Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Kinderbetreuung

Sieben Prozent aller Studierenden sind Eltern eines oder mehrerer Kinder. Für sie kommt neben der, für Studierende üblichen, Mehrfachbelastung von Studium, Studierendenjobs, Praktika, Haushalt und ähnlichem auch das Problem der Kinderbetreuung hinzu. Ein Problem das keines sein müsste. Dennoch verbringen studierende Mütter von Kindern im Alter von bis zu zwei Jahren über 70 Stunden in der Woche damit, ihre Kinder zu betreuen. Dass die Väter der Gleichaltrigen nur etwa 23 Stunden aufbringen müssen, ist ein eigenes Kapitel. Aber Kinderbetreuung im Allgemeinen ist weder Frauen- noch Geschlechterthema. Es ist ein Thema, das alle betrifft, denn es geht um die Entwicklungsmöglichkeiten von Erwachsenen und Kindern.

Da dem Staat diese Entwicklung nur 60 Euro (ca. 6 Stunden private Kinderbetreuung) Förderung pro Kind im Monat wert ist, arbeitet der VSStÖ in der ÖH intensiv an der Unterstützung der Eltern, die diese vom Staat
nicht bekommen.

Ein bereits etabliertes Projekt ist der ÖH-Kindergarten der Studierenden die Möglichkeit gibt ihren Nachwuchs betreuen zu lassen. Innerhalb von Wien gibt es außerdem die Verbesserung, dass die Kindergärten jetzt kostenfrei sind. Doch Studierende haben besondere Bedürfnisse und damit besondere Ansprüche an die Kinderbetreuung. Dabei geht es nicht nur um das üblicherweise knappe Budget von Studierenden, sondern auch um ihren Tagesablauf, der sich mit dem Erwerbstätiger nicht vergleichen lässt. Lehrveranstaltungen finden auch außerhalb der üblichen Kindergartenöffnungszeiten statt, Seminararbeiten müssen an Wochenenden und auch schon mal in der Nacht geschrieben werden.

Der Hürdenlauf durch den Bürokratie-Dschungel und innerhalb der skandalösen Öffnungszeiten des Unibetriebs verlangt schon kinderlosen Studierenden oft einen Kraftakt ab. Wenn dabei auch noch Kinderwägen über die Stufen der bei weitem nicht barrierefreien Universität geschoben werden müssen, wird diese Disziplin auf olympisches Niveau gehoben.

Die bisherige Lösung war oftmals eine private Kinderbetreuung durch BabysitterInnen oder Verwandte, die jedoch ein intaktes und geografisch nahes soziales Umfeld oder eine Menge an Geld erfordert.

Flexibel und unkompliziert

Um diesen SpitzensportlerInnen der Disziplin Studium an der Universität Wien entgegen zu kommen, plant der VSStÖ eine flexible Kinderbetreuung. Einen Ort, an dem Kinder jeden Alters für eine beliebige Anzahl von Stunden betreut werden, etwa für die Dauer einer Prüfung, Lehrveranstaltung oder eines bürokratischen Weges. Diese unkomplizierte Betreuung braucht keinen Kindergartenplatz für ein ganzes Jahr, kein aufwändiges Organisieren, kein Bitten um die Hilfe von Verwandten, die das Kind übernehmen sollen und keine BabysitterInnen, die privat bezahlt werden müssen. So wird soziale Selektion verhindert, die dafür sorgt, dass nur die Studierende mit Kind zu ihrem Abschluss kommen, die über ein gutes soziales Netzwerk, eine bildungsnahe Umgebung zur Motivation und vor allem das nötige Geld verfügen.

Dieses Kinderbetreuungsmodell wirkt dieser sozialen Selektion entgegen und schafft so bessere Chancen für eine erfolgreiche Kariere am Berufs- und Bildungsweg.

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