Unigruppen

Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Gleichberechtigung an der Uni

Die Hälfte der Weltbevölkerung besteht aus Frauen. Wenn es aber um Machtpositionen, Sprache oder auch Rollenbilder geht, dann werden sie meist unterdrückt.

Wir stehen für eine Veränderung der Gesellschaft und wollen einiges verändern, indem wir eine Aufklärungskampagne am BWZ starten und darüber hinaus, einen speziellen Service für Frauen anbieten. Darunter fallen zunächst einmal Beschwerden bei sexistischen Aktionen (wie zum Beispiel Professoren die sich auf den Tisch von Studentinnen setzen oder nicht angebracht verhalten). Zu diesem Zweck wird es einen anonymen Briefkasten hierfür geben, da derartiges für die Betroffene verständlicherweise nicht sehr angenehm ist, vor allem wenn es sich um einen Professor handelt bei dem noch die eine oder andere Prüfung zu absolvieren ist. Hier sehen wir die Aufgabe einer Studienvertretung aktiv sich um derartige Angelegenheiten zu kümmern.

Das Phänomen Gläserne Decke und deren Durchbruch

Ein weiterer Punkt ist, dass wir auf die so genannte „Gläserne Decke“ aufmerksam machen wollen. Mit der „Gläsernen Decke“ ist gemeint, dass Frauen oft trotz rein rechtlicher Gleichberechtigung oft versteckte Hürden auferlegt werden um in höhere Positionen zu kommen. So gibt es beispielsweise mehr Studentinnen als Studenten (trotzdem sagt man Studenten, „da ja Frauen mitgemeint sind“, was geändert werden muss) und trotzdem gibt es nur 20% Professorinnen. Zwar scheint der Karriereweg anfangs ohne zusätzliche Hindernisse für Frauen zu sein, doch dann stolpern sie über dieses Phänomen.

Es gab erst eine Rektorin in der Jahrhunderte langen Geschichte der Universitäten Österreichs, jedoch wurde sie nach kurzer Dienstzeit bereits wieder hinaus gemobbt.

Die „Gläserne Decke“ ist wie die universitäre Realität beweißt kein rein theoretisches Problem. Was nützt einer Frau die besten Bildungsmöglichkeiten, wenn sie dann aufgrund ihres Geschlechts nicht dieselben Möglichkeiten hat wie ein Mann.

Geschlechtergerechte Anwendung von Sprache

Ein weiterer Punkt ist der unpassende Sprachgebrauch. Frauen können nicht immer nur mitgemeint werden, weil dies auch schlichtweg falsch ist. Zwei Beispiele:

  • Ein Arbeiter verdient im Schnitt 7 Euro die Stunde => eine Arbeiterin verdient weniger, wurde aber in diesem Durchschnitt nicht explizit erwähnt.
  • Jeder Bürger hat dem Staat bei Volljährigkeit zu dienen => da sind Frauen nicht mitgemeint.

Eine derartig unpräzise Sprache ist diskriminierend, irre führend und darüber hinaus unmodern. Das generische Maskulinum (Es wird nur z.B. Polizistinnen gesagt wenn es ausschließlich weibliche Sicherheitskräfte sind), muss durch eine Sprachreform verbannt werden.

Jetzt Änderungen starten und nicht später!

Uns ist bewusst, dass wir damit schwerwiegende gesellschaftliche Probleme ansprechen, die sich sicherlich nicht so einfach über Nacht lösen lassen, geschweige denn von einer einzelnen Studienvertretung. Nichtsdestotrotz kann sich die Gesellschaft nur weiter entwickeln durch eine Aufklärung und diese muss an der Quelle des Wissens, nämlich den Universitäten, stattfinden. Daher sehen wir es als eine unserer Aufgaben an auch vor großen Problemen nicht zurück zu schrecken und mit entsprechender Aufklärungsarbeit erste Schritte zu setzen. Ohne Kenntnis eines Problems können auch keine Lösungswege beschritten werden.

Von daher: Wissen ist Macht. Stoppt den Sexismus!

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