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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Zur Geschichte des 25.11
Am 25. November 1960 wurden die Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal vom dominikanischen Geheimdienst brutal ermordet. Daraufhin wurde der 25. November, zum „Dia Internacional de la No Violencia Contra la Mujer“ ausgerufen und macht bis heute auf die verschiedenen Formen der Gewalt an Frauen aufmerksam.
1930 kam Raffael Leonidas an die Macht. Er regierte mit Hilfe seines Geheimdienstes SIM 30 Jahre despotisch, akkumulierte die Produktion und den Handel mit dem Ausland in der Hand seiner Familie und ihm nahestehender Untergebener.
Politischer und Sozialer Hintergrund der „Mariposas“ (Schmetterlinge)
Die vier Schwestern Patria (geb. 1924), Minerva (geb. 1926) und Maria Teresa (geb. 1936) und Bélgica Adela (Dédé) wuchsen in einem wohlhabenden ländlich-bürgerlichen Ambiente in Ojo de Agua im dominikanischen Landesinneren auf. Minerva war diejenige, die ihrem Streben nach Bildung am ehrgeizigsten nachging: Sie war eine der ersten dominikanischen Frauen, die 1957 den Doktor der Jurisprudenz erlangt. Maria Teresa graduierte sich zur akademischen Landvermesserin, als Jüngste in der Familie folgte sie schon früh den älteren Schwestern in die Widerstandsbewegung. In den 40er Jahren hatte Minerva Kontakt zu Oppositionellen, sie informierte sich mittels ausländischem Radiosender über die ökonomische, politische und soziale Situation in ihrem Land und nahm nach und nach an Aktivitäten gegen die Diktatur von Trujillo teil.
Bewegung 14. Juni
Am 14. Juni 1959 versucht das „Movimiento de Liberacion Dominicana“ aus dem Exil zurückkehrend einen bewaffneten Aufstand, der vom Trujillo-Regime brutal niedergeschlagen wird. Das Regime ermordete alle TeilnehmerInnen und zahlreiche Tatverdächtige. Minerva gehörte an führender Stelle zu jenen, die bald darauf in der Bewegung „14. Juni“ eine neuerliche Widerstandsbewegung gegen den Tyrannen organisierten. Die Bewegung wurde aber kurz nach ihrer Formierung im Jänner 1960 von Trujillos Regime entdeckt und hunderte junge Männer und Frauen wurden festgenommen und gefoltert, darunter Minerva, Maria Teresa, ihre Ehegatten, sowie jener von Patria..
Die Ermordung
Trujillo hatte zu dieser Zeit nicht mehr besonders viel Rückhalt in der Bevölkerung und er zweifelte nicht an der Entschlossenheit der Mirabal-Schwestern eine politische Änderung herbeizuführen. So inszenierte der SIM am 25. November 1960 einen Autounfall, bei dem die drei Schwestern und der Chauffeur Rufino de la Cruz, ebenfalls ein junger Oppositioneller, hingerichtet wurden. Einige Monate später wurde Trujillo selbst in einem Hinterhalt ermordet und es begann für die Dominikanische Republik ein langwieriger Prozess an Demokratisierung, Einforderung von Menschen- und Frauenrechten und internationaler Positionierung, der bis heute anhält.
Dia Internacional de la No Violencia Contra la Mujer
21 Jahre nach diesem politischen Mord wurde beim ersten Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen 1981 in Bogotá, Kolumbien, der 25. November, der Todestag der drei Schwestern, zum „Dia Internacional de la No Violencia Contra la Mujer“ ernannt und soll mit der Erinnerung an diese drei unbeugsamen dominikanischen Frauen auf die vielfältigen Aktivitäten hinweisen, mit denen sich Frauen gegen Gewalt wehren.
Der „ Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen“ wurde von 101 Ländern aller Kontinente vor der Ständigen Kommission der UNO ratifiziert und speziell in Lateinamerika und in der Karibik wird er jedes Jahr mit einer Fülle von Veranstaltungen begangen, bei denen Frauen ihre Anliegen und Kämpfe im öffentlichen Raum sichtbar machen und zelebrieren. „Mariposa“, Schmetterling, war der Deckname von Minerva Mirabal während ihrer politischen Untergrundtätigkeit.
Später ging der Name „Schmetterlinge“ symbolisch auf alle drei ermordeten Schwestern über und gilt als Zeichen des Tages.
Quelle: www.frauensolidaritaet.org/zeitschrift/mirabal.pdf
Literatur:
- www.conectados.net/mirabal, Fundacion Hermanas Mirabal, Dominikanische Republik,1999.
- Fatima Alvarez: Las Mirabal en la memoria. In: Boletin Red contra Violencia (Isis Internacional/Santiago) Nr.25. (1999) S.4
- Julia Alvarez: Die Zeit der Schmetterlinge; München 1996
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