Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Aktionen der Corraleras

Hier findest du Fotos und/oder kurze Berichte über unsere Veranstaltungen, Aktionen und andere spannende Dinge, mit denen wir uns beschäftigen. 

Abtreibung ist Frauenrecht - 8. März 2009

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen 2008

Aktion zum 8. März im Arkadenhof der Uni Wien

Aktionstag gegen Gewalt an Frauen, 25. 11. 2007

25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Am 25.11. 1960 wurden die Schwestern Patria, Minerva und Maria Mirabal, die aufgrund ihrer Handlungen als Widerstandskämpferinnen gegen den Diktator der Dominikanischen Republik Trujillo, festgenommen und gefoltert wurden, brutal ermordet.

Im Jahr 1981 wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ernannt, um jährlich an das Unrecht, das Frauen weltweit angetan wird und gleichzeitig an den Mut der Mirabal-Schwestern, für ihre Überzeugungen zu kämpfen, zu erinnern. Außerdem wurde der Schmetterling zum Symbol für den Kampf gegen Gewalt an Frauen (Die Guerilla-Gruppe, in der die Schwestern aktiv waren, nannte sich „las mariposas“).

Jedes Jahr aufs Neue machen Organisationen, die Frauen helfen, NGOs und politische Gruppierungen, unter anderem auch der VSStÖ, auf die nach wie vor gesellschaftlich verankerten Missstände, die in  erster Linie Frauen negativ treffen, aufmerksam und zeigen, wo die Ursachen von Gewalt gegen Frauen liegen, welche Interventions- und Hilfsmaßnahmen es gibt und welche Strategien dauerhaft und gesamtgesellschaftlich jenen Problematiken entgegenwirken können.

Entgegen der Annahme, Frauen und Männer seien in Österreich gleichberechtigt und damit Gewalt gegen Frauen ein Relikt vergangener Zeiten weisen jährlich erscheinende Statistiken von Frauenhäusern oder anderen Hilfsstellen und Notdiensten darauf hin, dass Frauen in diesem Land nicht nur durch soziale Strukturen diskriminiert werden, sondern täglich Opfer einer Form von Gewalt, die sich dezidiert gegen Frauen richtet, werden.

 

Es können 4 Formen von Gewalt unterschieden werden (in jeweils direkter oder indirekter Weise auftretend):

 

Körperliche Gewalt: von der Ohrfeige über Stoßen, Treten, Festhalten, Würgen, Ziehen an den Haaren, Verbrennen, Misshandlungen während einer Schwangerschaft bis hin zum Mordversuch bzw. Mord

Sexuelle Gewalt: Nötigung, Zwang zu sexuellen Handlungen gegen den Willen der Frau, Vergewaltigung (vaginal, oral, anal)

Psychische Gewalt: Einschüchterung, Bedrohung, Nötigung, Zwang, Beschimpfungen, Abwertungen, Belästigung, Verfolgung, Telefonterror, Stalking (siehe unten)

Ökonomische Gewalt: Missbrauch von Abhängigkeit, Missbrauch der Verfügungsgewalt über finanzielle Mittel, unzureichende Bereitstellung von Geldmitteln, wenn diese der Frau zustehen.

 

Stalking – was ist das?

Mit dem Begriff „Stalking“ wird das bewusste Verfolgen und die damit einhergehende Belästigung und Einschüchterung einer Person bezeichnet. Folgen für Opfer sind meist das Gefühl ständiger Bedrohung, Schlaflosigkeit, Depression oder auch Panikattacken.

Ca. 24% aller Frauen und 10% aller Männer werden mind. ein Mal in ihrem Leben Opfer von Verfolgung/Belästigung. Von den Betroffenen sind etwa 2/3 Frauen und etwa 83% der TäterInnen sind Männer.

 

Zahlen und Daten (Stand 2009)

Etwa jede fünfte Frau in Österreich ist von Gewalt durch einen nahen männlichen Angehörigen betroffen.

Im Jahr 2008 haben 3.220 Frauen und kinder in den insgesamt 26 autonomen österreichischen Frauenhäusern Zuflucht gefunden.

In Österreich passieren mehr als die Hälfte aller Morde im Familien- und Bekanntenkreis. Opfer sind mehrheitlich Frauen und Kinder.

 

Hilfseinrichtungen

 

In Österreich gibt es derzeit 26 autonome Frauenhäuser mit insgesamt 694 Plätzen für Frauen in Not. Gemäß einer Richtlinie des Europäischen Parlaments müsste es per 10.000 EinwohnerInnen einen Frauenhausplatz geben, das heißt es müsste in Österreich eigentlich etwa 830 Plätze geben.

Die Finanzierung, die überwiegend aus öffentlichen Mitteln erfolgt, reicht bei weitem nicht, um die tatsächlich anfallenden Kosten zu decken, weshalb Frauenhäuser stark unterfinanziert sind. Dabei ist die Arbeit, die in diesen Institutionen für Frauen geleistet wird, eine für viele lebensnotwendige: sie bieten Unterkunft, Beratung, Prozessbegleitung, Opferschutz und Betreuung für Frauen (und Kinder), die Opfer von Gewalt wurden.

 

Welche Maßnahmen kann ich im Fall einer Betroffenheit sezten?

 

Notrufe im Handy einspeichern (Polizeinotruf 133, Notruf 112, Frauenhelpline)

Vertrauensperson/en kontaktieren und sich nicht selbst mit dem Problem alleine lassen

Wenn irgend möglich, die Belästigungen/Verletzungen etc. dokumentieren (Telefonanrufe notieren, Fotos machen o.Ä.)

 

Kontakte und nützliche Webseiten

www.aoef.at Homepage des Vereins Autonomer Frauenhäuser Österreichs) Tel.: 01/544 0820

Frauenhelpline (anonym, kostenlos, 0-24h): 0800/222555

Kriminalpolizeilicher Beratungsdienst (Ortstarif): 0800/216 346

Website zu Stalking: http://www.stalking.at

Infos zu Prozessbegleitungen: www.prozessbegleitung.co.at

 

An unseren Infoständen und in unseren „Roten Hütten“ kannst du dir auch unsere feministische Zeitschrift („Corraleras Offensiv“), unsere Frauenbroschüre („Die Hälfte der Welt“) und natürlich informative und hilfreiche Materialien , die uns die Autonomen Frauenhäuser zur Verfügung gestellt habe, kostenlos abholen.

 

Weil Gewalt an Frauen kein Alltag sein darf!

 

Equal Pay Day

Sonntag, 27. September 2009, 9 Uhr morgens: wenn du eine Frau und in Österreich erwerbstätig bist, dann kannst du den kommenden Arbeitswochen bis Jahresende wohl nur mit Frust entgegensehen, denn ab Montag arbeitest du gratis! Du hast richtig gelesen. Denn aufgrund der Tatsache, dass Frauen in Österreich durchschnittlich 26,2% weniger verdienen als Männer – im selben Job und bei gleicher Qualifikation!!! – arbeiten sie in diesem Land in etwa 3 Monate umsonst.

 

Equal Pay Day – was ist das denn?

Der Equal Pay Day ist der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen und Männer gleich viel Geld für ihre Arbeit ausbezahlt bekommen. Danach – bis Jahresende – arbeiten Frauen im Gegensatz zu Männern – gratis. Dieses Jahr fällt der EPD auf den 27. September 2009. Die Berechnung erfolgt mittels Heranziehung der durchschnittlichen Bruttoeinkommen vollbeschäftigter ArbeitnehmerInnen des Jahres 2008. Je nach Bundesland variieren die Festsetzungen des EPD, je nach dem, wo die Lohnschere größer ist (in Österreich ist Vorarlberg Spitzenreiter der Ungerechtigkeit), ist der EPD infolge dessen auch früher angesetzt.

 

Alltagsweisheiten und wie sie an der Realität vorbeigehen

Argument: Klar, dass Frauen weniger verdienen als Männer, die haben ja auch niedrigere Jobs.

Realität: Tatsächlich bekommen Frauen in Österreich auch dann weniger bezahlt, wenn sie denselben Beruf ausüben wie Männer. Auch mit akademischem Abschluss ist frau in Österreich nicht davor gefeit, weniger zu verdienen als männliche Kollegen.

 

Argument: Ja aber, Frauen bekommen doch Kinder, deswegen müssen sie weniger verdienen, weil sie zu Hause bleiben!

Realität: Unabhängig davon, ob frau jemals Kinder bekommt oder nicht, wird sie in Österreich ein niedrigeres Einkommen haben als ein Mann. Des weiteren: auch Männer sind Eltern – wieso sollten sie nicht auch in Karenz gehen? Und selbst, wenn sie es tun – sie bekommen weiterhin mehr bezahlt als ihre Kolleginnen.

 

Die Gretchenfrage: Warum verdienen Frauen denn nun weniger?

Antwort: Aufgrund der nach wie vor gesellschaftlich akzeptierten Diskriminierung von Frauen im Bildungssystem,  im Beruf und im Alltag abseits davon!

 

Bildungshürden: Durch die Zuschreibungen von Fähigkeiten, Eigenschaften und Zukunftsperspektiven, die meist kaum etwas mit dem betroffenen Mädchen oder der betroffenen Frau zu tun haben, sondern lediglich auf Klischeevorstellungen und Vorurteilen basieren, werden Mädchen beispielsweise in als „männliche Prestigefächer“ gedachten Schulgegenständen zu wenig gefördert, was auch die spätere Berufs- oder Studienwahl einschränkt. Auch bei mündlichen Prüfungen – sei es im sekundären oder tertiären Bildungssektor – sehen sich Mädchen und Frauen mit Vorurteilen seitens der Lehrenden konfrontiert, die zu schlechteren Benotungen.

segregierte Lehrplätze: Die eben erwähnten Rollenzwänge und Zuschreibungen beeinflussen auch die Wahl von Lehrberufen – wie ließe sich sonst erklären, dass 2/3 der weiblichen Lehrlinge lediglich 3 von etwa 250 Lehrberufen in Österreich ergreifen, noch dazu jene, die am schlechtesten bezahlt sind? Und selbst wenn sich eine 15-Jährige dazu entschließen mag, Kfz-Mechanikerin oder Schlosserin zu werden, sieht sie sich oft mit der Absage des Meisters (sic!) konfrontiert, der sie mit der Haltung „Wir nehmen keine Mädchen!“ abblitzen lässt.

Teilzeitarbeit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse: nach wie vor gilt in unserer Gegenwartsgesellschaft: „Kindererziehung und Pflege ist Frauenarbeit!“ – Arbeit also, die 1.) unbezahlt ist, 2.) nicht angesehen und belächelt wird und 3.) von der Erwerbsarbeit abhält, für die frau eine mehrjährige Ausbildung gemacht hat, um sich mit dem zu beschäftigen, was sie wirklich möchte und durch die sie finanziell eigenständig wäre. Durch den Erwartungszwang, zu Hause bleiben zu müssen (es gilt ja als verantwortungslos, als Frau einen Vollzeitjob zu haben, wenn es ein Kind zu Hause gibt) und den Mangel an Betreuungsplätzen – vor allem für Kinder unter 3 Jahren – müssen Frauen sich mit weniger Stunden Erwerbsarbeit in der Woche begnügen, was zu deutlich weniger Gehalt führt.

schlechtere Karrierechancen –„Gläserne Decke“: Männerseilschaften (oder auch elitäre Männerbünde, die sich während der Studienzeit gebildet haben und sich durch die Verweigerung, auch Frauen aufzunehmen, auszeichnen) und Vorurteile gegenüber Frauen und ihren angeblichen (Un-)Fähigkeiten sowie die bereits genannten Beschäftigungsverhältnisse führen dazu, dass Frauen, wenn es um Beförderungen, Zuweisungen von Prestigeprojekten oder Gehaltserhöhungen geht, durch den Rost fallen.

 

Für den VSStÖ und die Corraleras ist klar:

 

Es braucht eine Offenlegung der Gehälter und nachhaltig wirksame Sanktionen gegen ArbeitgeberInnen, die Frauen aufgrund ihres Geschlechts entgeltlich benachteiligen!

 

Wir fordern gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit!

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