Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Zur Lage der Intenationalen Entwicklung

In den vergangenen Wochen hat sich einiges auf der Internationalen Entwicklung getan – allerdings werden zukünftige Änderungen nicht unbedingt zum Wohl der StudentInnen sein.

Auf der Internationalen Entwicklung (IE) gibt es mittlerweile über 2000 StudentInnen. Seit 2002/03 kann das Studium als eigene Studienrichtung belegt werden, es ist das einzige Grundstudium dieser Art im deutschsprachigen Raum.

Doch bis jetzt konnte kein eigenes Institut gegründet werden, IE ist noch immer als individuelles Diplomstudium zu inskribieren. Die Eigenbezeichnung des Studiums lautet demnach auch „Projekt“. Bereits dreimal ist die Gründung eines Instituts am Widerstand des Wissenschaftsministeriums gescheitert.

Studienbedingungen...

Die räumliche Situation der IE liegt im Argen, offiziell steht ihr ein Raum im Institut für Afrikanistik zu, der als Büro genutzt wird. Der größte Teil der prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen findet in den Räumlichkeiten der Afrikanistik statt.

Es gibt nur eine administrative Vollzeitkraft und eine halbe Professur, was bei der Anzahl der StudentInnen wie ein schlechter Witz erscheint. Weitere Probleme sind zu wenig Plätze in Seminaren, zu wenig Betreuungsmöglichkeiten bei Diplomarbeiten und die prekäre Situation der Lehrenden – diese erhalten meist nur einen sechsmonatigen Vertrag. Sie wissen nicht, ob sie weiter angestellt werden, und das bei vielen unbezahlten Überstunden.

Im November 2007 wurden von StudentInnen der IE mehr als 1300 Unterschriften gesammelt. Dabei wurden Fixverträge für Lehrende, ein eigenes Institut bzw. die Verankerung als ordentliches Studium, Verbesserung der Raumsituation, Möglichkeiten zur Forschung und Verbesserung der administrativen Situation gefordert. Im Rahmen der Proteste am 11. März 2008 wurde diese Unterschriftenliste von einigen hundert IE-StudentInnen an Vizerektor Jurenitsch übergeben.

Studentische Mitbestimmung

Die Studienrichtungsvertretung Internationale Entwicklung trat in letzter Zeit einige Male mit dem Rektorat und insbesondere mit der Vizerektorin Schnabl in Kontakt.

Die Ergebnisse zeigen, wie unerwünscht studentische Mitbestimmung ist und dass die Anliegen der StudentInnen nicht ernst genommen werden. Die Vizerektorin sagte, dass die Proteste keine Auswirkungen auf die Entscheidungen des Rektorats gehabt hätten, da die Veränderungen schon vorher beschlossen waren. Außerdem wäre es angeblich unmöglich, StudentInnen in die Diskussion einzubinden, weil „keine zielgerichtete Arbeit mehr möglich“ sei. Prof. Schicho, der „Projektleiter“ der Internationalen Entwicklung und Prof. Zach für den Studienkonferenzvorsitz haben im April zwei Gespräche mit dem Rektorat geführt, aber eine Informationssperre über diese Gespräche führt zu einer bewussten Unterdrückung studentischer Meinung und studentischen Protestes.

Versteckte Selektion?

Die Meldungen aus dem Rektorat sind generell ambivalent zu bewerten: Ab dem Wintersemester 2008/09 soll eine neue Studieneingangsphase eingeführt werden, bei der fast nur mehr Vorlesungsprüfungen absolviert werden können. Lediglich eine prüfungsimmanente Lehrveranstaltung, die “Arbeitsgemeinschaft Internationale Entwicklung”, soll besucht werden dürfen. Das deutet auf versteckte Zugangsbeschränkungen hin, denn anscheinend soll durch „knock-out“-Prüfungen die Zahl der StudentInnen minimiert werden.

Gleichzeitig wird die kritische Vorarbeit gemindert, die in Proseminaren und Arbeitsgemeinschaften für die Vorlesungen geleistet wird. Die Antwort aus dem Rektorat dazu ist, dass die StudentInnen im späteren Verlauf des Studiums auch noch genug Zeit hätten, kritisches Denken zu erlernen.

Die Umgestaltung der Studieneingangsphase soll als „Probejahr“ für den Bachelor dienen – ab 2009/2010 wird angeblich auf das Bachelor/Master-System umgestellt. Die Internationale Entwicklung soll im Zuge dessen zu einem „Regelstudium“ umgewandelt werden.

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