Seite drucken
Seite als PDF herunterladen
Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Achter Mai - nazifrei!
Wie jedes Jahr versammelten sich die deutschnationalen Burschenschafter am Heldenplatz, um ihren armen, gefallenen Soldatenhelden nachzutrauern. Der 8. Mai ist der Tag der Kapitulation des Nationalsozialismus. Burschenschaften wie die Olympia (wir erinnern uns - Martin Graf ist Mitglied dieses ehrenwerten Kreises) sprechen in diesem Zusammenhang gerne von der "Totalen Niederlage". Die Nachkommen der Kriegsverlierer_innen und Täter_innen betrauern also in einer durchgehenden Kontinuität die gefallenen Wehrmachtssoldaten und SS- Angehörigen.
Zum ersten Mal seit 2004 wollte Strache die Totenrede halten. Damit wollte er in Hinblick auf den Bundesparteitag den rechten Rand befrieden. In burschenschaftlichen Kreisen wird er allerdings wenig ernstgenommen. Dass er in letztem Moment abgesagt hat, werden sie ihm wohl übelnehmen. Stattdessen sprach der FPÖ-Landtagsabgeordnete Jung und beklagte sich ganz viel über die bösen Linken und warum die überhaupt demonstrieren dürfen (Ist angeblich Jurist und kennt anscheinend die Menschenrechte nicht...).
Begleitet wurden die Burschenschafter von einer Horde Stiefelnazis mit Glatzköpfen und Bomberjacke. Klar, man(n) kennt sich. Als dann doch viele Medien da waren, hielten sich die Glatzen mehr im Hintergrund. Auf Pressephotos kommen sie wohl nicht so gut an.
Während IKG, Grüne und SJ auf der anderen Seite des Heldenplatzes eine Gedenkkundgebung abhielten und so zeigten, dass der Heldenplatz nicht nur den Burschenschaften gehört, störte ein antifaschistisches Bündnis (zu dem sich neben dem VSStÖ Wien viele linke Gruppierungen und Menschen aus verschiedenen Zusammenhängen zählen) mit Sprechchören das Totengedenken. Es ist als großer Erfolg zu werten, dass dieses Gedenken zumindest nicht unkommentiert passiert ist. Insgesamt befanden sich 2000-3000 Menschen bei der Gedenkveranstaltung und bei der Gegendemo zum Totengedenken.
Nachdem die Burschenschaften abgezogen und ins Gasthaus Leopold in der Schottengasse gegangen sind, kam es dort zu antifaschistischen Spontandemos und -sprechchören. Die Wiener Polizei war natürlich sehr schnell dabei, diese Versammlungen aufzulösen und den Platz weiträumig abzusperren. Wie immer, wenn es darum geht, die Nazis zu schützen, war die Polizei auch mit Kesseln sehr fix. Trotz dieser Polizeirepression wurde andernorts weiter der Tag der Befreiung gefeiert.
Wir bedanken uns bei den vielen Antifaschist_innen, die heute gezeigt haben, dass wir es gemeinsam geschafft haben die Nazis noch trauriger zu machen, als sie es ohnehin schon waren.


