vorlesungen sind es nur mehr knapp weniger als die Hälfte. (46%)

Bei der Frage nach genügend Platz bzw. Teilnahmeplätzen zeigt sich das erwartete Bild. 84% bewerten das Platzangebot in Vorlesungen als wenig bis gar nicht ausreichend. Bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen befinden 2/3 der Befragten die Teilnahmeplätze als nicht ausreichend. Der Unterschied zwischen Vorlesungen und prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen kann vermutlich durch den Umstand erklärt werden, dass viele Lehrende nachträglich noch zusätzliche Plätze schaffen, in dem sie deutlich mehr Menschen aufnehmen, als ursprünglich vorgesehen.

Bei der Frage inwiefern die methodische Vermittlung der Lehrinhalte  gut sei, geben bei den PI’s 80% der Befragten an dies würde sehr oder ziemlich zutreffen, hier schneiden die VO’s ebenfalls deutlich schlechter ab. (64%)

Bei der Vermittlung von Soft Skills geben bei den PI’s ziemlich genau die Hälfte der Befragten an dies würde im ausreichenden Maß passieren, bei den Vorlesungen beinahe schon naturgemäß wiederum deutlich weniger. (21%!)
Das selbe Bild zeigt sich auch bei den Fragen nach der Vermittlung inhaltlicher Kompetenz (75% zu 51%) und ob Feedback erwünscht und angenommen wird. (81% zu 46%)
Während die prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen erstaunlich gut abschneiden, schwächeln die Vorlesungen vor sich hin.

Bei der thematischen Vielfalt der Lehrveranstaltungen zeigt  sich ein ausgeglichenes Bild, die überwältigende Mehrheit hält diese sowohl bei PI’s als auch für VO’s gegeben. (79% PI zu 71% VO)

Die größten Anliegen der Studierenden im Bereich der Studienbedingungen sind neben jenem der Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl an Lehrveranstaltungen, jene nach vermehrtem E-Learning und vermehrt nicht deutschsprachigen Lehrveranstaltungen. Während bei ersterem mehr als 2/3 sagen E-Learning werde momentan wenig, bis gar nicht angeboten, sind bei zweiterem mehr als 80% davon überzeugt, dass die sprachliche Vielfalt der Vorlesungen als auch der prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen wenig bis gar nicht gegeben ist.

Beim Anmeldesystem zeigt sich, dass es zwar von knapp 46% als gerecht empfunden, von 80% als leicht verständlich beurteilt wird, jedoch in großem Ausmaß (2/3) als intransparent angesehen wird.
Die Art und Weise wie Lehrveranstaltungsplätze verteilt werden, ist vollkommen unklar und dementsprechend existiert kein Verständnis dafür, warum die einen von bis zu 10 Anmeldungen keine einzige bekommen, während andere (beinahe) alle bekommen.

Studieren & Arbeiten

Bei der Frage nach Studium und Arbeit geben 2/3 der Befragten an Woche für Woche berufstätig zu sein. Mehr als die Hälfte aller Befragten (54%) und über 4/5 der Berufstätigen geben an ohne Arbeit ihren Lebensunterhalt nicht sichern zu können.
Rücksicht auf die Berufstätigkeit seitens der Lehrenden ist für den Großteil der Befragten nicht oder wenig gegeben (67%). Darüber hinaus können 44% aller Berufstätigen ihr Studium und ihren Beruf nur weniger gut bis schlecht unter einen Hut bringen.

Studienvertretung

Zur Studienvertretung: Hierbei ist bemerkenswert, dass knapp 40% angibt die Studienvertretung sei Ihnen nicht bekannt. Bei der Bekanntheit der einzelnen Angebote (Studienberatung, Veranstaltungen, Publikationen) zeigt sich, dass selbst jenen knapp 60% welche die Studienvertretung kennen zwischen 7%, (Studienberatung) bis zu 26% (Publikationen) die Angebote der Studienvertretung unbekannt sind. Insgesamt haben die einzelnen Angebote lediglich 11%, (Veranstaltungen) 16% (Publikationen gelesen), bzw. 21% (Studienberatung) genutzt.
Jedoch zeigt sich aber auch, dass ein Großteil jener kleinen Gruppe, welche die Angebote der Studienvertretung kennen und nutzen, diese großteils auch mehr als positiv bewerten.

Eindeutig beklagen die Befragten ein Informationsdefizit seitens der Studienvertretung, was die Kommunikation der Entscheidungen der Studienprogrammleitung betrifft. Hier fühlen sich 59% zu wenig von der Studienvertretung informiert.
Summa Summarum denken 50% der Befragten, dass Ihre Interessen wenig bis gar nicht von der Studienvertretung vertreten werden.

PoWi & Gender

Bei den statistischen Daten geben 47,3% an weiblich zu sein, 52,7% geben an männlich zu sein.

Frauen wünschen sich hierbei vermehrt Lehrveranstaltungen vormittags, während Männer deutlich öfter Abend, Wochenend- und Blocklehrveranstaltungen wünschen.
Frauen sehen die methodische Vermittlung der Lehrinhalte bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen deutlich skeptischer als Männer. (Für 22,5% der Frauen trifft diese wenig bis gar nicht zu, im Gegensatz zu 17,1% der Männer)
Ebenso die Vermittlung von Soft Skills bei den PI’s (54,5% negativ bei Frauen, 44,3% bei Männern)
Bei den Vorlesungen glauben 52% der Frauen zu wenig inhaltliche Kompetenz für spätere wissenschaftliche Arbeit vermittelt zu bekommen, jedoch nur 44,8% der Männer.
57,5% aller Frauen denken Feedback ist bei Vorlesungen weder erwünscht, noch dass es angenommen wird, bei den PI’s sind es 22,3%. Bei Männern sind diese Werte für VO’s 49,6%, bzw. 16,4%.

Frauen sind auch deutlich öfter berufstätig,  70,9% aller befragten Frauen gehen neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nach, im Gegensatz dazu nur 63,3% der Männer. Beim Ausmaß der Erwerbstätigkeit zeigt sich jedoch ein anderes Bild, während 65,7% der erwerbstätigen Frauen weniger als 20 Stunden arbeiten, arbeiten 47,6% der Männer 20 Stunden und mehr. Ebenfalls zeigt sich bei der Frage nach der Rücksichtnahme der Lehrenden auf Berufstätigkeit ein beträchtlicher „Gender Gap“, finden nämlich 71,5% der Frauen Lehrende würden nur wenig bis gar nicht Rücksicht nehmen, so sind es bei den Männern „lediglich“ 64,3%.

Die Studienvertretung ist bei Frauen deutlich bekannter als bei Männern (66,1 vs. 61,3%), sowohl Studienberatung als auch Publikationen werden vermehrt genutzt, bzw. gelesen. Lediglich bei der Veranstaltungsnutzung sind die Werte praktisch identisch. Obwohl auch das Veranstaltungsangebot von mehr Frauen als Männern gekannt wird.

Frauen sind deutlich jünger als ihre männlichen Kollegen. Während 50,7% der Frauen 21 Jahre oder jünger sind und lediglich 3% über 30, so sind es bei den Männern 31% bis inklusive 21 und 7,8% über 30.

Frauen haben auch deutlich öfter eine andere Erstsprache als Deutsch. (32,1% vs. 21,5%) Sie beziehen öfter Studienbeihilfe (31,1% vs. 23,3%) haben jedoch auch deutlich öfter selbige beantragt. (63,1% vs. 48,5%)
74,2% der Frauen beziehen Familienbeihilfe im Gegensatz zu 59,6% bei den Männern.

40% sind unter 21. Weitere 43% zwischen 22 und 25. 11% zwischen 26 und 30. 6% über 30 Jahre alt.

31% der Befragten befinden sich im ersten bzw. zweiten Semester. 29% im 3-5 Semester. 34,2% im 6-10 Semester. 5,1% studieren mehr als 10 Semester und befinden sich daher über der Mindeststudiendauer inklusive Toleranzsemester.

Lediglich 3,6% haben Kinder. Diese sind hauptsächlich Männer mittleren Alters, jüngeren (Frauen) ist ein Studium dementsprechend anscheinend großteils nicht mehr möglich, nachdem sie Eltern geworden sind.

PoWi & Nicht originär Deutschsprechende

26,4% geben an sie hätten eine andere Erstsprache als Deutsch.

Hierbei fällt auf, dass 22,6% der nicht originär Deutschsprechenden aussagen, dass auf ihre Fragen, Probleme, Anliegen in den prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen wenig bis gar nicht eingegangen wird, während es bei den schon immer Deutschsprechenden nur 14,6% sind. Ebenso wird die Platzsituation in den PI’s kritischer betrachtet. (73,4% weniger gut, oder schlecht, vs. 64,1%)

Das Gefühl ungenügend Soft Skills vermittelt zu bekommen, ist bei Menschen, die nicht Deutsch als Erstsprache haben ebenfalls stärker ausgeprägt. (53,1% vs. 48%)
Ebenso bei der Frage ob genügend inhaltliche Kompetenz vermittelt wird um später wissenschaftlich tätig zu sein: hier denken bei VO’s nur 42,8% der Befragten nicht originär Deutschsprachigen dies sei sehr oder ziemlich der Fall, bei PI’s sind es 69,5%. (Zum Vergleich bei den originär Deutschsprachigen sind es bei VO’s 54,5%, bei PI’s 77,1%)

Während bei Vorlesungen nicht Deutsch als Erstsprache Habende verstärkt glauben, Feedback wäre erwünscht und wird angenommen, (52% vs. 45%) sieht es bei PI’s beinahe spiegelverkehrt aus (76,7% vs. 82,3%)

Bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen wünschen sich nicht originär Deutschsprechende in geringerem Ausmaß fremdsprachige Lehrveranstaltungen (74,8 vs. 84,5%), dafür in stärkerem Ausmaß E-Learning (66,6% vs. 61,3%).

Das Anmeldesystem schneidet bei den Punkten, gerecht, bzw. leicht verständlich bei nicht originär Deutsch sprechenden Studierenden deutlich schlechter ab. (Gerecht: 36,5% vs. 48,7%; leicht verständlich: 73,2% vs. 81,6%)

72,5% aller nicht Deutsch als Erstsprache Habenden gehen Woche für Woche einer Berufstätigkeit nach, jedoch nur 65% der Deutsch als Erstsprache Habenden Studierenden. Hierbei arbeiten nicht originär Deutschsprechende deutlich länger. (45,3% 20 Stunden und mehr vs. 39,2% bei schon immer Deutsch sprechenden)
62% aller Studierenden, die Deutsch nicht als Erstsprache haben, müssen arbeiten um sich ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, bei den Studierenden mit Deutsch als Erstsprache sind es „nur“ 52,3%. Die Vereinbarkeit von Beruf und Studium ist für 49,6% der nicht originär Deutsch Sprechenden wenig bis gar nicht gegeben, bei den originär Deutsch Sprechenden sind es „nur“ 41,1%.

Die Studienvertretung ist bei nicht originär Deutsch Sprechenden Studierenden deutlich weniger bekannt, nur 53,8% geben an selbige zu kennen. (67,2% der Studierenden mit Deutsch als Erstsprache)
Auch die Angebote der Studienvertretung werden deutlich weniger stark genutzt, wobei der Unterschied vor allem bei den Veranstaltungen und Publikationen signifikant ist. (6,3% vs. 14,5%, bzw. 12,7% vs. 19,9%)
Die Kommunikation der Entscheidungen der Studienprogrammleitung durch die Studienvertretung wird von nur 33,9% der nicht originär Deutsch Sprechenden als sehr gut, bzw. gut empfunden. (vgl. 44,3 der immer schon Deutsch Sprechenden)
42,5% fühlen sich sehr oder ziemlich von der Studienvertretung vertreten. (53% der Studierenden mit Deutsch als Erstsprache)

PoWi & STIPbezieherInnen

Beim Punkt Studienbeihilfe, wird selbige von 26,9% bezogen, 28,5% haben diese zwar beantragt, jedoch nicht zugestanden bekommen. 44,6% haben noch keinen Antrag auf Studienbeihilfe gestellt. Familienbeihilfe beziehen exakt 2/3 aller Befragten.

Es fällt auf, dass jene, deren Antrag auf Studienbeihilfe abgelehnt wurde deutlich öfter arbeiten müssen, als jene die Studienbeihilfe beziehen, aber auch als jene die es noch nicht probiert haben. 74,8% derer, deren Antrag auf Studienbeihilfe abgelehnt wurde, arbeiten. 68,6% jener, die es noch nie probiert haben und 55,7% derer, die Studienbeihilfe beziehen arbeiten. 79,8% jener, deren Antrag abgelehnt wurde, arbeiten mehr als 10 Stunden und 60% von ihnen müssen dies tun um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Außerdem sind jene, deren Antrag auf Studienbeihilfe abgelehnt wurde, die einzige Gruppe die zu mehr als 50% (53,6%) Studium und Beruf weniger gut bis schlecht vereinbaren kann.

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