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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Das Medizinstudium
Allgemeines
Das Medizinstudium läuft nun bereits einige Jahre mit einem völlig neuen Studienplan. Erstmals in Österreich ist damit auch die Zahnmedizin eine eigene Studienrichtung geworden.
Im neuen Lehrplan wurde ein Modulsystem eingeführt, die einzelnen Module werden „Blöcke“ genannt. Der erste Abschnitt gliedert sich in sechs Blöcke und dauert zwei Semester. Passend zum Thema des jeweiligen Vorlesungsblocks gibt es Praktika, die in Kleingruppen unterrichtet werden.
Parallel zu diesen laufenden Veranstaltungen muss du so genannte „Line Elemente“ absolvieren. Das sind studienbegleitende Kurse wie zum Beispiel Erste Hilfe und Soziale Kompetenz.
Die Lines sollen dir klinisches Denken, klinische Fähigkeiten und Erfahrungen näher bringen und werden mit fortschreitenden Semestern „auf Kosten“ der Grundlagenwissenschaften immer intensiver.
Prüfungen sind große Multiple Choice Tests (SIP und FIP), deren Fragen jeweils fünf Antwortmöglichkeiten haben. Diese Tests werden dann elektronisch ausgewertet. (dazu genauer beim Thema Prüfungen). Damit du dich nicht ganz verlassen fühlst, haben wir in diesem Teil der Broschüre die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Blöcken des ersten Abschnittes zusammengestellt.
Dabei finden sich auch Informationen zu den Themen „Wie lerne ich diesen Block“ oder „Welche Lernunterlagen gibt es da zusätzlich“. Natürlich muss an dieser Stelle ausdrücklich gesagt werden, dass die Buchbeschreibungen und Lerntipps niemals für alle Menschen gleich zutreffen können. Wir wollen dir aber unsere persönlichen Erfahrungen und Meinungen nicht vorenthalten. Wir hoffen, dass der eine oder andere Tipp bei dir voll ins Schwarze trifft und dir das Studium und vor allem das Lernen erleichtert.
Lehrveranstaltungen
Vorlesungen
Im Stundenplan des Blockes den du gerade besuchst ist eingetragen, wann und wo Vorlesungen zu spezifischen Themen stattfinden. Generell sind Vorlesungen nicht verpflichtend und müssen nicht besucht werden. Es ist aber ratsam das dennoch zu tun, denn wo bekommst du es sonst erklärt.
Eine Vorlesung des ersten Abschnitts wird in drei Kohorten unterrichtet, das bedeutet, dass die selbe Lehrveranstaltung gleichzeitig in drei Hörsälen parallel stattfindet. Natürlich bist du mit deiner Kleingruppennummer (siehe unter Kleingruppen) offiziell in einer Kohorte angemeldet, bei Vorlesungen ist das aber egal. Es empfiehlt sich hier, die für dich besten Vortragenden auszusuchen.
Vor allem in Block 1 ist es ratsam in deiner Kohorte zu bleiben, denn die verschiedenen Vorlesungen werden (beinahe) von den selben Personen gehalten – nur zeitversetzt natürlich. Und jede Kohorte bekommt ihre/n persönlichen Tutor/in, eine Ansprechperson für alle Fragen die in der Studieneingangsphase so auftreten können.
Praktika
Zu den meisten Praktika gibt es Unterlagen, die du dir aus dem Internet herunterladen kannst. Es ist sinnvoll, diese Skripten zu mindest einmal zu überfliegen, bevor du in das Praktikum gehst, damit du weißt, auf was es ankommt. Oft gibt es dabei auch Arbeitsblätter die du unbedingt vorher ausdrucken solltest, um dann nicht mit leeren Händen dazustehen.
In Block 1 ist die Teilnahme am Kleingruppenunterricht nicht verpflichtend, die Teilnahme wird aber registriert. In allen anderen Blöcken gilt die positive Teilnahme (Anwesenheit und „Mitarbeit“) an allen Praktika als Voraussetzung für die Zulassung zur SIP/FIP.
Keine Zeit für dein Praktikum- was nun?
Solltest du einmal keine Zeit für deinen Praktikumstermin haben, musst du dich rechtzeitig darum kümmern (sprich ein Mail an den/die Zuständige(n) schreiben) in einer anderen Gruppe unterzukommen. Oft reicht es auch einfach in eine andere Gruppe zu gehen und zu fragen, ob du dein Praktikum in dieser Gruppe machen kannst. Wenn du auch das nicht getan hast, musst du eine schriftliche Arbeit über das Praktikumsthema liefern, damit dir der Kurs angerechnet wird.
Lines
Erste Hilfe
Seit diesem Semester findet die Erste Hilfe in Form eines 15 stündigen Praktikums parallel zu Block1 und 2 und 3 statt. Anwesenheit ist Pflicht und auch wirklich empfehlenswert.
Auf diese Grundlagen bauen die im zweiten Abschnitt stattfindenden Praktika(Reanimation etc.) auf. Das Erste Hilfe Praktikum findet in den Kleingruppen statt.
Der Stoff wird im am Ende des Kurses praktisch geprüft.Generell unterscheiden sich die behandelten Themen nicht von einem normalen Erste Hilfe Kurs, den mensch zum Beispiel für den Führerschein besuchen musste. Als Lernunterlage dient auch das Skriptum „Erste Hilfe- Unfallverhütung“ des Österreichischen Roten Kreuzes. Die Neuauflage dieses Büchleins, das es zu kaufen gibt, ist zum Lernen nicht wahnsinnig empfehlenswert. Besser du schaust dich mal zu Hause nach der alten Ausgabe um. Aber achtung, es gibt neue Guidelines!
Praktikum Erste Hilfe
Wenn du eine Ausbildung zum/zur Notfalls- oder RettungssanitäterIn nachweisen kannst (mind. 144 Stunden) oder diplomierteR KrankenpflegerIn bist kannst du die Bescheinigung am ersten Praktikumstag in deiner Gruppe vorweisen und dir nach Anerkennung den Kurs sparen.
Zuständig für diese Line ist Dr. Heidrun Losert, Univ.-Klinik für Notfallmedizin
Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien,
Tel:01/40400/1954
heidrun.losert@meduniwien.ac.at
Soziale Kompetenz
Diese Line ist neu und hat die frühere Berufsfelderkundung abgelöst und besteht aus einem Einführungsseminar, einem Praktikum und einem Tutorium. Diese Line findet in mehreren Zügen verteilt über das ganze Semester statt, je nach dem in welcher Kleingruppe du bist. Ziel dieses Lineelements ist es Studierende möglichst früh Kompetenzen wie Empathie und den richtigen Umgang mit PatientInnen zu vermitteln. Im Einführungsseminar geht es vor allem um die Reflexion über die Rolle von ÄrztInnen und deren Selbstverständnis. Weiters wird theoretisch auf das Thema “sozialen Kompetenz“ eingegangen, sowie auch über die Einrichtung Haus der Barmherzigkeit informiert. Es handelt sich hierbei um eine Einrichtung in der chronisch Kranke betreut werden und das ist auch der Ort wo das Praktikum stattfindet. Danach musst du einen Dokumentationsbericht erstellen.
Während des Praktikums soll der Kontakt zu den PatientInnen im Vordergrund stehen und nicht klinisches Wissen im Bezug auf deren Leiden. Im abschließenden Tutorium soll das Erlebte nochmals aufgearbeitet werden, indem alle gemeinsam über ihre Erfahrungen sprechen.
Ansprechpartnerin für dieses Lineelement ist Mag. Alexandra Schmid, Haus der Barmherzigkeit
Seeböckgasse 30a, 1160 Wien,
Tel: 01/40199 1111.
alexandra.schmid@hausderbarmherzigkeit.at
Wichtig: Die positive Absolvierung der SK ist Vorraussetzung für den Antritt zur SIP!
Physikalische Gesundenuntersuchung
Im zweiten Semester findet das Lineelement „Physikalische Gesundenuntersuchung (PGU)“ im Ausmaß von 15 Stunden statt. Hier werden dir die Grundlagen der Untersuchungstechniken näher gebracht wird. Auf diese Veranstaltung kann mensch sich durchaus freuen, weil es die erste wirklich praktische Begegnung mit dem ÄrztInnendasein ist.
Ein guter Tipp ist, sich vor Beginn der PGU noch einmal die Anatomie von Thorax, Herz, Mundhöhle und Augen sowie die wichtigsten Nerven und Reflexe (z.B. Pupillenreflex) anzuschauen.
Im besten Falle nimmst du eine Taschenlampe, einen Goniometer und ein Stethoskop mit. Meistens sind diese Geräte aber auch im Praktikum vorhanden. Gerade aber beim Stethoskop ist es natürlich angenehmer sein eigenes zu haben. Wir legen dir nahe dir nicht irgendein Stethoskop zu kaufen, sondern gleich ein qualitätiv hochwertiges.
Die Art der Leistungsüberprüfung erfolgt anhand deiner Anwesenheit. Am Ende der PGU findet je nach Kleingruppenleiter/in auch eine praktische Überprüfung. Solltest du einmal einen Termin versäumen, oder solltest du irgendwelche Unklarheiten zu diesem Thema haben, dann wende dich an den Linekoordinator Univ.-Prof. Dr. Helmut Gruber (mail: helmut.gruber@meduniwien.ac.at).
Zusatzlehrveranstaltungen
Biochemie Repetitorium
Sollte dir die Biochemie Kopf zerbrechen bereiten oder hast du einfach noch nicht ganz kapiert, was genau dir in Block drei, vier und fünf in Sachen Aminosäuren, Genetik und Co vermittelt werden sollte, dann bist du hier genau richtig. Es eignet sich aber auch zur Überprüfung des eigenen Wissensstands.
In den Semesterferien und cirka einen Monat vor der SIP im Juli bietet sich die Möglichkeit ein Repetitorium der Biochemie zu besuchen. Im Rahmen dieser Veranstaltungen wird in Kleingruppen noch einmal der ganze Stoff durchgenommen. Das Repetitorium findet in Gruppen mit bis zu 20 Personen statt. Geleitet wird es von Prof. Goldenberg und anderen Biochemie- und GenetikprofessorInnen.
Meist wird in der ersten Stunde mit der Gruppe ausgemacht, wie das Repetitorium ablaufen soll, um einen möglichst großen Nutzen daraus zu ziehen. Auch werden oft Prüfungsfragen besprochen. Für den regelmäßigen Besuch wirst du mit zwei Semesterwochenstunden belohnt, die du dir als Wahlpflichtfach anrechnen lassen kannst.
Anmeldung findet in etwa ab Ende Dezember bzw Anfang Jänner auf der Homepage der Biochemie univie.ac.at/Med-Chemie/MCW/MCW.htm statt. Für das Juni- Repetitorium startet die Anmeldung für die meist schnell vergriffenen Plätze im Mai. Solltest du keinen Platz mehr bekommen, so lohnt es sich auf jeden Fall am Beginn der Lehrveranstaltungen einfach hinzugehen und auf die Gutmütigkeit der ProfessorInnen zu bauen.
Anatomie
Im Wintersemester findet die „ Basisvorlesung Anatomie kompakt“ statt.
Hier werden die einzelnen Anatomiekapitel noch mal durchgegangen. Genaue Zeit und Ort werden nach Übereinkunft vereinbart. Nähere Infos auf der Homepage der Abteilung für systematische Anatomie.
Tipps
Lernunterlagen
Gleich zu Beginn des Studiums werden dir für wichtige Fächer Lehrbücher empfohlen. Da während eines Blockes für diese Bücher oft die Preise steigen, ist es sinnvoll, sie schon etwas vor Beginn der Lehrveranstaltungen zu kaufen. Ganz wichtig ist es auch, in verschiedene medizinische Buchhandlungen zu gehen, da wir herausgefunden haben, dass die Preise oft etwas voneinander abweichen können. Neben den oft empfohlenen Facultas Geschäften möchten wir auch auf die Buchhandlung Urban und Schwarzenberg bzw. Maudrich hinweisen, in der fachkundiges Personal gerne bereit ist, verschiedene Bücher vorzuzeigen und auch zu erklären. Auch kann es preislich günstiger kommen, die Bücher im Internet zu bestellen.
Versinken im Zettelchaos? Neben den Büchern gibt es jede Menge Vorlesungsfolien, Zusammenfassungen und Praktikumsskripten im Internet zum Download. Je nach dem ob du gerne vor dem Bildschirm lernst oder dir den Stoff mehrfärbig anstreichen musst, ist es sinnvoll, die Unterlagen auszudrucken. Um Papier zu sparen empfiehlt es sich, zwei, vier oder sechs Seiten auf einem Blatt auszudrücken. Hierfür einfach unter Drucken – Seiten pro Blatt die Einstellung ändern.
Kleingruppenanmeldung 2. Semester
Um auch im zweiten Semester am Kleingruppenunterricht teilnehmen zu können, musst du dich im Internet wieder neu für eine Kleingruppe anmelden.
Um dich anzumelden brauchst du deinen Studienbeitrag noch nicht eingezahlt zu haben. Die Anmeldung wird um 24 Uhr freigeschalten und der Server ist leider schon einige Minuten davor stark an seinen Kapazitäten angelangt. Hat’s vielleicht nicht geklappt mit all deinen FreundInnen gemeinsam in die Kleingruppe gekommen zu sein, dann freu dich einfach drauf, neue Leute kennen zu lernen.
Spezielle Studienmodule –SSM 1
Obwohl du sicherlich mit dem ersten Abschnitt am MCW nicht unterfordert sein wirst, musst du zu Beginn des zweiten Semesters bereits für den zweiten Abschnitt vorausplanen. Die Wahl deines Wahlpflichtfaches (SSM1) bleibt natürlich nicht ganz dir überlassen, aber du darfst zumindest deine Präferenzen bezüglich verschiedenen Themen aus einer Themenbörse angeben. Dazu schaust du einfach ab April regelmäßig unter: ai.univie.ac.at/a202/block7/wahlpflicht.html auf die Homepage der MUW. Wichtig ist, dass du mehreren Fächern hohe Präferenzen einräumst, da so die Wahrscheinlichkeit steigt, dass du ein von dir bevorzugtes Fach zugeteilt bekommst.
Welches Fach dir letztendlich für Block 7 als SSM1 zugeteilt wurde erfährst du wenige Tage vor Block 7 nach Bekanntgabe der September-SIP Ergebnisse.
Foren
Wenn du dich mal mit anderen Studi¬enkollegInnen austauschen oder über Stofffragen beraten willst, sind Diskussi¬onsforen genau das richtige. (Z.B:medizinstudium.at).

