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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Für den freien Masterzugang!
Dass die dreigliedrige Struktur im österreichischen Hochschulsystem sehr schlecht umgesetzt worden ist, ist nichts Neues. Die Probleme rund ums Masterstudium werden für Studierende immer größer: Die Realität zeigt, dass der Bachelor am Arbeitsmarkt noch kaum anerkannt ist. Nicht zuletzt deswegen fassen sehr viele Studierende ins Auge nach dem Bachelorstudium ein Masterstudium zu beginnen. Das zeigen auch Übertrittsstatistiken: Über 80% der Studierenden der Bachelorabsolvent_innen beginnen ein Masterstudium.
Ein steiniger Weg…
Die Hürden, die am Beginn eines Masterstudiums stehen türmen sich quasi- und nicht alle, die ein Masterstudium beginnen wollen können dies auch: Im Universitätsgesetz 2002 steht seit der Novelle im Jahr 2009 zwar festgeschrieben, dass sicherzustellen ist, „dass die Absolvierung eines Bachelorstudiums an der jeweiligen Universität jedenfalls ohne weitere Voraussetzungen zur Zulassung zu mindestens einem facheinschlägigen Masterstudium an dieser Universität berechtigt.“ Im gleichen Absatz heißt es jedoch auch, dass qualitative Zulassungsbedingungen eingeführt können. Damit ist es gesetzlich möglich den Zugang zum Masterstudium zu begrenzen.
Welche diese so genannten „qualitativen Zulassungsbedingungen“ sind, ist für Studierende oft nicht klar- und „können von A bis Z so ziemlich alles sein.“ Sehr oft sind diese nicht einsehbar, sondern werden erst im Zuge der Bewerbung klar gestellt. Welcher „facheinschlägige Master“ denn frei zugänglich sein soll, ist ebenfalls nicht klar, und vor allem auch nicht sicher gestellt.
An der Wirtschaftsuniversität Wien sieht jedes deutschsprachige Masterprogramm im Studienplan eine Knock-Out Eingangsphase vor – im VWL Masterprogramm dauert diese 2 Monate- danach müssen 4 Prüfungen absolviert werden, wer die Sequenzierung nicht positiv abschließt, kann nicht weiterstudieren. Zusätzlich wurden an sehr vielen Universitäten auch englischsprachige Masterprogramme eingerichtet- was im Sinne der internationalen Mobilität zwar positiv ist, in der Praxis können die Masterprogramme jedoch quantitativ beschränkt werden. Und für manche Studienrichtungen wird überhaupt kein Masterstudium angeboten. Aktuell müssen Studierende der Internationalen Entwicklung an der Universität Wien um ihr Masterstudium zittern, weil die Finanzierung nicht gesichert ist.
Kern des Problems ist also einmal mehr die Finanzierung: Denn seit der Umstellung auf das dreigliedrige System ist das Hochschulbudget real nicht gestiegen. Klar ist jedoch, dass die Finanzierung des dreigliedrigen Systems mehr Ressourcen benötigt, das Ministerium aber nie Pläne gemacht hat, das System auch dementsprechend auszufinanzieren. Folge davon ist ein mangelndes Angebot an Masterstudium.
Beihilfen, die helfen!
Auch die soziale Absicherung von Studierenden ist nicht auf das Bologna System angepasst: das Beihilfensystem baut zur Gänze auf der alten Studienstruktur auf und mit der Familienbeihilfenkürzung wird für viele ein Masterstudium finanziell unmöglich gemacht! Sehr viele Studierende haben nicht bis zum Ende des Masterstudiums Anspruch auf Beihilfen.
Wer ein Masterstudium beginnen will hängt schon jetzt mit der sozialen Herkunft zusammen: die Studierendensozialerhebung zeigt, dass Studierende, deren Eltern nicht den „richtigen Bildungs- und Kontostand“ vorweisen können, weniger oft ein Masterstudium beginnen wollen. Dabei greifen die Auswirkungen der Familienbeihilfenkürzung noch nicht einmal – und auch die nächste Sozialerhebung wird den Umstand verschleiern- da die Sozialerhebung vorgezogen wird und bevor die Kürzung in Kraft tritt, durchgeführt wird.

