Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Kritisch und selbstbestimmt Studieren

Es gehört zu den zentralen Aufgaben einer, sich als progressiv und umfassend verstehenden, Studierendenvertretung die Ressourcen und Möglichkeiten für selbstbestimmte wissenschaftliche Aktivitäten von Studierenden zur Verfügung zu stellen. Dies kann in vielerlei Hinischt vonstatten gehen: Sei es nun durch das Engagement in diversen akademischen Gremien, wie beispielsweise dem Senat, um in Studienplänen und studienrechtlichen Angelegenheiten so gut als möglich Freiheiten innerhalb des Studiums abzusichern und auszubauen oder durch direkte Unterstützung für studentische Projekte abseits des
„normalen“ Universitätsbetriebs.

ÖH fördert

Diese Aufgaben sind nicht neu. Dementsprechend haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten, im Rahmen der ÖH, vielerlei Projekte und Initiativen in diesem Sinne bereits institutionalisiert. So existiert ein eigener Budgettopf für so genannte Sonderprojekte. JedeR Studierende welcheR an der Universität Wien studiert, kann sich damit Projekte - sofern sie „sich mit für Studierende relevanten Themen befassen, bzw. hauptsächlich von Studierenden getragen werden“ - mit bis zu 1000 Euro fördern lassen. Dies gilt nicht nur für diverse Veranstaltungen sondern auch für diverse Publikationen – bis hin zu wissenschaftlichen Arbeiten. Weiters existiert ein eigenes Budget, mit dem frauenspezifische und feministische Projekte gefördert werden.

Doch lässt die Bekanntheit dieser Förderungsmöglichkeiten mehr als zu wünschen übrig. Öffentlich zugängliche Informationen sind sehr spärlich gesät. Oftmals ist einzig und allein das mehr oder weniger zufällig erworbene Wissen, dass diese Institutionen überhaupt existieren, dafür ausschlaggebend, ob Menschen überhaupt die Möglichkeit haben um Förderungen anzusuchen. Deshalb wollen wir einen Informationsfolder zu Förderungsmöglichkeiten durch die ÖH erstellen und in ausreichender Anzahl produzieren, welcher in den Räumlichkeiten der ÖH, bzw. der Studien- und Fakultätsvertretungen, sowie bei diversen Veranstaltungen aufliegen soll, um das Wissen über diese Förderungsmöglichkeiten zu verbreitern. Darüber hinaus soll die ÖH Uni Wien weiterhin und intensiviert Kooperationspartnerin für diverse größere Projekte sein. Ist es nun die Frauen Frühlings Universität oder das Gramsci-Symposium, die Aktionstage für freie Bildung oder der Sammelband zu sozialer Selektion an Österreichs Universitäten  „Keine Chance für Lisa Simpson.“ In diesen Fällen konnte sich die ÖH – und mit ihr der VSStÖ - in vielerlei Hinsicht einbringen - nicht nur finanziell und ideell, sondern vor allem auch mit Know-How, Erfahrung und Kontakten. Doch sollte auch vermittelt werden, dass  die ÖH ebenso bei kleineren Projekten mit Rat und Tat behilflich ist.

Hartnäckige Vertretung

Natürlich darf auch der bildungspolitische Aspekt im engeren Sinn nicht vernachlässigt werden. Werden doch in vielen Gremien, in denen auch StudierendenvertreterInnen (minoritär) vertreten sind, für die Selbstbestimmtheit des Studiums zentrale Angelegenheiten entschieden. Ob es Studienrecht, Studienpläne oder Erweiterungscurricula sind, StudierendenvertreterInnen müssen in diesen Gremien  hartnäckig für Studierendeninteressen eintreten. Dabei  wird in den nächsten beiden Jahren die Auseinandersetzung für ein „individuelles Erweiterungscurriculum“ im Zentrum stehen. Dieses soll garantieren, dass auch Bachelorstudierende die Möglichkeit haben, sich ihre Vertiefungsmodule selbstständig zusammen stellen zu können, anstatt von den angebotenen Erweiterungscurricula in ihrer Wahl eingeschränkt zu werden.  Verhindert doch die momentane Gestaltung der Studienpläne beispielsweise sich im eigenen Fach zu vertiefen oder sich nach den jeweiligen Interessen auch interdisziplinäre Lehrveranstaltungen anrechnen zu lassen.

Generell muss es das Ziel der Studierendenvertretung sein selbstbestimmte Aktivitäten von Studierenden in jeglicher Hinsicht zu fördern. Denn Studieren heißt  nicht nur den Mut zu haben sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, sondern es bedarf vor allem auch der Möglichkeit dazu und nicht von einem verschulten und bürokratischen Universitätsbetrieb daran gehindert zu werden.

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