Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Reinventing the "f" word: feminism!

„Ich benutze mein Smegma wie andere ihre Parfümflakons. Mit dem Finger kurz in die Muschi getunkt und etwas Schleim hinters Ohrläppchen getupft und verrieben. Wirkt schon beim Begrüßungsküsschen Wunder.“[1]

Charlotte Roche

– Autorin von „Feuchtgebiete“ – kann als Vorreiterin der ausgesprochenen Sexualität gelten. Sex wird bei Popfeministinnen vor allem als Waffe gesehen – um sich in einer männerdominierten Welt durchzuboxen. Die in England geborene Charlotte Roche schaffte ihren Durchbruch 1998 bei Viva2. Die Frau, die sich kein Blatt vor den Mund nimmt, erhielt 2002 den Bayrischen Filmpreis und ist auch sonst recht flott unterwegs. 2006 war sie als Moderatorin des „Arte“-Musikmagazin Tracks zu bewundern. Feministische Tendenzen hatte sie bereits in der Pubertät. Ihre Mutter, die Roche selbst als oberfeministisch bezeichnet, gab ihr statt „Bravo“ lieber „Emma“ zu lesen. Roche, die im Alter gern ein Frauenpuff eröffnen würde, machte 2008 mit „Feuchtgebiete“ auf sich aufmerksam - und wir sind gespannt, was folgen wird![2]

Riot-Grrls

Die Bandgründerinnen Kathleen Hanna von Bikini Kill und Jean Smith von Mecca Normal & 2 Foot Flame wollten mit Riot Grrrl den Mädchen in der ganzen Welt klar machen, dass sie etwas verändern können und auch müssen, um sich in einer patriarchalen Gesellschaft durchzusetzen. Denn noch immer HERRschen Zustände, die Mädchen immer in die zweite Reihe drängen und dazu führen, dass sie sich in einer männerdominierten Welt nicht behaupten können.

Evelyn McDonnel, die für unterschiedliche Musikmagazine wie etwa den „Rolling Stone“ oder „Spin“ schreibt, war bei der Entstehung von Riot Grrrl in New York City dabei: „Riot Grrrl begann hier in New York 1992 mit dem Musikfestival „WIG WAM BAM“, wo die ersten Riot-Grrrl-Treffen abgehalten wurden. Danach ging alles sehr schnell. Frühling und Sommer 93 war eine sehr turbulente Zeit: WAC (Women’s Action Coalation) war noch immer aktiv, wir gründeten SWIM (Strong Women in Music) und trafen uns oft bis zu dreimal wöchentlich zu irgendwelchen Treffen oder Aktionen.“[3]

Guerrilla Girls. Fighting discrimination with facts, humor and fake fur!

Auch an den Grundpfeilern der bildenden Kunst wird gerüttelt. Seit 1985 scheut eine anonyme Künstlerinnengruppe in Gorillamasken keine Mühen, um Diskriminierung in der institutionalisierten Kunstwelt aufzuzeigen und zu bekämpfen; die Guerilla Girls. Von Installationen über Aktionismus bis hin zu theoretischen Schriften und Workshops nutzen die Künstlerinnen alle Medien, um auf den Ausschluss von Frauen und Nichtweißen vom Kunstbetrieb aufmerksam zu machen. Es darf nicht sein, dass in den großen Museen der Welt die Frauen nur an der Wand hängen anstatt auszustellen. Es gab und gibt in der Kunstgeschichte immer große Frauen und die Guerilla Girls erkämpfen ihnen die Bühne, die sie verdienen.

F wie Film und Feminismus

Eines der wohl mächtigsten Medien unserer Gesellschaft ist der Film. Was viele nicht wissen: in seinen Anfängen wurde er maßgeblich von Frauen mitgestaltet. Die Tradition feministischer Filme reicht weiter zurück, als viele vielfach vermuten. Germaine Dulac beispielsweise schuf mit „La Souriante Mme. Beudet“ (1922) einen der ersten feministischen Filme. Auch Schauspielerinnen, wie Asta Nielsen, haben ihre Rollen selbst entwickelt und die Arbeit am Film mitbestimmt. Heutzutage fällt die öffentliche Unterstützung für kritische Filme eher mager aus und oft scheitern solche Projekte schon im Vorfeld. Trotz alldem können wir aber auch im Jetzt und Hier in den Genuss feministischer Filme kommen. Jamie Babbit zum Beispiel ist eine Filmemacherin, die Feminismus lebt und Erfolg hat. Mit Filmen wie „But I'm a Chearleader“ und „Itty Bitty Titty Committee“ macht Babbit auf witzige und trotzdem ernstzunehmende Art auf Intoleranz und Sexismus aufmerksam. Aber auch bekanntere Filme wie „Juno“ oder „Persepolis“ halten dem ewigen Hollywoodtrott ein starkes Frauenbild entgegen.

Filme:

Jamie Babbit: But I'm a Chearleader (1999 US) Homosexualität
Itty Bitty Titty Commitee (2007 US) Feminismus
Germaine Dulac: la Souriante Mme. Beudet (1922 F) Ehekritik
Ruth Mader: Struggle (Ö 2003) Gewalt gegen Frauen
Nathalie Schwarz: In den Schubladen (D 2004) Kindesmissbrauch
Künstlerinnenduo "Die Königin": Wilder Westen (Ö 2006) Zwangsprostitution
Ridley Scott, Callie Khouri: Thelma & Louise (US 1991)
Jason Reitman, Diablo Cody: Juno (US 2007)
Marjane Satrapi: Persepolis (US 2007)

Musik:

Bikini Kill
Chicks On Speed
Lady Bitch Ray
Peaches         
P.J. Harvey

Bücher:

Guerrilla Girls: The Guerrilla Girls' Bedside Companion to the History of Western Art                      
Guerrilla Girls: Bitches, Bimbos, and Ballbreakers
Charlotte Roche: Feuchtgebiete
Anette Baldauf, Katharina Weingartner: Lips, Tits, Hits, Power?
Thea Dorn: Die neue F-Klasse
Meredith Haaf, Susanne Klingner, Barbara Streidl: Wir Alphamädchen

Zeitschrift:

Missy Magazin


[1] Roche, Charlotte: Feuchtgebiete. Köln: Dumont, 2008.  S.19.

[2] Vgl.: Dorn, Thea:  Die neue F-Klasse. München: Piper, 2007. S.137-152.

[3] Baldauf, Anette und Weingartner, Katharina : Lips, Tits, Hits, Power ? Popkultur und Feminismus. Bozen: Folio, 1998. S.29.

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