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Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
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Quotiert uns hier endlich mal wer hinein?

Nach der Nationalratswahl Ende September werden in der kommenden Legislaturperiode nur mehr knapp 28 % der Plätze von Frauen besetzt sein. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer fordert daher eine Frauenquote für das Parlament. Aber warum sind Quoten eigentlich sinnvoll?

Die Nationalratswahl im September 2008 hat nicht nur ein überraschendes Wahlergebnis, sondern auch eine Überraschung für die Frauen Österreichs gebracht. Waren es in der letzten Legislaturperiode noch 58, sind es ab jetzt nur mehr 51 Frauen, die die weibliche Bevölkerung Österreichs im Nationalrat vertreten werden. Das entspricht 27,3 % aller Abgeordneten. Mit knapp über 50 % der Gesamtbevölkerung sind die Frauen in Österreich aber eigentlich die Mehrheit.

Quote im Nationalrat

Diese Unterrepräsentanz ist für die erste Nationalratspräsidentin Barbara Prammer untragbar. Neben dem besseren Abschneiden von BZÖ (9,5 % Frauen) und FPÖ (17,6 % Frauen) konnte auch die SPÖ die 40%-Grenze der letzten Legislaturperiode nicht erzielen. Nur die Grünen erreichen einen Frauenanteil von 50%. Daher regte Prammer im Oktober eine Diskussion über gesetzliche Regelungen zu Frauenquoten an. Obwohl sie nach eigenen Angaben früher Frauenquoten skeptisch gegenübergestanden hat, ist dieses Thema für sie mittlerweile sehr wichtig. Barbara Prammer könnte sich sogar eine Koppelung der Erreichung der Frauenquote mit der Parteienförderung vorstellen.
Im weltweiten Vergleich schneidet Ruanda, mit 56,3 % Frauen im Parlament, am Besten ab. Mehr als 40 % Prozent der Abgeordneten stellen die Frauen nur in Schweden, Kuba, Finnland und Argentinien, Norwegen liegt mit 39,3 % knapp darunter. Österreich landet im internationalen Vergleich auf Platz 28.

Vorzeigeland Norwegen

Frauen sind aber nicht nur in der Politik unterrepräsentiert. Auch in allen anderen wichtigen Führungspositionen sind Frauen im Gegensatz zum Geschlechterverhältnis in der Gesellschaft nicht zu 50% vertreten. In Norwegen waren im Jahr 2002 nur 7% der Personen in Aufsichtsräten von Unternehmen Frauen, 2003 waren es immer noch nur 10%. Um diesem Umstand entgegen zu wirken, beschloss das norwegische Parlament mit Ausnahme einer konservativen Partei gemeinsam ein Gesetz, das die Betriebe bis Anfang 2008 verpflichtete, ihren Frauenanteil in den Aufsichtsräten auf 40% zu erhöhen. Firmen, die diesen Anteil nicht erreichten, mussten mit Geldstrafen oder sogar Zwangsauflösung rechnen. Bis zum Jahr 2005 hatten die Firmen auf freiwilliger Basis Zeit, die Prozentzahl zu erreichen. Im Durchschnitt reichte es aber nur für 15,5% Frauenanteil. Bis 2008 hatten aber fast alle Firmen aufgeholt. Barbara Prammer sagte in einem chilli.cc-Interview dazu: „Das Gesetz aus Norwegen gefällt mir gut. Dadurch wurden große Privatunternehmen gesetzlich dazu verpflichtet in den mittleren und oberen Etagen nicht nur eine Frauenquote einzuführen, sondern diese auch umzusetzen.“

Und warum jetzt eigentlich?

Frauen sind in allen wichtigen Bereichen der Gesellschaft zu wenig vertreten. Gründe dafür sind die traditionellen, festgefahrenen Rollenbilder, aber auch bereits bestehende Männernetzwerke, die es Frauen schwer machen in höhere Positionen zu gelangen. „Früher rief man(!) einen Freund oder Bekannten an und fragte: Willst Du in meinen Aufsichtsrat? Seit der Quotierungsdebatte geht es um Kompetenz - auch bei Männern“, so Turid So-Vang, eine Headhunterin aus Norwegen. Somit steigt also mit dem Frauenanteil auch der Anteil an kompetenten Personen in Führungspositionen. Viele Frauen sind in Österreich gut ausgebildet und fähig, Führungspositionen zu übernehmen, aber immer noch werden sie von den patriarchalen Strukturen in Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur davon abgehalten. Quoten sind ein wichtiger Schritt, um Frauen in Führungspositionen zu repräsentieren, wie sie auch in der Gesellschaft vertreten sind – nämlich mit 50%.

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