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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
What the fuck?!
Bekämpfe Sexismen in deiner Umgebung! Der VSStÖ macht in diesem Herbst mit einer Kampagne auf Vorurteile aufgrund des Geschlechts und insbesondere auf die damit einhergehenden Diskriminierungen von Frauen in Österreich aufmerksam.
"Montanistik is halt kein Frauenstudium...“, „... die können nicht rational denken, Frauen und Logik - das passt nicht zusammen“, „Männer können nicht zuhören und Frauen nicht einparken“.... Solche oder ähnliche Sprüche hast du auch sicherlich schon öftersin deinem Umfeld gehört. Dabei werden die Mechanismen, Degradierungen und Diskriminierungen, die hinter ihnen stehen, oft nicht erkannt. Bei Zuschreibungen, wie den eben getätigten handelt es sich um Sexismen, also Vorverurteilungen aufgrund des angenommenen biologischen Geschlechts einer Person, was dazu führt, dass eben dieser Person im Vorfeld angebliche Eigenschaften, Fähigkeiten, Vorlieben oder Wünsche angehaftet werden, ohne sie zu kennen und sie als individuell denkenden und handelnden Menschen wahrzunehmen.
Sexismen werden innerhalb von Gesellschaften praktiziert, in denen Machtverhältnisse herrschen, die bestimmte Personengruppen bevorteilen und andere benachteiligen. Es entsteht eine Hierarchie der Geschlechter. Abgesehen davon, dass meist unreflektiert von zwei Geschlechtern gesprochen/gedacht/geschrieben wird, erfolgt die Dichotomisierung (in diesem Fall also die Konstruktion von zwei entgegengesetzten Geschlechtern) meist zu Ungunsten von Mädchen und Frauen. Die „zwei“ Geschlechter Männer und Frauen werden einander konträr gegenübergestellt, wobei Frauen in der Regel jene Eigenschaften und Fähigkeiten zugeschrieben bekommen, die gesellschaftlich weniger prestigeträchtig erscheinen und belächelt werden. Beispiele hierfür: Während Männer häufig mit Rationalität, Coolness, Stärke und Zielstrebigkeit assoziiert werden, wird Frauen Emotionalität, Sanftmut, Schwäche und Zurückhaltung zugeschrieben. Das hat böse Folgen – für Frauen.
Auch in der Arbeitswelt sind Sexismen offensichtlich: In Österreich verdienen Frauen bei gleicher Arbeit und gleichem (Aus)Bildungsniveau durchschnittlich um 26,2% weniger als Männer. Das Argument: „Wenn Frauen arbeiten, ist es doch nur ein Zuverdienst, schließlich arbeitet der Ehemann ja auch... Außerdem ist eine Frau teurer, sie bringt ja Kinder zur Welt und fällt aus. Das kostet“. Diese Formen der Diskriminierung und Vorverurteilung sind wohl die offensichtlichsten Ausformungen von Sexismus – und trotzdem bestehen sie weiterhin.
Gläserne Decke
Der Bereich der Wissenschaft ist ebenfalls von sexistischen Praktiken geprägt und auch hier sitzen Frauen prinzipiell auf dem kürzeren Ast: An Universitäten gelangen Frauen, obwohl sie die Mehrheit der StudienbeginnerInnen ausmachen (Wintersemester 2008/09: 57% Studentinnen unter den Erstsemestrigen gegenüber 43% Studenten) kaum an die wissenschaftliche Spitze. Je weiter mensch die Universitätslaufbahn nach oben blickt, desto weniger Frauen finden sich. Österreichweit gibt es keine einzige Unirektorin und lediglich 16% Professorinnen. Dies liegt vor allem daran, dass wissenschaftliche Karrierewege so gelegt sind, dass sie von Männern eher beschritten werden können, da es ihnen leichter gemacht wird, Vollzeit zu forschen und zu publizieren, während Frauen mit gleichen Ambitionen durch herrschende Rollenbilder verstärkt in die Haus- und Erziehungsarbeit gedrängt werden, was die Arbeit als Wissenschafterin – welche mit Reisen und Flexibilität einhergeht – erschwert. Auch die Existenz und das Wirken von Männerseilschaften (beispielsweise Verbindungen, die keine Frauen aufnehmen, elitäre Clubs o.Ä.) bedingen eine Diskriminierung von Frauen bei Vorstellungsgesprächen, bei der Wahl von Studienassistierenden und Professuren.
So kann es nicht bleiben!
Der VSStÖ hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit einer Kampagne auf eben jene Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen, sie anzuklagen und Lösungsvorschläge auszuarbeiten, um ihnen mit wirksamen Maßnahmen ein Ende zu setzen. In unseren Materialien zeigen wir mit Theorie und praktischen Beispielen auf, wie und warum Sexismus in den Bereichen Ökonomie, Wissenschaft und Medien funktioniert und was zu tun ist.
An unseren Infotischen und bei VSStÖ-Hütten kannst du dir Broschüren, Sticker, Buttons u.v.m zum Thema abholen und dich informieren. Wenn du Lust hast, mit anderen Menschen zum Thema zu bloggen, dir unser Video zur Kampagne anzusehen, zu sehen, wer oder was den „aktuellen Tomatenwurf“ in Sachen sexistischem Verhalten verdient hat, oder wenn du an unserem Gewinnspiel teilnehmen möchtest, dann besuch doch unsere Homepage www.whatthefuck.at.
Gib‘ Sexismus keinen Raum!
Kathrin Glösel

