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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Homophobie sichtbar machen
Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ist in unserer Gesellschaft noch immer allgegenwärtig. Die Vermutung, Homophobie sei ein Problem, das hauptsächlich in bildungsfernen Schichten auftritt, ist ein weitverbreiteter Irrglaube. Denn Homo-, Bi- und Transsexuellen*-Feindlichkeit ist ein
Verhalten, das auch vor den universitären Mauern nicht halt macht.
Diskriminierungen jeglicher Art passieren in den meisten Fällen aus Furcht vor etwas Unbekanntem, etwas Anderem. In welcher Form auch immer sie auftreten, sie sind ein Zeichen von Intoleranz und haben in unserer Gesellschaft längst nichts mehr zu suchen. Die Universität, die ein Ort sein soll, der emanzipieren, kritische Auseinandersetzungen fördern und einen Blick über den Tellerrand bieten soll, darf homophobes Verhalten keinesfalls tolerieren.
Formen von Homophobie
Homophobie wird oft einhergehend mit Gewalt gegen Schwule und Lesben assoziiert. Homo phobie beginnt aber schon bei abwertenden oder beboachtenden Blicken wenn sich beispielsweise zwei Frauen auf der Straße küssen. Ab wann Verhaltensweisen homophob sind, kann nie aus der TäterInnenperspektive gewertet werden, sondern passiert ab dem Zeitpunkt, indemsich Personen aufgrund von fremden Äußerungen, Blicken psychischer und physischer Gewalt angegriffen fühlen. Homo-, Bi-, Trans*-feindliches Verhalten hat viele Gesichter:
Heterosexismus
Heterosexismus ist nicht nur weit verbreitet, getarnt unter „harmlosen“ Witzen wird Heterosexismus ähnlich wie frauenfeindliche Statements gesellschaftlich akzeptiert. Heterosexistisch sind zum Beispiel Beleidigungen und Witze aufgrund der Annahme, nicht heterosexuelle Liebe, PartnerInnenschaften oder Sexualität seien anstößig, „unnatürlich“ abzulehnen und geringeren Wertes als heterosexuelle.
Heteronormativität
Eine weitere Diskriminierungsform stellt die Heteronormativität
unseres Umfelds dar. Sie stellt Homo-, Bi-, Trans*-Sexualität in ein unsichtbares Eck der Gesellschaft und institutionalisiert Heterosexualität als einzige wahrgenommene Lebensweise. Heteronormativität stellt weiters die Systematisierung heterosexueller Lebensformen in unserem Gesellschaftssystem in den Vordergrundund beachtet keine alternativen Lebensformen wie etwa eine gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaft. Beispiele dafür sind meist in Medien, Werbung und öffentlichen Diskursen zu finden.
Aber auch viele Lehrbücher scheinen nur die Bipolarität von männlich – weiblich und Mann – Frau zu kennen - Beispiele abseits dieser Geschlechterdichotomie muss mensch lange suchen.
Homophobie ankreiden
Egal inwelcher ihrer etlichen Facetten Homophobie auftritt, sie darf in keinem Fallakzeptiert oder kleingeredet werden.
Aus diesem Grund will sich der VSStÖ ander ÖH Uni Wien verstärkt mit dieser Diskriminierung auseinandersetzen und einen Unibericht herausgeben. Dieser soll einerseits homophobe Vorfälle an der Uni und in Lehrveranstaltungen dokumentieren, sich aber vor allem mit heteronormen Strukturen innerhalb der Univeristät, Lehre und Forschung beschäftigen.

