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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Der Weg zur Knechtschaft
Die Freiheit zum Ziel. Kann manchmal dramatische Folgen haben. Wie in den letzten
Jahren eindrucksvoll bestätigt, kann vermeintlich wirtschaftliche Freiheit jenen
Menschen, deren wirtschaftliche Freiheit darin besteht um ihre Existenz zu kämpfen, die letzten Perspektiven nehmen.
Mit dem Neoliberalismus einher geht die Unterordnung möglichst aller gesellschaftlichen Bereiche unter die Marktlogik. Neoliberal ersetzt das altbackene
spätkapitalistisch. Mit wirtschaftsliberaler Praxis ist hauptsächlich Konkurrenz,
Profitmaximierung, Leistungsprinzip und Rentabilität, Deregulierung und Flexibilisierung in Einklang zu bringen. VerfechterInnen dieses Wirtschaftssystems sind für
den absoluten Wettbewerb, den Egoismus, der Rücksichtslosigkeit und ein Marktdarwinismus streng nach dem Motto des survival of the fittest. Wahrhaftig stützt sich die neoliberale Ideologie auf der Idee, dass es die „Besten“ sein werden, die das „Rennen“ machen.
Die Autonomie der Ökonomie
Neoliberalismus richtet sich auch gegen die keynesianische Konzeption der politischen Ökonomie. Keynesianismus bringt den Staat in eine zentrale Rolle. Der Staat soll nicht nur ordnungspolitisch, sondern vielmehr prozesspolitisch und regulierend in den Markt eingreifen. Die Kernaussage dieser Theorie besagt, dass die gesamtwirtschaftliche Nachfrage die Wirtschaft steuert. Neoliberalismus richtet sich gegen staatliche Interventionen im Rahmen des ökonomischen. Ziel
dieses Ansatzes ist die Ausweitung individueller Handlungsspielräume durch Deregulierung, Flexibilisierung und Entfesselung der Marktdynamik. Der Kern der liberalen Forderung ist die Regulierung des ökonomischen Handelns des Staates, im Idealfall auf ein Minimum und die absolute Freiheit des Marktes und der beteiligten Wirtschaftssubjekte.
From the roots...
Die Wurzeln des neoliberalen Projektes reichen bis zu den Klassikern des ökonomischen und politischen Denkens zurück. Das damalige Leitbild war bereits von Autonomie des Individuums, der personalen Freiheit und dem Vorrang des einzelnen Menschen vor dem „Konstrukt“ Gesellschaft geprägt. Bis in die heutige Gegenwart bestimmen diese Elemente die liberale Agenda.
Unter dem Schock der Großen Depression in den 1930er Jahren wurde dieses Projekt
weiterentwickelt und präzisiert. Im Elend der Weltwirtschaftskrise war das marktkapitalistische System selbst unter Kritik und Verruf geraten. Friedrich von Hayek und Milton Friedman gelten als Wegbereiter des Neoliberalismus.
...on the top!
Hayek’ s Schrift „Der Weg zur Knechtschaft (1944)“ ist eine eindeutige Warnung vor
den „Gefahren“ des Kollektivismus. Friedman wiederum unterstellt in seinem Buch „Kapitalismus und Freiheit (1962)“ die wirtschaftliche Freiheit als Voraussetzung der politischen. Als dann Ende der 60er der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften
geschaffen wurde und bald auch Friedman, Hayek und andere wie
Arrow/Hicks und Samuelson den Nobelpreis erhalten haben, war die ideelle Vorherrschaft bereits besiegelt. (siehe auch hier)
Die vom Neoliberalismus angestrebte „Freiheit des einzelnen Menschen“ ist jedoch
lediglich Illusion. Tatsächlich werden in diesem Projekt die Individuen, die aufgrund des Mangels an Geld und/oder Ressourcen nicht am Markt teilnehmen können, komplett ausgeklammert. Dieses System unterstellt den Menschen, die wirtschaftlich am Ende sind, fehlendes Streben nach ökonomischer Verwirklichung.
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