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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Mündige Mediziner*innen
Kommentar vom VSStÖ Medizin
Auf der Medizinischen Universität Wien haben die Studierenden bereits seit Jahren mit den Zuständen zu kämpfen, gegen deren schrittweise Einführung gerade an vielen Unis in Österreich protestiert wird. Leider zählt die ÖH Medizin zu den wenigen, die sich für diese Bewegung scheinbar nur sehr wenig interessieren, es blieb bislang bei fünf zahnlosen Forderungen, die durch den Vorsitzenden medienwirksam an das Rektorat übergeben wurden und einem Aufruf zur ersten Demo, der allerdings erst eine Stunde vor Beginn an die Studierenden erfolgte, kein Aufruf für die zweite Demo, dafür für eine Demo für
legales downloaden.
Da aber gerade auf der MUW die Situation der StudentInnen nicht totgeschwiegen werden darf, hat sich seit Beginn der Audimax-Besetzung eine Arbeitsgruppe speziell für alle MedizinstudentInnen, die in den letzten Wochen kräftig gewachsen ist, gebildet. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, die Proteste auch auf die Meduni zu tragen und dort einen offenen und politischen Diskurs über die derzeitigen Bedingungen anzuregen, bereits mit einigen Erfolgen. Es gibt viele Medizinstudierende, die sich gegen das beschränkte und verschulte System eintreten und auch Unterstützung von den Lehrenden bekommen. Wichtige Punkte sind hierbei vor allem die komplett verschulte Struktur des derzeitigen Studienplanes, sowie das Prüfungssystem, den nicht existenten Raum für Studierende an der MUW und natürlich die Zugangsbeschränkungen, die derzeit durch den EMS-Test erfolgen. Ein Test, der nur Fähigkeiten wie Konzentrationsvermögen und dreidimensionales Denken abprüft kann nicht akzeptiert werden, denn damit wird auch akzeptiert, nicht selbstständig denkende Fließband-MedizinierInnen in unser Gesundheitssystem zu entlassen und gleichzeitig Menschen von einem Studium auszuschließen ohne deren “Nicht-Eignung“ fürs Medizinstudium jemals festgestellt zu haben. Wir brauchen mündige MedizinerInnen, das ist nur mit einer guten Universität möglich, daher kämpfen wir für bessere Studienbedingungen und eine bessere Situation für alle Lehrenden.
Mirijam Müller

