Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
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Nur die Sterne waren wie gestern

Im Mai zeigte die ÖH an der Uni Wien in der Aula der Universität Wien die Ausstellung „Henryk Mandelbaum- Nur die Sterne waren wie gestern“, die den Menschen Henryk Mandelbaum, Überlebender des Sonderkommandos Auschwitz, vorstellt. Die Wirkung von Geschichte und Politik auf ein menschliches Einzelschicksal wird hier verdeutlicht.

Mit beeindruckenden Fotos von Henryk Mandelbaum an verschiedenen Orten seiner schrecklichen Vergangenheit wird sein Lebensweg nachgezeichnet.

Wie er vor dem Krieg mit seiner Familie lebte. Der Weg der Familie Mandelbaum von einem normalen Leben in ein Leben voller Verachtung, Verfolgung und Vernichtung. Einfühlsam wird geschildert, wie der junge Mandelbaum die Grauen im KZ-Lager Auschwitz überlebte, indem er während eines Todesmarsches flüchtete.
Mit eigenen Worten erzählt er wie er als junger Mensch schließlich in sein eigenes neues Leben trat. Ohne jedoch zu vergessen, was die Nazis ihm angetan haben, und wie diese grauenvollen Erinnerungen sein ganzes späteres Leben prägten. „Was ich dort gesehen habe, wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht zu erleben“, so Mandelbaum bei der Eröffnung der Ausstellung am 7. Mai in der Aula der Uni Wien.

Braune Flecken an der Uni

Die Aula der Uni Wien ist auch jener Ort an dem bis vor kurzem der Siegfriedskopf, Wallfahrtsort für rechtsradikale Burschenschafter stand. Aufgrund heftigen Widerstands gegen dieses Symbol des Deutschtums und Faschismus wurde er schließlich aus der Aula in den Hof der Universität verbannt. Jeden Mittwoch pilgern unter heftigem Protest der Studierenden nach wie vor Burschenschafter an die Uni. Die Burschenschafter aber sind nicht die einzigen braunen Flecken an der Uni Wien. Nur kurze Zeit nach der Befreiung Österreichs vom Faschismus wurden viele „minderbelastete“ braune Lehrende wieder zurück an die Uni geholt.  Borodajkewycz ist nur der  bekannteste unter vielen FaschistInnen die unter dem Gejohle des RFS weiterhin ungeniert ihr Gedankengut verbreiten durften. Bei den Protesten gegen diese Missstände wurde der Antifaschist Ernst Kirchweger von einem Mitglied der Burschenschaft Olympia ermordet.

Wehret den Anfängen

Manche meinen es wäre nicht gut sich zu viel mit der Vergangenhheit zu beschäftigen. Doch es ist unsere demokratische Pflicht uns mit der Geschichte auseinander zu setzen. Mensch muss die Geschichte kennen um Vorgänge in der Gegenwart begreifen zu können. Die FaschistInnen treten heute weder in Braunhemden noch Springerstiefeln auf, sondern „getarnt“ als bürgerliche Spießer, vermeintlich angepasst ans herrschende System. Doch wo AusländerInnenhass , Homophobie und Deutschtum salonfähig werden, da beginnt die Gefahr.
Nach wie vor ist der Faschismus nicht tot. Er muss bekämpft werden, damit sich die Vergangenheit nicht wiederholt.

Über die Ausstellung

Tina Henkel, Historikerin und Politologin aus Hamburg, die Kasseler Autorin Karin Graf und der Kasseler Fotograf Andreas Dahlmeierhaben Henryk Mandelbaum in Fotos und Texten porträtiert und seine Geschichte in dieser Ausstellung für die Öffentlichkeit aufbereitet.
In einem einstündigen Film berichtet Henryk Mandelbaum über sein Leben und vor allem über seine Arbeit als Häftling des Sonderkommandos des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz.

Die Fotoausstellung ist in deutsch-polnischer Kooperation entstanden. Beteiligt sind das Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. aus Kassel, die Internationale
Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim (Auschwitz) und der
Verein „Gegen Vergessen Für Demokratie“. Nach der Erstpräsentation im Mai 2005 in Auschwit zwar die Ausstellung in verschiedenen polnischen und deutschen Städten zu sehen. Im Mai präsentierten sie der Verein Gedenkdienst, die ÖH Uni Wien und Givat Haviva in der Aula der Universität Wien.

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