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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Es breitet sich aus...
Was vor etwa drei Wochen mit der Besetzung der Aula der Akademie der Bildenden Künste in Wien begonnen hat, ist mittlerweile zu einer enormen Protestwelle geworden, die sich auch über die Grenzen von Österreich weiter ausbreitet.
AudiMax und Hauptgebäude
Der größte Hörsaal Österreichs ist noch immer in der Hand von Studierenden – und das nach über zwei Wochen. Was mit einer kleinen Demo und einer recht spontanen Besetzung begonnen hat, ist mittlerweile zu einer Protestwelle und einem Hoffnungsschimmer für die Bildungspolitik geworden. Nach einer Großdemo mit etwa 50.000 Teilnehmer*innen bleibt das AudiMax besetzt. Eine Woche später gingen wieder im Zuge eines Aktionstages 20.000 Studierende und Solidarisierende auf die Straße. Täglich finden Plena, Arbeitsgruppen und Vorträge statt. Weitere Hörsäle werden immer wieder besetzt und wurden jetzt beispielsweise als Frauen-Trans*-Raum eingerichtet.
C1 und Unicampus
Die Proteste der Universität Wien haben sich schon nach kurzer Zeit über die Grenzen des AudiMax herausbewegt. Es formten sich nach und nach Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Studienrichtungen. Die Studierenden der Internationalen Entwicklung besetzen seit einer Woche den zweitgrößten Hörsaal der Uni Wien, den C1. Die Forderung nach einem eigenen Institut wird seit Jahren angebracht. Gehört wurden die Studierenden nicht, deshalb wurde das Hörsaalzentrum am Campus besetzt und bereits symbolisch zum IE-Institut umgewandelt.
Juridicum
Auch das Juridicum wurde nach der Großdemo in Wien kurzfristig besetzt. Nach einer stürmischen Nacht wurde die Besetzung jedoch wieder aufgegeben. Die Arbeitsgruppe Juridicum arbeitet jedoch weiter und stellte mittlerweile eine Hörer*innenversammlung der Jusstudierenden im U10 auf die Beine. Bis auf die letzten Reihen war der größte Saal am Juridicum gefüllt, hunderte Studierende diskutierten bis spät in die Nacht über Jus-spezifische Forderungen und sprachen sich beispielsweise gegen Zugangsbeschränkungen im Jusstudium und für eine freie Prüfer*innenwahl aus.
WU Wien
Aber nicht nur die Studierenden an der Universität Wien gehen auf die Barrikaden. Schon nach kurzer Zeit formierte sich eine Arbeitsgruppe für die Wirtschaftsuniversität Wien, welche mit einem eigenen WU-Studierenden Block an der Demo am 28. Oktober teilnahmen. Auch hier wird weiter an spezifischen Forderungen gefeilt. Die Hörer*innenversammlung eine Woche nach der Demo zeigte, dass schlechte Studienbedingungen kein Uni Wien Problem sind, sondern auch an der WU nicht alles im Reinen ist und
Verbesserungsbedarf besteht.
Med Uni Wien
Die Medizinstudierenden sprachen sich schon nach kurzem gegen Zugangsbeschränkungen und den EMS-Test im Medizinstudium aus. Hier werden seit Anfang der Besetzung Probleme und Missstände an der Medizinischen Universität thematisiert. Ursprünglich sogar in zwei - mittlerweile fusionierten - Arbeitsgruppen Med und Medizin. Ein breiter Forderungskatalog, welcher das Studieren an der Medizinischen Uni verbessern soll, wurde bereits dem Rektorat übergebem.
TU Wien
Die Technische Universität Wien ist mittlerweile auch schon seit knapp zwei Wochen besetzt. Auch hier formierte sich ein Protest. Kürzlich gab es sogar das erste Vernetzungsplenum aller besetzten Universitäten an der TU, wo über weiteres Vorgehen, etc. diskutiert wurde. Es gibt tägliche Plena, Vorträge und viele verschiedene Arbeitsgruppen.
Akademie der Bildenden Künste
Auch die Akademie der Bildenden Künste ist noch immer besetzt. Der Punkt an dem die Protestwelle ihren eigentlichen Ausgang genommen hat, bleibt weiterhin in den Händen der Studierenden und Lehrenden, welche sich von Anfang an mit den Forderungen solidarisierten.
KFU Graz
An der Karl Franzens Universität Graz kamen schon am Anfang der Besetzung Solidarisierungserklärungen ins AudiMax geflattert. Kurz darauf dann der Beschluss: die Vorklinik wird besetzt. Und das ist sie auch weiterhin, bei einer Demonstration in Graz kamen über 4.000 Protestierende, welche die Bildungspolitik der letzten Jahre satt haben und ein
Zeichen setzten.
JKU Linz
Nach einer enorm gut besuchten Hörer*innenversammlung wurde schließlich auch auf der Johannes Keppler Universität Linz ein Hörsaal besetzt. Täglich finden hier Vorträge von solidarisierenden Lehrenden und anderen statt. Letztes Wochenende wurde dann der Hörsaal geräumt - die Proteste an der JKU gehen trotzdem weiter.
Uni Salzburg
Nach einer Demonstration mit über 500 Leuten in Salzburg wurde der Hörsaal 381 der
GesWi von 300 Menschen blockiert und bis heute besetzt. Auch der Rektor der Uni Salzburg erklärte in einem Plenum, er unterstütze die Proteste seiner Studierenden.
Uni Klagenfurt
Es begann vor einer Woche, mit einer Versammlung von etwa 400 Studierenden in Hörsaal 1, nach kurzer Zeit wurde ein Teil der Aula Uni Klagenfurt als besetzt erklärt. Es folgten weitere Protestaktionen, Plena und Vorträge.
Innsbruck
An der Uni Innsbruck wurde kurz vor Halloween die Aula der SoWi besetzt. Trotzdem fanden bereits einige spannende Diskussionen mit Lehrenden, Vorträge, Plena und Aktionen statt. Beispielsweise wurden Flashmobs zur Eröffnung der neuen Tiroler Landes- und Universitätsbibliothek initiiert.

