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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
Am 25.11. 1960 wurden die Schwestern Patria, Minerva und Maria Mirabal, die aufgrund ihrer Handlungen als Widerstandskämpferinnen gegen den Diktator der Dominikanischen Republik Trujillo, festgenommen und gefoltert wurden, brutal ermordet.
Im Jahr 1981 wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ernannt, um jährlich an das Unrecht, das Frauen weltweit angetan wird und gleichzeitig an den Mut der Mirabal-Schwestern, für ihre Überzeugungen zu kämpfen, zu erinnern. Außerdem wurde der Schmetterling zum Symbol für den Kampf gegen Gewalt an Frauen (Die Guerilla-Gruppe, in der die Schwestern aktiv waren, nannte sich „las mariposas“).
Jedes Jahr aufs Neue machen Organisationen, die Frauen helfen, NGOs und politische Gruppierungen, unter anderem auch der VSStÖ, auf die nach wie vor gesellschaftlich verankerten Missstände, die in erster Linie Frauen negativ treffen, aufmerksam und zeigen, wo die Ursachen von Gewalt gegen Frauen liegen, welche Interventions- und Hilfsmaßnahmen es gibt und welche Strategien dauerhaft und gesamtgesellschaftlich jenen Problematiken entgegenwirken können.
Entgegen der Annahme, Frauen und Männer seien in Österreich gleichberechtigt und damit Gewalt gegen Frauen ein Relikt vergangener Zeiten weisen jährlich erscheinende Statistiken von Frauenhäusern oder anderen Hilfsstellen und Notdiensten darauf hin, dass Frauen in diesem Land nicht nur durch soziale Strukturen diskriminiert werden, sondern täglich Opfer einer Form von Gewalt, die sich dezidiert gegen Frauen richtet, werden.
Es können 4 Formen von Gewalt unterschieden werden (in jeweils direkter oder indirekter Weise auftretend):
Körperliche Gewalt: von der Ohrfeige über Stoßen, Treten, Festhalten, Würgen, Ziehen an den Haaren, Verbrennen, Misshandlungen während einer Schwangerschaft bis hin zum Mordversuch bzw. Mord
Sexuelle Gewalt: Nötigung, Zwang zu sexuellen Handlungen gegen den Willen der Frau, Vergewaltigung (vaginal, oral, anal)
Psychische Gewalt: Einschüchterung, Bedrohung, Nötigung, Zwang, Beschimpfungen, Abwertungen, Belästigung, Verfolgung, Telefonterror, Stalking (siehe unten)
Ökonomische Gewalt: Missbrauch von Abhängigkeit, Missbrauch der Verfügungsgewalt über finanzielle Mittel, unzureichende Bereitstellung von Geldmitteln, wenn diese der Frau zustehen.
Stalking – was ist das?
Mit dem Begriff „Stalking“ wird das bewusste Verfolgen und die damit einhergehende Belästigung und Einschüchterung einer Person bezeichnet. Folgen für Opfer sind meist das Gefühl ständiger Bedrohung, Schlaflosigkeit, Depression oder auch Panikattacken.
Ca. 24% aller Frauen und 10% aller Männer werden mind. ein Mal in ihrem Leben Opfer von Verfolgung/Belästigung. Von den Betroffenen sind etwa 2/3 Frauen und etwa 83% der TäterInnen sind Männer.
Zahlen und Daten (Stand 2009)
Etwa jede fünfte Frau in Österreich ist von Gewalt durch einen nahen männlichen Angehörigen betroffen.
Im Jahr 2008 haben 3.220 Frauen und kinder in den insgesamt 26 autonomen österreichischen Frauenhäusern Zuflucht gefunden.
In Österreich passieren mehr als die Hälfte aller Morde im Familien- und Bekanntenkreis. Opfer sind mehrheitlich Frauen und Kinder.
Hilfseinrichtungen
In Österreich gibt es derzeit 26 autonome Frauenhäuser mit insgesamt 694 Plätzen für Frauen in Not. Gemäß einer Richtlinie des Europäischen Parlaments müsste es per 10.000 EinwohnerInnen einen Frauenhausplatz geben, das heißt es müsste in Österreich eigentlich etwa 830 Plätze geben.
Die Finanzierung, die überwiegend aus öffentlichen Mitteln erfolgt, reicht bei weitem nicht, um die tatsächlich anfallenden Kosten zu decken, weshalb Frauenhäuser stark unterfinanziert sind. Dabei ist die Arbeit, die in diesen Institutionen für Frauen geleistet wird, eine für viele lebensnotwendige: sie bieten Unterkunft, Beratung, Prozessbegleitung, Opferschutz und Betreuung für Frauen (und Kinder), die Opfer von Gewalt wurden.
Welche Maßnahmen kann ich im Fall einer Betroffenheit sezten?
Notrufe im Handy einspeichern (Polizeinotruf 133, Notruf 112, Frauenhelpline)
Vertrauensperson/en kontaktieren und sich nicht selbst mit dem Problem alleine lassen
Wenn irgend möglich, die Belästigungen/Verletzungen etc. dokumentieren (Telefonanrufe notieren, Fotos machen o.Ä.)
Kontakte und nützliche Webseiten
www.aoef.at Homepage des Vereins Autonomer Frauenhäuser Österreichs) Tel.: 01/544 0820
Frauenhelpline (anonym, kostenlos, 0-24h): 0800/222555
Kriminalpolizeilicher Beratungsdienst (Ortstarif): 0800/216 346
Website zu Stalking: http://www.stalking.at
Infos zu Prozessbegleitungen: www.prozessbegleitung.co.at
An unseren Infoständen und in unseren „Roten Hütten“ kannst du dir auch unsere feministische Zeitschrift („Corraleras Offensiv“), unsere Frauenbroschüre („Die Hälfte der Welt“) und natürlich informative und hilfreiche Materialien , die uns die Autonomen Frauenhäuser zur Verfügung gestellt habe, kostenlos abholen.
Weil Gewalt an Frauen kein Alltag sein darf!

