Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Barrierefrei studieren

StudentInnen werden in ihrem Studium täglich mit Barrieren konfrontiert, wie etwa  Zugangsbeschränkungen durch Aufnahmetests, oder Knock-Out Prüfungen. Studierende, die beeinträchtigt werden, stehen aber noch weiteren physischen Beschränkungen gegenüber; seien es endloslange Stiegen, fehlende Blindenleitsysteme oder eine Erstsprache, die an der Uni nicht verstanden wird.

Beeinträchtigung Universität

Für Studierende, die beeinträchtigt werden, ist die Universität ein Ort mit etlichen Hürden, denn die meisten Gebäude sind alles andere als barrierefrei. Aber alle Räumlichkeiten österreichischer Universitäten müssen für alle Studierenden problemlos erreichbar und hürdenfrei sein.

Der VSStÖ will sich in der ÖH Uni Wien verstärkt dafür einsetzen, dass die Universität Wien wirklich barrierefrei gemacht wird. Das beinhaltet den Ausbau des Blindenleitsystems am Boden aller Gänge, sowie die Übersetzung aller Tafeln und Beschriftungen in Brailleschrift. Weiters müssen alle Schilder wegen besserer Lesbarkeit in stark abgegrenzten Farben beschriftet sein und in einer entsprechenden Höhe angebracht werden, sodass sie auch für RollstuhlfahrerInnen gut lesbar sind. Um sehbeeinträchtigten Studierenden die Arbeit mit ihren Laptops zu ermöglichen, müssen in allen Hörsälen in den ersten Reihen genügend Steckdosen vorhanden sein. Jedes Institut soll auf ihren Homepages Skripten in Form von Audiodateien online stellen und in den Bibliotheken Blindenleseplätze einrichten.

Aufzug – außer Betrieb

An vielen Instituten der Uni Wien sind zwar Fahrstühle vorhanden, meist sind diese jedoch nur bis zu einer gewissen Uhrzeit und unter der Woche in Betrieb (beispielsweise an der Germanistik), während Lehrveranstaltungen auch oft an Wochenenden und Abenden stattfinden. Für RollstuhlfahrerInnen muss es jederzeit möglich sein, alle Räumlichkeiten der Universität zu erreichen. Dafür bedarf es Aufzüge, die in alle Stockwerke gelangen und auch an Wochenenden in Betrieb sind, sowie Treppenlifte und Rampen bei allen Stufen. Die Universität Wien besitzt nur einen einzigen dieser Treppenlifte, der sich bei der Studienzulassung befindet. Nach der Zulassung müssen RollstuhlfahrerInnen also selber sehen, wie sie Zwischenstufen, die an der Uni Wien nichts seltenes sind, meistern. Wichtig bei sämtlichen Aufzügen ist, dass sie unkompliziert  durch eine Sprachsteuerung bedient werden können.

Jeder Hörsaal muss genügend Rollstuhlplätze aufweisen und die zu den Sälen führenden Türen müssen leicht zu öffnen und Griffe in einer für RollstuhlfahrerInnen erreichbaren Höhe angebracht sein. Die nun vermehrt auf den Instituten eingerichteten Feuerschutztüren, welche extrem schwer sind, müssen durch einen zusätzlichen Druckknopf geöffnet werden können.

Erstsprache: Gebärdensprache

Die Universität Wien muss, um Studierenden mit beeinträchtigtem Hörvermögen den Bürokratie- und Unidschungel zu erleichtern, GebärdensprachdolmetscherInnen zur Verfügung stellen. Um den Nachwuchs dieser zu fördern, wäre es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, ein Gebärdensprachdolmetsch Studium auch an der Universität Wien einzurichten. Dieses soll auch zum Teil von Gehörlosen unterrichtet werden. Denn, wie alle anderen Fremdsprachen auch, ist die Gebärdensprache am besten von Personen zu erlernen, die diese als Erstsprache haben.

Im Rahmen der Beratung der Universitätsvertretung soll um hörgeschädigten StudentInnen den Studienalltag ein wenig zu erleichtern und durch den Bürokratiedschungel zu helfen, die Studierendenberatung der auch gebärdensprachliche Beratung anbieten. Diese soll in Kooperation mit dem Sozial- und Bildungspolitischenreferat mindestens ein Mal monatlich stattfinden und von einer Gebärdensprachdolmetscherin gehalten werden.

Für Studierende mit Sehbeeinträchtigung sollen zukünftig Broschüren, wie etwa „Studieren mit Behinderung“, in Brailleschrift aufgelegt werden.

Runder Tisch „Studieren ohne Barrieren“

Mit verschiedenen Initiativen soll in einer großen Diskussionsrunde erarbeitet werden, worin gerade beim Studieren für Menschen, die beeinträchtigt werden, die größten Alltagshürden liegen.

Es sollen Barrieren, welche nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind, aufgezeigt, das Problembewusstsein verschärft  und Lösungswege erarbeitet werden. Die Ergebnisse, welche dort zustande kommen, sollen den Horizont erweitern und die Sensibilität verstärken. Weiters sollen sie zukünftig in die (Beratungs-) Arbeit der ÖH Uni Wien einfließen. Denn barrierefrei studieren bedeutet mehr als Fahrstühle und Blindenleitsysteme an den Gängen Universitätsgebäude einzuführen.

Sprache als Barriere

Eine starke, engagierte und sowohl in studienrechtlichen als auch sozialrechtlichen Fragen und Belangen kompetente HochschülerInnenschaft muss es sich zur Aufgabe machen, ihre Leistungen im Bereich Beratung in einer Form zu erweitern, die sie allen StudentInnen zugänglich macht. Für StudentInnen aus nicht deutschsprachigen Ländern stellt das mangelnde Angebot an ausführlichen mehrsprachigen Informationen oftmals eine Barriere dar, welche die Erkundung einer völlig neuen Wohn- sowie Studienwelt und die Orientierung darin deutlich erschwert.

Fremdsprachige Broschüren

Momentan sind zwar die Broschüren der Österreichischen HochschülerInnenschaft online abrufbar (beispielsweise „Sozialbroschüre“, „Studieren und Wohnen“, „Studieren und Arbeiten“ u.v.m.), jedoch nur in der deutschen Sprache. Sogar „Studieren in Österreich“, die sich explizit an ausländische StudentInnen richtet, ist nur auf Deutsch herunterzuladen. Im Sinne eines umfassenden Beratungsangebots auch für StudentInnen, die gerade erst begonnen haben, sich die hierzulande erforderlichen Sprachkenntnisse anzueignen und die ergo mit dem bereits vorhandenen Material noch ihre Schwierigkeiten haben, gilt es daher das Beratungsan-
gebot  auszuweiten.

Wir haben uns aus diesen Gründen zum Ziel gesetzt, Die bereits vorhandenen Broschüren in die am häufigsten unter StudentInnen gebrauchten Fremdsprachen (etwa Englisch, Serbokroatisch, oder Türkisch) zu übersetzen und diese online für alle Infosuchenden zur Verfügung zu stellen. Weiters sollen die drei am häufigsten nachgefragten Materialien sowohl in deutscher als auch englischer Sprache in gedruckter Form publiziert werden. Sie sollen - wie bisher - selbstverständlich kostenfrei angeboten werden.

Das betrifft speziell Broschüren wie etwa „Wohnen in Wien“. Diese Broschüre soll einen Überblick über Wohn- und Mietrecht, Beihilfen, sowie Tipps zur Wohnungssuche und –Finanzierung bieten, das Finden einer passenden Unterkunft erleichtern und eventuellen Konflikten mit Vermieterinnen vorbeugen. Die „Wienbegleiterin“ beinhaltet allgemein nützliche Infos und Adressen für all jene, die sich erstmals in Wien hinsichtlich Uni, günstiger Lokalitäten, Verkehrsmittel, Einkaufsmöglichkeiten und kultureller Angebote
orientieren wollen.

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